alle Bilder © Andreas Umbreit Terrapolaris

Lage

Land:Deutschland
Bundesland:Bayern
Bezirk:Schwaben
Region:AllgäuSchwaben
LandkreisOberallgäu
Ort87452 Altusried-Hohentann
Adresse:Hohentann 1
Lage:östlich des Einödhofes Hohentann
Koordinaten:47.793732°, 10.140494°
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Beschreibung

Ursprünglich Dienstmannenburg des Stifts Kempten, wohl ab Mitte des 12. Jahrhunderts entstanden. In ihrer Blütezeit verfügte die Burg in Spornlage über einen hoch aufgemauerten Bering, einen hohen viereckigen Wohnturm (Boden-Außenmaß 11,4x10,8m), Burgkapelle, einen zweiten kleineren Turm, Wirtschaftsgebäude und das Tor auf der Westseite, von dem eine Holzbrücke über den sehr tiefen und breiten Halsgraben führte. Südwärts schloß sich eine kleine Vorburg an, nach Osten wurde der dort abfallende Sporn durch einen weiteren Graben abgetrennt (siehe Zeichnung des Zustandes um 1760). Nach 1803 wurde die Burg als Steinbruch zum Abriss freigegeben, der nahezu komplett erfolgte, anschließend ging ein guter Teil der Reste durch Kiesabbau verloren, dem bis in die 1980er Jahre der halbe Burghügel (ursprünglich: ca. 25 x 22 m) zum Opfer fiel.
Auf dem Burghügelrest befinden sich an der Stelle des abgerissenen Hauptturms ein Informationsstein von 1927 und eine Informationstafel von 2007.
Erhalten: teils verfüllter Halsgraben auf der Westseite, östlicher Graben, Reste des Burghügels und sehr geringe Reste von Mauerwerk aus Rollsteinen. Auf dem Burghügelrest befinden sich an der Stelle des abgerissenen Hauptturms ein Informationsstein von 1927 und eine Informationstafel von 2007.
Zugang: der Burgstall liegt östlich des Einödhofes Hohentann, ein Wirtschaftsweg führt durch den ehemaligen Halsgraben und an der verwilderten Kiesgrube vorbei, der ein Großteil des Burghügels zum Opfer fiel. Auf dem rechten (südlichen) Rand der Kiesgrube schmaler Trampelpfad auf den Rest des Burghügels. Südliche Vorburg und östlicher Graben stark überwuchert.

Erhalten
Reste des Burghügels, teils verfüllter Halsgraben, östlicher Graben


Reliefansicht im BayernAtlas



Maße

Burghügel ursprünglich ca. 25 x 22 m

Besitzer

(ohne Anspruch auf Vollständigkeit)
vermutlich örtliche Dienstmannen des Stifts Kemptenum 1144
Edelfreie von Hohenegg1268
Herren von Heimenhofen1413
Verpfändung an Cyprian von Sarnstein1499
Fürststift Kempten1502 Kauf

Historie

1144 (Erwähnung von vier Brüdern als Dienstmannen des Stifts Augsburg an einem „Tanne“ genannten Platz, möglicher erster Bezug auf Hohentann)
1268 Burg als in Besitz der edelfreien Herren von Hohenegg erwähnterwähnt
1454Burg brennt durch versehentliches Feuer ab, Neuaufbau
ab 1502an Fürststift Kempten, Sitz einer Vogtei
1595Reparatur der Burg
1602–1604Durchführung weiterer Reparaturen
1642Umwandlung der Vogtei in kemptisches Pflegamt bis 1648
nach 1650letzte bezeugte Reparaturen
1803Verkauf der baufälligen Burg als Steinbruch
1927Errichtung des Informationssteins
bis nach 1980Zerstörung des halben Burghügels einschließlich Brunnen durch Kiesgrube

Quellen und Literatur

  • König, Jochen: Wanderungen zu Allgäuer Burgen 1994
  • Meyer, Werner: Burgen und Schlösser in Schwaben. Burgen - Schlösser - Herrensitze,  Frankfurt/Main 1964
  • Nessler, Toni: Burgen im Allgäu 1,  Kempten 1985
  • Zeune, Dr. Joachim: Burgenregion Allgäu, Büro für Burgenforschung Dr. Joachim Zeune und Andreas Koop, designgruppe koop (Hrsg.) 2008

Objekte im Umkreis von 10 Kilometern

NameOrtArtDistance (km)Bild
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