Glossar

Baron

[althdt. "baro" = "streibarer Mann"] Ein deutscher Adelstitel, seit dem 16. Jahrhundert auch Anrede für den Freiherrn. Seine persönliche Freiheit beruhte auf Großgrundbesitz und selbständig ausgeübte Herrschaftsrechten.

Briefadel

Nicht ererbtes, sondern aufgrund besonderer Verdienste durch ein fürstliches Diplom geschaffener Adel.

Burggraf

Königlicher oder bischöflicher Militärbeamter auf einer landesherrlichen Burg, der ab dem 15. Jahrhundert auch richterliche Aufgaben wahrnahm.

Droste

Mittelniederdeutsche Form von Truchsess, seit dem Spätmittelalter in Nordwestdeutschland ein vom Landesherren eingesetzter Verwaltungsbeamter bzw. Amtmann, der auch richterliche Befugnisse besaß.

Edelfreie

Hochadlige Geschlechter, Nachkommen von Grundherrenfamilien

Erzbischof

Über mehreren Bischöfen stehender Bischof; auch bloßer Ehrentitel

Erzherzog

Titel der Habsburgerprinzen, 1358/59 im "Privilegium majus" von Rudolf IV. dem Stifter beansprucht, aber erst von Friedrich III. 1453 anerkannt.

Erzstift

Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation Bezeichnung für die Landesherrschaften der Erzbischöfe in ihrer Eigenschaft als weltliche Fürsten.

Feudalherr

[von lat. feodum = Lehen] Lehen, d.h. Grundherr, -eigentümer der Lehen mit zunächst befristetem, später unbefristetem Nutzungsrecht gegen Dienste bzw. Abgaben an andere "Besitzer" verleiht

Freiherr

Adelstitel; ursprünglich freier Herr, später feststehende Standesbezeichnung

Freisasse

Besitzer eines Freigutes (Freihof), eines Landgutes, das frei von öffentlichen oder grundherrlichen Abgaben bzw. Diensten war.

Fugger

Bayerisch-Schwäbisches Kaufherrengeschlecht, das seit 1367 in Augsburg ansässig war und als Weberei- und Leinwandhändler sowie als Bankiers berühmt wurde.

Fürst

Im 10. Jahrhundert Bezeichnung der Herzöge, welche die Spitze der Stämme, z.B. Franken, anführten; später zählten zu ihnen Grafen und geistliche Fürsten, Erzbischöfe und Äbte

Gisonen

Mittelalterliches Adelsgeschlecht im Norden Hessenes, Giso I. wurde 1008 erstmals urkundlich erwähnt. 1122 starben die Gisonen aus, ihre Grafschaft fiel an die Landgrafen von Thüringen.

Graf

[lat. comes, althochdt. "grafio" = "Befehlender"] oberstes Verwaltungsorgan einer Grafschaft als Vertreter des Landesherren, Organisator des Heeresaufgebots, Erheber des königlichen Zolls und verantwortlich für den Schutz des Königs

Grafen von Montfort

Bis ins 18. Jahrhundert hinein das bedeutendste Hochadelsgeschlecht der Bodenseeregion. Es heißt nach seinem nahe der Schweizer Grenze im Vorarlberg gelegenen Stammschloss Montfort.

Herzog

[lat. dux] ursprünglich gewählter militärischer Anführer, später oberhaupt eines Stammes, zuletzt Titel eines Territorialfürsten, Angehöriger des hohen Adels im Rang zwischen König und Fürst

Heveller

Stamm an der mittleren Havel, der zu den Elb- und Ostseeslawen gehörte. Hauptburg und Fürstensitz war seit dem 9. Jahrhundert die heute zerstörte Brandenburg ("Brennaburg").

Hohenzollern

Deutsches Fürstengeschlecht mit der Zollernburg in der Schwäbischen Alb als Stammsitz. 1214 teilte es sich in die fränkische und schwäbische Linie. Aus ersterer ging die brandenburgisch-preußische Linie hervor, die 1412 die Markgrafschaft Brandenburg mit Kurwürde erhielt und ab 1701 den König in Brandenburg-Preußen sowie von 1871 bis 1918 den deutschen Kaiser stellte.

Kammerherr

Titel eines Hofbeamten

Karolinger

Fränkisch-deutsches Herrschergeschlecht aus dem oberen Moseltal, das ab 639 mit Unterbrechungen im Frankenreich regierte, zunächst als Hausmeier, also Verwaltern des Hofes. Unter Pippin III. übernahmen sie ab 751 auch den eigentlichen Königstitel.

Kunkeladel

Von der Muttter her stammender Adel,und Lehensbesitz, der sich auf Frauen vererbt.

Kunkellehen

[lat. "feudum femininum" = "Weiberlehen"] Seit dem Hochmittelalter Bezeichnung für ein Lehen, das beim Aussterben des Mannesstammes an die weibliche Linie überging.

Kurfürst

Sieben Kurfürsten wählten seit dem 13. Jahrhundert den deutschen König; seit dem Ende des alten Reiches (1806) war Kurfürst nur noch ein Titel

Landgraf

Ab dem 12. Jahrhundert Titel für königliche Amtsträger, die ihre Besitzungen unmittelbar vom deutschen König zum Lehen hatten.

Ludowinger

Herrscherdynastie im mittelalterlichen Thüringen. Ende des 11.Jahrhunderts erbauten Ludwig der Bärtige und Beringar bei Friedrichroda im Thüringer Wald als Grafen von Schauenburg die gleichnamige Stammburg der Familie. Ludwig I., ein Enkel Ludwigs des Bärtigen, erhielt 1131 durch König Lothar den Titel des Landgrafen.

Niederadel

aus der bäuerlichen Schicht der Unfreien durch besondere Dienstleistungen für den Grund- bzw. Landesherrn aufgestiegene privilegierte Schicht mit zunächst begrenzten Freiheitsrechten

Oranien-(Nassau)

Name des regierenden Königshauses der Niederlande, der von der burgundischen Graftschaft Oranien stammt. der in den Niederlanden regierende Teil des Haues Nassau trägt seit 1530 auch den Titel des Fürsten von Oranien, den es sich seit 1702 mit dem Haus Hohenzollern-Preußen teilt.

Patrizier

Ursprünglich Mitglied des römischen Adels, vor allem im Mittelalter vornehmer, reicher Bürger.

Pfalzgraf

seit dem 6.Jh. Hofbeamter und Beisitzer im Königsgericht

Reichsadel

nur dem König unterstellte Gruppe hoachadeliger Geschlechter

Reichsfreiherr

Titel eines Angehörigen der Reichsritterschaft im 18. Jahrhundert, zu der sich der reichsunmittelbare, niedere Adel im Süden und Westen des Reichs im 15. Jahrhundert zusammengeschlossen hatte.

Reichsgraf

Inhaber einer Grafschaft, die unmittelbar dem Kaiser/Reich unterstand

Reichsritterschaft

Niederadel, der sich im ausgehenden Mittelalter der Herrschaft der Landesherren allmählich entzog und direkt dem Kaiser in Wien unterstellte. Seit 1555 offiziell vom Kaiser sanktioniert.

Ritter

[flandrisch "riddere" für "Reiten"] In West- und Mitteleuropa seit dem frühen Mittelalter ein schwer gerüsteter Kämpfer, der zu Pferd im Kampf von einigen leichter bewaffneten Knechten unterstützt wird, im Hochmittelalter zudem Bezeichnung eines adligen Vasalls, der ein Lehen von einem König oder Fürsten inne hatte und seinem Lehnsherren Heerfolge leistete.

Sekundogenitur

Im fürstlichen Familienrecht das Recht des Zweitgeborenen auf bestimmte Herrschafts- und Vermögenstitel.

Staufer

schwäbisches Adelsgeschlecht, das zwischen 1138 und 1268 zahlreiche Könige und Kaiser stellte

Truchsess

[von althochdeutsch "truhtsazzo" = "der einer Schar vorsitzt] In der mittelalterlichen Hofgesellschaft ursprünglich die Bezeichnung für den Küchenmeister, der die Speisen auftrug. Hieraus entwickelte sich bei den Franken ein Amt, bei dem der Truchsess die Oberaufsicht über den gesamten königlichen Hof besaß und auch als Seneschall bezeichnet wurde.

Walpoten

Ältestes Adelsgeschlecht der Fränkischen Schweiz, dessen Stammlande um die Burg Zwernitz bei Wonsees lagen. Die Walpoten wurden erstmals 1015 als Ministerialen der Schweinfurter Markgrafen erwähnt.

Wittelsbacher

Deutsches Herrschergeschlecht, benannt nach siner bereits 1209 zerstörten Stammburg bei Aibach in Oberbayern. Als Gefolgsleute der Stauferkaiser wurden die Wittelsbacher 1180 mit dem Herzogtum und späteren Kurfürstentum Bayern belehnt.

Zähringer

Schwäbisches Fürstengeschlecht, das erstmals iim 10. Jahrhundert erwähnt wird und sich seit Ende des 11. Jahrhunderts nach seiner Stammburg Zähringen bei Freiburg im Breisgau nannte. Als 1218 mit Berthold V. der letzte Herzog der Hauptlinie kinderlos starb, zerfiel das Reich der Zähringer.