Glossar

Abschnittsbefestigung

Eine Anlage, die durch mehrere quer zur Hauptachse liegende Verteidigungslinien in voneinander unabhängige Abschnitte geteilt ist.

Abschnittswall

Früh- oder vorgeschichtliche Wallanlage zur Abriegelung einer Bergnase

Amtsburg

Eine Landesburg, die von einem Amtmann im Auftrag des Landes bzw. Territorialherren verwaltet und bewohnt wurde.

Ansitz

Ein Gut (Hof) mit besonderer rechtlicher Stellung, meist auf dem Land. Zwischenform zwischen Burg und Schloss. Baulich kommt dies durch Repräsentations- und Wehrelemente zur Geltung, z.B. durch ein erhöhtes Herrenhaus und durch Wassergräben. In Süddeutschland und den Alpenländern Bezeichnung für kleinere, nur schwach oder gar nicht befestigte Wohnsitze von Niederadligen.

arx

im Mittelalter poetischer Ausdruck für "Burg"

Balme

Höhlenburg, schweizerischer Ausdruck für Grotte, Höhle, auch Bezeichnung Loch gebräuchlich.

Bauernburg

Refugium einer Dorfgemeinschaft, gelegentlich zur Notzeit errichtete Wallburg oder feste Ringmauer mit angebauten oder im Innenraum aufgestellten Speichern (Gaden)

Belagerungsburg

["trutz" mhdt. für trotzen] Wehranlage zur Sicherung von Machtansprüchen (Gegenburg) oder zur Belagerung und Eroberung von Besitztümern kornkurrierender Machthaber (Belagerungsburg).

Berfes

niederdeutscher, vor allem niederrheinischer bäuerlicher Wehrturm, in Friedenszeiten auch als Heulager o. ä. verwendet, häufig in Fachwerk

Bischofsburg

Eine von einem (Erz-)Bischof erbaute oder besessene Burg.

Burg

Im Mittelalter der befestigte Wohnsitz eines adligen Herrn. Seit dem 15. und 16.Jahrhundert wird gleichbedeutend mit Burg auch Schloss verwendet.

Burgschloss

Ein aus der mittelalterlichen Burg gewachsener wehrhafter Schlossbau, bei dem die Burgelemente deutlich im Vordergrund stehen.

Burgsitz

Ritterhäuser auf dem Dorf oder in der Stadt sowie Kleinburg

Burgstadel

Kleinere Burg oder Burgruine.

Burgus

römischer Wartturm

Burgwall

Bezeichnung einer vor- oder frühgeschichtlichen Burg, deren Ringmauer in Form eines Walles erscheint

Burgward

Im 10. bis 12. Jahrhundert eine burg mit dazugehörigem Besitz im deutsch-slawischen Grenzgebiet an Saale, Mittelelbe, Havel und Mulde. Als Rechtsbezirk umfasste ein Burgward ein politisch-militärisches Zentrum mit rund 10 bis 25 Dörfern.

Campagne

Bezeichnung für ein Herrenhaus im Raum Bern, zu einer Campagne gehören keine Herrschaftsrechte

Castellum

Im Mittelalter allgemeine Bezeichnung für "Burg".

Castrum

Römische Bezeichnung eines befestigten Standlagers, im Mittelalter für Burg und befestigte Stadt gebräuchlich

Curtis

[lat. "curtis regia" = Königshof, Gutshof] Bezeichnung für (befestigte) Höfe insbesondere der merowingisch-karolingischen Zeit (7./8.Jh.), die Bezeichnung wird auch noch im Hochmittelalter verwendet.

Dienstmannenburg

Burg, die einem Dienstmann oder Ministerialen von seinem Herren verliehen wurde.

Doppelburg

zwei selbständige Burganlagen, zu einer Verteidigungseinheit zusammengefasst

Dynastenburg

Burg eines Herrschergeschlechts (Dynastie) und Verwaltungsmittelpunkt eines Fürstentums.

Edelmannssitz

kleiner unbefestigter oder nur leichtbefestigter Sitz eines niederen Adelsmannes

Felsenburg

Spezielle Art der Höhenburg, die nicht nur auf dem Felsen, sondern auch in diesen hinein gebaute wurde. Wesentliche Bestandteile sind Kammern, Keller, Treppen oder Zisternen.

Felsturmburg

Burg, die auf einem Felsen mit steil abfallenden Wänden errichtet wurde und nur über eine Holzkonstruktion oder eingehauene Treppe zu erreichen war.

Festes Haus

Erstmals im 10. Jahrhundert aufkommender Typ eines mit relativ starken Mauern versehenen. meist dreistöckigen Gebäudes, das zugleich Wehr-, Wohn- und Repräsentationszwecken diente und oftmals das Hauptgebäude einer Burg darstellte.

Feudalburg

Lehensburg

Fliehburg

Bezeichnung für frühmittelalterliche Großburgen, deren vorrangiger Zweck es war, größeren Siedlungsgruppen als vorübergehenden Aufenthaltsort zu dienen. Nach dem heutigen Stand der Forschung trifft dies aber nur in Einzelfällen zu.

freiadeliges Gut

Adeliger Grundbesitz, der nicht der allgemeinen Landessteuer unterlag.

Frontturmburg

Burgentypus vor allem des Spätmittelalters, bei der ein größerer Turm, üblicherweise der Bergfried oder der Wohnturm, zum Schutz der dahinter liegenden Bauten sowie zur Machtinszenierung an die Angriffsseite rückte.

Fürstenburg

Burg als Residenz eines regierenden Fürsten, häufig wichtiger Teil der Landesverteidigung

Ganerbenburg

[althochdeutsch "gan" = "gemeinsam"] Burg einer ritterlichen Erbengemeinschaft (Ganerbenschaft). Das Zusammenleben auf der Burg wurde durch den "Burgfrieden" geregelt.

Gemeinerburg

Eine durch Beitritt Außenstehender entstandene Burggemeinschaft.

Gipfelburg

Die zu den Höhenburgen zählenden Gipfelburgen sind auf einer markanten, oft steil aufragenden, zum Teil felsigen Bergkuppel angelegt worden, die sie meist ganz einnahmen. Blütezeit des Gipfelburgenbaus war das 11. bis 13. Jahrhundert.

Grenzburg

Burgen größerer Landesherren, die in Grenzbereichen, etwa einer Mark, den Besitz gegenüber mächtigen Nachbarn sichern oder markieren sollten.

Gutshaus

Die Wohnhäuser der Gutsbesitzer bzw. der Gutsverwalter werden als Guts- oder Herrenhäuser bezeichnet. Pirang (1926-1930, Bd. 1, 25) stellt fest, dass die Bezeichnungen "Gutshaus", "Herrenhaus" und "Schloß" im allgemeinen Sprachgebrauch nicht festgelegt sind. Als "Gutshaus" gilt häufig ein bescheidenes Wohnhaus,... (Abts, Carola; "Die Güter der Insel Rügen und ihre Gärten"; TU Berlin; 1998)

Hauptburg

Bei größeren Anlagen meist an höchster Stelle gelegene Kernburg oder innere Burg, die durch einen Halsgraben von der Vorburg getrennt und so doppelt geschützt ist

Hausberg

Ein “Hausberg” war im Mittelalter ein “befestigtes Haus” auf einem Berg oder auf einer (natürlichen oder künstlichen) Erhebung.

Hausburg

Palasburg, anstelle des Bergfrieds verteidigungsfähiges Wohngebäude

Hausrandburg

Burg, deren Bering aus einem Hof einschließenden Gebäuden besteht

Herrenhaus

Der Begriff "Herrenhaus" wird meist für reicher gestaltete, architektonisch anspruchsvolle Wohngebäude verwendet. … " Das Herrenhaus hingegen hat nicht nur politische, sondern auch ökonomische Aufgaben zu erfüllen. Es war Mittelpunkt eines mehr oder weniger großen Gutsbezirkes, ... .Nicht wenige Räume des Hauses dienten wirtschaftlichen Zwecken, ..." (Pilz/ Grabe; 1987, 13). Hirschfeld (1935, 23) stellt als wesentlich für die Unterscheidung zwischen "Schloß" und "Herrenhaus" heraus, dass "...das Herrenhaus weder in der Wirklichkeit noch in der Betrachtung von seiner baulichen Umgebung getrennt werden..." darf. Eine strenge Differenzierung zwischen Guts- und Herrenhaus ist schwierig, deshalb empfiehlt Pirang (1926-1930, Bd. 1, 25) "...die einheitliche Bezeichnung Herrenhaus" für alle Erscheinungsformen dieser Gebäudegattung als Sammelnamen... (Abts, Carola; "Die Güter der Insel Rügen und ihre Gärten"; TU Berlin; 1998 )

Herrensitz

meist leicht befestigter, massiver Wohnsitz eines Adligen

Hochschloss

Anlage, bei der die Wohnlichkeit und der Anspruch auf Repräsentation schon dem Schlossbau entspricht, bei der aber die strategisch günstige Lage auf dem Berg, oft oberhalb einer Stadt, beibehalten wurde.

Hofmarksschloss

Verwaltungsmittelpunkt einer Hofmark, architektonisch trägt es symbolhaft die Zeichen der Edelmannsfreiheit: Abgehobene Lage, Wassergräben, Torturm, Zinnen und Schießscharten.

Höhlenburg

Burg, die natürliche Höhlen oder überhängende Felswände durch eine nach außen abschließende Wehrmauer als Wohnraum gestaltet.

Holzburg

frühma Burganlage, aus Holz errichtet

Inselburg

Burg auf einer natürlichen oder künstlich angelegten Insel

Kastell

[lat. "castellum" für "befestigter Platz"] Mittelaterliche Bezeichnung für eine Burg oder ein befestigtes Schloss.

Kastellburg

Ursprünglich hochadeliger Bautyp mit regelmäßigem Grundriss sowie runden Ecken oder Flankierungstürmen.

Keep

Donjon

Kellhof

Klösterlicher Fronhof, der von einem sogenannten Keller bewirtschaftet wurde.

Kemlade

Mittelalterliche Bezeichnung für eine kleine Burg (entlehnt von Kemenate). Meist künstlich aufgeschüttete Insel in einem See oder einem Moor, auf der ein hölzerner Turm oder turmartiger Bau auf einem starken Pfahlrost ruhte.

Kirchenburg

Kirche deren Umfeld (Friedhof) durch Ringmauer befestigt ist.

Klause

[lat. clausum = "Verschluss"] Durch eine Burg oder Wehrmauer gesicherte Engstelle in Gebirgstälern. Tal- und Wegsperren, meist reine Zoll- und Wehrbauten, im Alpengebiet "Leite oder "Letze"

Klosterburg

Zu einem Kloster umgewandelte Burg, bzw. befestigtes Kloster.

Komturei

Sitz oder Verwaltungsbezirk eines Ritterordens, an deren Spitze ein Komtur stand, Komplex von Ordensgütern, Teil einer Ballei

Königshof

Karolingisch-fränkischer Gutshof als Verwaltungsmittelpunkt königlichen Besitzes, in Süddeutschland unbefestigt, in Norddeutschland teilweise wehrhaft ausgebaut.

Kreuzfahrerburg

Burgen der Kreuzritter in Syrien, Palästina und auf Rhodos.

Landesburg

Hauptort der Wehrorganisation eines Bereiches, meist Sitz eines Grafen, Sammelpunkt des Heerbannes.

Letze

Im weiteren Sinne alte Bezeichnung für eine Verteidigungsanlage, Grenze oder Befestigung, an der man aufgehalten wird.

Loch

In Oberbayern und Tirol Bezeichnung für eine Höhlenburg.

Lustschloss

Kleines Schloss, für den Sommeraufenthalt und intime Feste; in Parks oder auf dem Lande gelegen

maison de plaisance

Lustschlösschen

Mantelmauerburg

Eine Burg, bei der die Ringmauer besonders hoch ausgeführt ist, so dass sie einen Großteil oder sogar die gesamte Kernburg wie einen Mantel schützend umhüllt.

Ministerialenburg

Burgen des ministerialischen Adels.

munitio

Bezeichnung für „Burg“ oder „Befestigung“ in lateinischen Urkunden

Niederungsburg

Im Gegensatz zu Höhenburgen in flachen Gegenden weit verbreitete Burgenform, oft als Wasserburg angelegt.

Oppidum

Im Mittelalter Bezeichnung vorwiegend für Stadt, vereinzelt auch für Burg.

Ordensburg

Burgen des Deutschen Ritterordens, vornehmlich in Preußen und Livland; vierflügelige Anlagen mit einem Innenhof, geschützt durch starke Befestigungen; gemeinsame Unterbringung von Kloster, Garnison und Verwaltung

Pfalz

[lat. palatium = Halle] Vom König zeitweise bewohnter, repräsentativ ausgestatteter Verwaltungs- und Versammlungsbau des hohen Mittelalters

Randhausburg

Burg, deren Umfassungsmauer von Gebäuden gebildet wird, die einen Hof umschließen.

Reichsburg

Im Auftrag des Königs oder Kaisers angelegte oder erworbene Burg, deren Verwaltung Burgmannen oder Reichsministerialen unterlag und die oft die Funktion einer Pfalz hatte, in der sich der Herrscher aufhielt.

Rittergut

Umfang eines niederadeligen Wirtschaftshofes mit allen zugehörigen Gütern. An den Besitz eines Rittergutes waren ursprünglich "Ritterleistungen" gebunden, im Gegenzug genossen die Besitzer eine Reihe von Privilegien (z.B. Steuerfreiheit, Jagdrecht, Gerichtsbarkeit, u.a.). Der Besitz war bis ins 19. Jahrhundert Adligen vorbehalten (Meyers Konservations- Lexikon; 1888-1890; Band 13, Seite 857).

Sedelhof

Ansitz, ritterlicher Gutshof, der dem Lehensherrn auf Anforderung ein gesatteltes Pferd stellen mußte.

Selde

Kleingut

Sippenburg

Ganerbenburg

Spornburg

Burg, die auf einem meist durch einen Halsgraben vom anschließenden Berg abgetrennten Sporn liegt, sie kann vom ansteigenden Gelände stark überhöht sein.

Stammburg

Meistens die namengebende Burg eines Adelsgeschlechts, allerdings nicht in jedem Fall der älteste Wohnsitz jenes Geschlechts.

Tabor

Spätmittelalterliche oder frühneuzeitliche Wehranlage, die häufig um Kirchen errichtet wurde, nach dem Berg Tabor in Galiläa.

Territorialburg

Burgen der großen Landesherren zur Festigung ihres Territoriums, zum Teil repräsentativ ausgebautes Verwaltungszentrum

Turmhügelburg

Bautyp einer Burg in Form eines Turmbaus auf gewachsenem Hügel.

Wale

abgegangene Burg bzw. Adelssitz, bei dem nur noch der Kernhügel, evtl. mit Umfassungsgraben und Außenwall, vorhanden ist

Wartturm

Einzeln stehender, von Wall und Graben umgebender (Rund-)Turm, verbunden zu einem Warnsystem zur Sicherung des Landfriedens.

Wasserburg

Burganlage, bei der durch Wassergraben oder Seen ein zu überwindender Schutzring gelegt ist

Wehrkirche

Kirche, bei der das Kirchenschiff und/oder der Turm mit Verteidiungsanlagen versehen ist

Weiherhaus

Einfache Turmburg, der Motte verwandt, wie eine Wasserburg auf einer zumeist aufgeschütteten Insel gelegen und von einem Weiher schützend umgeben.

Wohnburg

Vornehmlich zu Wohnzwecken verwendete Burg

Zitadelle

Selbständiger, in sich abgeschlossener Teil einer Befestigung, der diese oder die Stadt beherrschen soll. Die Zitadelle liegt daher in den meisten Fällen an der höchsten Stelle innerhalb des befestigten Bereichs.

Zungenburg

Burg auf einer Bergzunge als natürliche Bergform, vom Hinterland meist durch einen Halsgraben abgetrennt.

Zwingburg

Volkstümlicher Ausdruck für Burg einer Fremdherrschaft