Glossar

Abschnittsgraben

Burggraben, der einen Verteidigungsabschnitt von der Hauptburg abgteilt, in vielen Fällen hintereinander gestaffelt

Abtritt

Oft ein aus dem Mauerwerk herausragender Erker auf Konsolen über dem Burggraben, nicht selten aber auch eine wandinwendige Nische, aus der ein gemauerter Schacht schräg abwärts nach außen führt.

Adel

[odal = Besitz, Eigentum] Bevölkerungsschicht, die aufgrund ihrer Familienabstammung Vorrechte hatte; im Hoch- und Spätmittelalter gliederte sich die Gesellschaft unter dem König in Fürsten, Grafen, Freiherren, Ritter und Edelknechte

Ädikula

Giebelbekrönte Rahmung von Fenstern oder Türen

Afterlehen

Von einem Lehensnehmer an einen Unterlehensnehmer weiter verlehnter Lehnsbesitz.

Agilolfinger

Frühmittelalterliches bayerisches Adelsgeschlecht, Herzöge in Bayern ab Mitte des 6. Jahrhunderts

Agnaten

Verwandte, die in männlicher Linie von gemeinsamen Vorfahren abstammen

Alkoven

[von arab. al-quobbah = das Hohle, Gewölbe] fensterlose Raumnische, meist Schlafnische

Allianzwappen

[frz. "alliance" = "Bund"] Doppelwappen, Koppelung zweier Wappen, bei denen beide Adelsfamilien über ein eigenes Wappenschild verfügten

Allod

[al = ganz, od = Gut] Althochdeutsch für Gesamtbesitz. Freies Eigentum im Gegensatz zum Lehen oder Staatseigentum, welches frei vererbt werden konnte.

Allodifizierung

Umwandlung eines Lehen- in ein Eigengut

Altan

[von lat. altare = hoch] Mit eigenem Unterbau gestützter und mit Brüstung versehener Austritt an oberen Geschossen.

Altstraßen

unbefestigte Naturstraßen, bis ins 18. Jh. im Gebrauch

Amtmann

Hoher Verwaltungsbeamter, insbesondere Inhaber eines Hofamts

Angelstein

aus der Mauer vorkragender oder in die Torlaibung eingefügter Stein mit Loch oder Pfanne zur Aufnahme der Torangel

Angstloch

Öffnung oder Falltür über dem Verlies (Gefängnis), das sich meist im Untergeschoss des Bergfrieds befand.

Antwerk

Mittelalterliches Belagerungsgerät

Apsis

Halbrunder oder polygonaler Altarraum von Burg- und Schlosskapellen.

Aribonen

Bayerisches Adelsgeschlecht, das zwischen etwa 850 und 1100 in Bayern und Österreich wichtige geistliche und weltliche Ämter innehatte. Als erster Graf wird Aribo (871-909) erwähnt.

Arkade

[von lat. arcus = Bogen] Reihung von Bogen über Pfeilern oder Säulen zur Gestaltung eines Raumes oder Ganges

Arkatur

Eine Folge von Arkaden in der Front von Fasseden, in Innenhöfen oder in Verbindung mit einem Offenen Gang als Bogengang.

Askanier

Ursprünglich schwäbisch-fränkisches Fürstengeschlecht, dessen Name sich von der Burg Ascarien in Aschersleben ableitet und seit dem 10. Jahrhundert im östlichen Sachsen ansässig war.

Attika

Schlichte oder plastisch ausgestaltete oder auch mit Skulpturen bestellte, das dahinter liegende Dach verbergende, niederige Schmuckwand über dem Hauptgesims von Gebäuden.

Aula Regia

[lat. "Königssaal"] Hauptsaal auf Pfalzen, Ort von Staatsakten und Versammlungen

Außenwerk

Verteidigungsanlage vor dem Hauptwall einer Burg oder Festung.

Ausfallpforte

Poterne, versteckter oder schwer zugänglicher Nebenausgang der Burg. Er diente den Burgbewohnern für einen Überraschungsangriff auf die Belagerer oder auch im Notfall als Fluchtweg..

Ausflucht

[von ndt. Utlucht, Lucht = Lichöffnungsfenster] erdgeschossiger, erkerartiger Vorbau, häufig auch mehrgeschossig, vor allem im Verbreitungsgebiet der Weserrenaissance, Träger reicher Bauornamentik

Auslucht

Erkerartiger, auf dem Boden ansetzender ein- oder mehrgeschossiger Vorbau.

Axialanlage

Bauwerk, bei dem die einzelnen Gebäude axial, also entlang einer Achse ausgerichtet sind.

Backstein

Gebrannter Lehm, Ziegel.

Backsteinbau

ein aus Backsteinen ausgeführter Bau, dessen Außenseite meist unverputzt und unverkleidet bleibt

Balkenlöcher

Löcher im Mauerwerk, Spuren des Baugerüstes oder von Deckenbalkenlagen.

Ballei

Verwaltungsbezirk des Deutschen Ordens, der mehrere Kommenden umfasste, auch spätma Bezeichnung für Burghof (eigentlich umpfählter Ort, auch Bollwerk)

Baluster

Einzelsäule einer Balustrade

Barbakane

[lat. "barba canis" = "Hundsbart"] im Spätmittelalter ein besonderes hofartiges Außenwerk, das dem eigentlichen Burg- oder Stadttor unmittelbar vorgelagert ist.

Bastei

Als Rondell benutzter, mit Wall und Graben versehener äußerer Teil einer Befestigung.

Batterieturm

Meist mehrgeschossiger halbrunder Turm zur Aufstellung von Pulvergeschützen.

Bauhof

Meier- oder Wirtschaftshof zur Versorgung einer Burg, eines Schlosses, zumeist der Burg vorgelagert.

Baunaht

Stelle, an der ein Mauerwerk an eine andere Mauer von meist andersartiger Struktur und Datierung offensichtlich anschließt

Bede

Abgabe im Mittelalter, die zur Abwendung einer Notlage von der Herrschaft erbeten wurde

Beletage

[frz. das schöne oder edle Geschoss] Bevorzugtes und äußerlich repräsentativ akzentuiertes Geschoss eines adligen Palastes oder Schlosses bzw. eines großbürgerlichen Hauses

Belfried

Hoher, oft schlanker Glockenturm, der besonders für flämische Städte typisch ist.

Belvedere

[ital. = "Schöne Aussicht"] Hochgelegener Gebäudeteil mit schöner Aussicht, Aussichtspunkt in Parkanlagen, Name von Lustschlössern.

Beneficium

[lat., Wohltat] im Mittelalter: das Lehen

Bering

Erdwall oder gemauerte Erhöhung zwischen zwei Gräben. Bei Burgen stark befestigte Mauer mit entsprechenden Wehreinrichtungen wie Wehrgang und Zinnen.

Berme

[von frühneuhochdeutsch "Barm" für Anhäufung, Erhebung] Horizontale, ein bis mehrere Meter breite Fläche zwischen dem Fuß einer Mauer oder eines Walls und dem davor liegenden Graben zur Stabilisierung der Mauer oder des Walls.

Beständner

Pächter, Mieter

Biforen

Romanische bis frühgotische Fensterform mit säulengestützter doppelter Bogenstellung.

Blashaus

Wachhaus auf einer Burg, von dem aus ein Trompeter duch das Blasen eines Horns die Ankunft von Feinden oder Besuchern verkündete.

Blattfries

Bandförmige Verzierung mit stilisiert gestalteten Blättern.

Blendbogen

Einer Wand vorgesetzter (vorgeblendeter) Schmuckbogen.

Blende

In der Mauer zurückgesetztes Feld, das für Fenster und Türen ausgespart wurde.

Blendmaßwerk

Bezeichnung für ein an einer geschlossenen Wand angebrachtes Maßwerk

Blide

Mittelhochdeutsch für eine Steinschleuder mit bis zu 400 m Schussweite.

Bodenreform

In der damaligen sowjetischen Besatzungszone durchgeführte entschädigungslose Enteignung aller landwirtschaftlichen Betriebe von mehr als 100 ha sowie der Parzellierung und Vergabe an Neubauern.

Bogenfeld

Das von einem Bogen und seiner Kämpferlinie umgrenzte Giebelfeld über Fenstern und Türen.

Bogenfries

Fries aus aneinandergereihten Bögen.

Bogengang

Ein Durchgang, der durch mehrere aufeinander folgende Gewölbe entsteht.

Bollwerk

Bezeichnung für Festungswerke wie Geschützturm, Rondell oder Bastion.

Boskett

[frz. "bosquet" für "Wald"] Lustwäldchen innerhalb eines Barockgartens, eingerahmt von in geometrisch exakte Formen geschnittenen Bäumen und Büschen, oft mit Rasen im Inneren.

Bosse

überstehendes Material eines Natursteins in einer Mauer

Bossenquader

Buckelquader ohne Randschlag.

Bruchsteinmauerwerk

Mauerwerk aus rohen Natursteinen.

Brustwehr

Mauerteil eines Wehrganges, der den Verteidiger bis zur Brust schützt, meist oberer Abschluss der Ringmauer.

Buckelquader

Steinquader mit kissenförmigem Wulst zur Außenseite und sorgfältig geglätteten Rändern, besonders im staufischen 13. Jahrhundert beliebt.

Burgfrieden

Befriedeter Bezirk in und um eine Burg, in welchem Friede und Sicherheit von der Herrschaft garantiert und bei Bruch bestraft wurde.

Burggut

ursprünglich identisch mit "Burghut", später aber die Vergütung des Burgendienstes durch reale Güter anstelle der früheren Entlohnung durch Geld

Burghut

ritterlicher Dienst zur Behütung der Burg eines Landesherrn

Burglehen

Einkünfte verschiedener Art mit der Auflage, dafür bei der Verteidigung der Burg mitzuwirken

Burgleute

Burgmannen

Burgmannen

Meist Angehörige des niederen Adels, die zur Verteidigung der Burg ihres Lehensherrn verpflichtet sind.

Burgmannshof

Wohnsitz eines Burgmannen oder einer Burgmannenfamilie, oft in einer Vorburg oder in der Nähe der Stadtbefestigung, teilweise mit Verteidingscharakter

Burgstall

Bauruine, geringfügige Überreste oder auch nachweisbarer Platz einer ehemaligen Burganlage, auch kleine Burganlage

Burgwerk

Die Verpflichtung von Untertanen und Lehnmannen zum Bau oder zur Instandsetzung einer Burg oder eines Festungswerks beizutragen, sei es durch körperliche Arbeit oder durch materielle Unterstützung.

Butterfassturm

runder Bergfried, der sich nach oben verjüngt

Cabinet

[frz. "Kabine"] Hinterzimmer, Rückzugsraum

Cent

Amts- oder Gerichtsbezirk aus der früheren Gaueinteilung, der im Fränkischen hundert frei Familien umfasst haben soll.

Chambre

[frz. Zimmer, Kammer] abgetrennter Wohnraum

Corps de logis

[frz. etwa "Gesamtheit der Unterkünfte"] Bezeichnung für das in der Mitte liegende Hauptgebäude eines Schlosses, das die Repräsentations- und Wohnräume beherbergt

Cour d'honneur

[frz. "Ehrenhof"] dreiseitig von Gebäuden umschlossener Empfangshof bei barocken, in der Regel symmetrischen Schlossanlagen

Dachreiter

schlankes Türmchen, das auf den Dachfirst aufgesetzt wird

Domäne

[lat. "dominium" = "Herrschaft"] Seit dem 17./18. Jahrhundert Bezeichnung für ein dem Staat oder Landesherren gehörendes land- oder forstwirtschaftliches Gut.

Domanium

Landesherrlicher Besitz, der dem Herzog/Großherzog direkt steuerpflichtig war

Domkapitel

Bezeichnung für alle an der Kathedrale des Bischofs beteiligten Geistlichen, Teil der Bistumsverfassung.

Donjon

In Frankreich bzw. der normannischen Architektur des 11. und 12. Jahrhunderts Bezeichnung für eine befestigte, von einem mehrgeschossigen, bewohnten Turm dominierte Burganlage.

Doppelkapelle

Eine im Mittelalter vorkommende Form des Sakralbaus, bei der zwei Kulträume mit eigenen Altären und meist identischem Geschossgrundriss übereinander im gleichen Gebäude errichtet wurden.

Dossierung

Schrägstellung einer Mauer zur Verbesserung der Standfestigkeit.

Drempel

Kniestock, im Dachgeschoss über den Fußboden hinausragender Teil der Außenmauern bis zum Dachansatz

Dürnitz

heizbarer Raum oder Saal einer Burg als Aufenthalts- und Speiseraum.

Eckquaderung

Art der Kantensetzung, an den Ecken von Bauwerkden aus Bruchstein. Dabei werden die Steine meist so gelegt, dass die Breit- und Schmalseiten abwechselnd übereinander liegen.

Eckwarte

aus der Mauerfront hervorstehende Warte an der Ecke eines Gebäudes oder einer Burgmauer

Ehrenhof

Hof eines Barockschlosses, der von drei Flügeln umschlossen ist

Eigenleute

unfreie Zinsbauern, Leibeigene

Einung

Bezeichnung einer in der mittelalterlichen Rechtssprache zunächst auf Eid gegründeten vertraglichen Übereinkunft (coniuratio).

Empore

Zwischengeschoss

Enfilade

[frz. "aufreihen"] Zimmerflucht in einem Schloss, wobei die Türen und Zugänge an einer Achse liegen

Epitaph

[altgriechisch "das auf dem Grab Befindliche"] Denkmal zum Gedenken an einen Verstorbenen

Eremitage

[frz. "ermitage" für Einsiedelei] Ursprünglich einsam gelegene Klausen und Kapellen, in denen Geistliche, Mönche oder religiöse Laien (Eremiten) durch Gebete und Askese Einklang mit Gott und der Natur suchten. Im Barock und Rokoko wurden Eremitagen als optische Gestaltungselemente für die höfische Gartenkunst entdeckt.

Esplanade

[von lat. "explanare" für "einebnen"] In der Festungsbaukunst das freie Schussfeld zwischen Stadt und Zitadelle.

extra muros

In rechtlicher und baulicher Weise außerhalb der Burg- oder Stadtmauern gelegen.

Fallturm

Gefängnisturm

Fehde

Auseinandersetzung zwischen Adeligen, auch zwischen Bischof und Adel, begonnen wird der Konflikt mit dem Überbringen oder Anheften des Fehdebriefs, beendet wird der Konflikt mit der Leistung der Urfehde

Feldseite

Die zum Feld (d.h. zum Angreifer) gewandte Seite eines Burg- oder Schlossbauteiles.

Festinbau

[französisch "Festin" für Fest, Bankett] repräsentativer Schlossbau

Fiale

[ital. "foglia" = Nadel] aus Stein gemeißelte, schlanke und spitz auslaufende Türmchen, Stilelement der gotischen Architektur

Fideikommiss

Vermögen, das durch private Willenserklärung für unveräußerlich erklärt wurde, um in einer Familie zur Erhaltung ihres Ansehens von Geschlecht zu Geschlecht vererbt zu werden.

Filterzisterne

Zisterne mit brunnenähnlichem Entnahmeschacht in der Mitte. Der Raum zwischen Entnahmeschacht und Grubenwand ist mit Sand und Steinen als Filtermaterial gefüllt, durch den das eingeleitete Wasser in den Schacht sickert.

Fischgrätenverband

Mauerwerk mit fischgrätenartig formierten Steinlagen

Flankierungsturm

Halbrunder oder eckiger, aus der Ring- oder Zwingermauer vortretender Turm, der diese seitlich, also flankierend, schützen sollte.

Fledermausgaube

Dachgaube ohne Seitenwangen mit geschwungenem Dachverlauf

Freiheit

Minderstadt mit stadtähnlichen Rechten am Fuße einer Burg

Freitreppe

Steintreppe vor der Hauptfassade ohne Dach, oft repräsentativ durch Sockelmauer, Bogen und Konsolen gestaltet

Fron

[althdt. "Fron" = "Herr"] Arbeitsleistung, die der Unfreie für den Herrn bzw. die Grundherrschaft leisten musste

Fronhof

Herrenhof mit Herrenland (Salland), von unfreiem Hofgesinde und den abhängigen Hufenbauern bewirtschaftet, Verwalter der Fronhöfe waren meist die Meier

Frontispiz

[von lat. frons = Stirnseite bzw. frontispicium = Vorderansicht] Frontgiebel bzw. Giebeldreieck über dem Mittelrisalit eines Gebäudes

Fronveste

Festung, für die Fronarbeit geleistet wurde, öffentliches Gefängnis

Futtermauer

Aus statischen Gründen errichtetes Fundament für eine Wehrmauer.

Gaden

Vor allem in Süddeutschland sind Gaden oft Teil einer befestigten Kirche, dabei handelt es sich um Lagergebäude, die von innen an die Wehrmauern der Kirchenburg angefügt wurden.

Ganerben

[althochdeutsch "gan" = "gemeinsam"] Erbengemeinschaft an einem Burgbesitz

Gastalde

Verwalter von Gütern in königlichem, adeligem, bischöflichem oder städtischem Besitz. Oft saßen Gastalden auf den Burgen der Trienter Bischöfe und verwalteten deren Güter

Gau

Im Fränkischen Reich Amtsbezirk eines Grafen, später meist nur noch eine Landschaftsbezeichnung

Gaube

Dachhäuschen, kleines Giebelfenster mit Walmdach.

Gebück

Dichte Hecke im Vorfeld der eigentlichen Befestigungsanlagen als erstes Hindernis.

Geschlechterturm

Patrizierturm, städtischer wehrfähiger Wohnturm adeliger Geschlechter

Gesims

Waagerecht verlaufendes Bauglied an Fassaden und Wandteilen; schmückt als profilierter, verzierter Abschluss die Wand

Gewände

Um eine Fenster- oder Türöffnung schräg geführte Mauerfläche; oft profiliert oder mit eingestellten Säulen, Figuren und Ornamenten geschmückt

Giebelfeld

Von den Schrägen eines Satteldachs eingeschlossene Wandfläche eines Gebäudes.

Gräfte

In Westfalen Bezeichnung für einen (breiten) Wassergraben oder Hausteich

Grangie

klösterlicher Eigen- und Wirtschaftshof

Grauwacke

grauer bis graugrüner Sandstein

Grenzbefestigung

In Gebirgstälern, Klausen, Sperrmauern, gelegentlich mit Torbauten und Türmen. Auch Sperren in Verbindung mit einer Höhenburg als Zollstätte.

Grundherrschaft

Herrschaft über Land und die darauf ansässigen Leute, wird von den Grundeigentümern ausgeübt, Eigenleute sind zu Abgaben und Dienstleistungen verpflichtet und unterstehen der Gerichtsgarkeit des Grundherren

Gurtbogen

Verstärkender Bogen quer zur Längsachse eines Gewölbes, der zuweilen auch die Jochteilung markiert.

Haberkasten

Lagerraum für leichteres Getreide wie Gerste und Hafer

Halbwalmdach

Satteldach, bei dem nur der obere Teil des Giebels abgewalmt ist

Halfenfamilie

Halfen, Halfwinner; Bezeichnung für Personen, an die ein Hofgut zwecks Bewirtschaftung vergeben wurde, ursprünglich hatten sie die Hälfte Ertrages abzuliefern – daher der Name

Halsgraben

Ausgeprägt tiefer Graben, der eine Burg auf einem Bergsporn oder einer Bergzunge vom Hinterland abtrennt.

Hanggraben

In die künstlich abgesteilte Böschung gelegter, umlaufender Ringgraben

Hausmeier

[lat. major domus] zunächst Verwalter des Hauses und des Hofes, mit Zunahme der Macht Leiter der Regierungsgewalt

Heimfall

Einziehung eines Lehens durch den Lehensherrn nach dem Tod des Lehnsinhabers oder dem Erlöschen der Familie

Helmdach

Dachform mit vier niedrigen Giebeln, von denen Grate zu einer Spitze aufsteigen. Die vier Dachflächen sind ebenmäßig geformt und meist gleich groß.

Hintersasse

Abhängiger, der in der Hierarchie hinter (unter) seinem Grundherrn sitzt

Hochburg

Hauptburg einer Burganlage

Hochmittelalter

Historischer Zeitraum zwischen ca. 1050 und 1250

Hochstift

zusammenfassender Begriff für die Verwaltungsorganisationen eines Bistums, reichsunmittelbares geistliches Fürstentum eines Bischofs, weltlicher Herrschaftsbereich eines Bischofs

Hofamt

Amt am herrschftlichen Hof, z. B. Kämmerer, Mundschenk, Truchsess, Marschall

Hofmark

Großräumige Grundherrschaft, die mit der Edelmannsfreiheit verbunden ist, Abgabenfreiheit gegenüber dem Landesherrn und niedere Gerichtsbarkeit innerhalb des Grundbesitzes (in Bayern bis 1848)

Hofmarschall

[von althochdeutsch "marah scale" = Pferdeknecht] Im Frühmittelalter zunächst Aufseher für die Pferde des Herrschers, später Aufseher über die gesamte Hofhaltung

Hofstatt

Platz, auf dem ein Hof oder ein Gebäude stand oder steht

Hoher Mantel

Schildmauer

Hurde

Über die Ringmauer oder die Außenwand eines Burggebäudes balkonartig nach außen vorspringende, hölzerne Wehrgänge.

Hussiten

Anhänger des tschechischen Kirchenreformers Jan Hus, der auf dem Konzil von Konstanz zum Tode verurteilt und 1415 verbrannt wurde.

Interregnum

Zeit ohne einen einmütig gewählten und gekrönten römisch-deutschen König von 1254-1273.

intra muros

In rechtlicher und baulicher Weise innerhalb der Burg- oder Stadtmauern gelegen.

Investitur

Einweisung eines Geistlichen, vor allem eines Bischofs, in sein Amt

Irregularfestung

Befestigung, die auf Grund von örtlichen Bedingungen keine regelmäßige Polygonalanlage zulässt

Kabinett

In der Gartenbaukunst eckiger, runder oder ovaler Platz innerhalb eines Bosketts, der meist mit Statuen oder anderen plastischen Elementen ausgestattet ist und von Palisaden begrenzt wird.

Kammertor

Torform vor- und frühgeschichtlicher Wallburgen, durch Einziehen der Wallenden nach innen gebildet

Kämpfer

Abschließende Platte eines Pfeilers, eines Rundstabs oder einer Säule, die den Durch eines Gewölbes oder Bogens aufnimmt.

kanneliert

Auskehlung einer Säule mit senkrechten, konkaven Furchen

Kapf

[mhdt. kapfen = schauen, spähen] Wacht, Warte in Höhenlagen meist ohne besondere Einrichtung

Kapitell

[lat. "caput" = Kopf, Haupt] Kopfstück einer Säule oder eines Pfeiler mit ornamentalem pflanzlichen oder figürlichen Schmuck

Karner

Beinhaus, in der Regel zweigeschossige Friedhofskapelle, die im Untergeschoss die Lagerstätte für ausgegrabene Gebeine, im Obergeschoss einen Altarraum enthält

Karwan

Zeughaus, Waffenkammer auf Ordensburgen

Kasematte

[ital./frz. "Wallgewölbe"] vor Artilleriebeschuss geschütztes unterirdisches Gewölbe einer Festung

Kaskade

[ital. "cascata" = "Fall"] stufenförmiger Wasserfall

Kassettentonne

Tonnendecke, die an ihrer Unterseite regelmäßig angeordnete kastenförmige Vertiefungen (Kassetten) aufweist

Kastellan

im Mittelalter der Burgvorgt, Kommandant einer Burg, heute Burg- oder Schlossverwalter

Kasten

mittelalterlicher Getreidespeicher

Kastenamt

Vorwiegend für Bayern belegtes Amt zur Verwaltung der zu einem Kasten gehörenden Güter und der aus ihnen fließenden Geld- oder Naturalabgaben.

Kavaliershaus

Die den höheren Bediensteten zugewiesenen Wohnhäuser im Bereich eines Schlosses, seit dem Barock gebräuchlich.

Kegeldach

Dach in Form eines Kegels. Die einzig mögliche Dachform für einen Rundturm.

Keller

[von lat. cellarius] Beamter, zumeist in der Pfalz, der die Naturalabgaben eines Amtes verwaltete

Kemenate

[von lat. caminatus = mit einem Kamin versehen] beheizbarer Raum, auch Bezeichnung für Frauengemächer einer Burg.

Kenotaph

[von griech. kenos = leer und taphos = Grab] Grabmal zur Erinnerung an einen Verstorbenen, der dort nicht begraben ist

Kernburg

Hauptteil der Burganlage oder Hautpwerk eines Burgensystems

Kernwerk

Der zentrale Bereich einer Burg mit Erdsubstruktionen. Zumeist für Hausburganlagen verwendet.

Kleeblattfenster

Im Burgenbau Fenster, das oben von einem Kleeblattbogen abgeschlossen oder durch Ornamente in Form von Kleeblättern verziert ist.

Kluse

[von lat. "clusa" für Engpass] Quer- oder Durchbruchstal. In der Schweiz im engeren Sinne Bezeichnung für ein Quertal im Jura.

Koadjutor

Einem Bischof Beigeordneter mit dem Anspruch auf dessen Nachfolge

Kolonnade

[von lat. "Columna" für "Säule"] Überdachter Säulengang mit geradem Deckengebälk, zum Unterschied von den durch Bögen gebildeten Arkaden.

Kondominat

[lat. "condominium" für "Mitherrschaft"] im Mittelalter die gemeinsame Verfügung mehrerer über einen Besitz zur Vermeidung von Erbteilungen.

Königsfreie

auf Königsland/Reichsgut angesiedelte Hörige, die direkt dem König unterstellt und gegenüber der Landesherrschaft oder anderen Mittelinstanzen ohne Verpflichtungen sind

Kragstein

Behauener Stein, der vor die Außenmauer ragte, um einen Erker oder den Wehrgang zu tragen.

Kreidefeuer

Warnfeuer auf Anhöhen, Türmen oder Bergfrieden

Kreuzritter

Geistlicher Ritterordn sowie Angehöriger desselben. Anlass für die Gründung der Kreuzritterordn waren die Kreuzzüge gegen Heiden und Ketzer, vor allem aber die Kriegszüge zur Eroberung des Heiligen Landes vom 11. bis 13. Jahrhundert.

Kreuzscharte

Kreuzförmige Schießscharte für Armbrustschützen (spätes 13.-15.Jh.).

Krüppelwalmdach

Der Giebel eines Gebäudes wird im oberen Giebelspitz durch ein Dach ersetzt.

Kugelscharte

Schießscharte, bei der die Handfeuerwaffe durch eine bewegliche hölzerne Kugel gesteckt wird.

Kurmark

Einstiger Hauptteil der historischen Region Mark Brandenburg, die aus Altmark, Prignitz, Uckermark, Mittelmark, einem Südzipfel um Cottbus und dem Havelland bestand.

Kurpfalz

Historische Bezeichnung für das früher von den Pfalzgrafen bei Rhein beherrschte Territorium an Mosel, Mittelrhein und Neckar mit der Haupt- und Residenzstadt Heidelberg.

Kurtine

Verbindungsmauer oder -wall zwischen zwei Türmen bzw. Bastionen einer Befestigungsanlage

Landdrost

Verwalter eines Bezirks, Amts oder einer Vogtei, Vertreter des Landesherrn

Landesverweser

Stellvertretender Verwalter eines Landes

Landtafel

Grundbuch aller adeligen und kirchlichen, also keiner Grundherrschaft unterworfenen Güter, in Oberösterreich 1754 eingerichtet.

Landwehr

Grenzmarkierungs- und Grenzsicherungssystem in Form von Wallhecken und Gräben (z.B. "Rheingauer Gebück")

Laterne

[von griechisch "lampter" für Leuchter, Fackel] Rundes oder vieleckiges, mit Fenstern versehenes Türmchen auf dem Scheitel einer Kuppel.

Laubengang

hofseitig offener Gang im Obergeschoss von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden

Laudemium

Eine Gebühr, die beim Besitzwechsel eines adligen oder bäuerlichen Lehens durch Erbschaft, Kauf oder Verkauf vom neuen adligen oder bäuerlichen Lehnsträger an den Lehn- oder Grundherrn zu entrichten war.

Lehen

Von einem Grundherren (Lehensherren) an einen Vasallen (Lehensträger) verliehener Besitz. Lehen können entweder erblich (Sohn-/Tochterlehen) oder geliehenes Gut, dessen Empfang zum Kriegsdienst und zur Treue verpflichtet, sein.

Lehensdienst

In erster Linie die Verpflichtung zur Heerfahrt (d.h. Kriegsdients) und zur Hoffahrt, zur Anwesenheit des Vasallen beim Herrn, um ihm Rat und Hilfe zu leisten. Aus der Hoffahrt entwickeln sich ab dem Spätmittelalter zum Teil die Land- und Reichstage sowie die lehensrechtlich geprägte Stellung der Reichsfürsten.

Lehnsrevers

Schriftliche Bestätigung des Empfangs eines Lehens durch den Lehnsnehmer, die der Lehnsherr erhielt.

Ligisches Lehen

Ursprünglich seit dem 11.Jh. in Frankreich aufgekommene Lehenesform. Danach verband der Träger eines ligischen Lehens mit seinem Lehensherrn ein durch alleinigen Treuevorbehalt besonders enges persönliches Verhältnis, dem sich andere Lehnsbbindungen unterzuordnen hatten

Lisene

Vertikal angebrachte, schwach vortretende, bandförmige Wandvorlage als Zierelement.

Loggia

[ital. = "Laube"] Laube, offener Vorbau, von Säulen oder Pfeilern getragene Bogenhalle an der Vorderseite eines Gebäudes.

Löwlerbund

Gegen Herzog Albrecht IV. (Regierungszeit 1465-1508) gerichteter Adelsbund, den Adelige des Straubinger Landesteils und benachbarter Gebiete 1488 als Reaktion auf Eingriffe in ihre Privilegien schlossen.

Lukarne

[aus lat. lucerna zu lucere = leuchten bzw. lux = Licht] Dachluke, Dachfenster

Lünette

Halbkreisförmige Fläche über Türen und Fenstern

Mannlehen

Adliges oder ministerialisches Lehen, welches nur an Söhne verliehen wurde

Mannloch

Fußgängerpforte, Schlupfloch neben dem Burgtor

Mansarde

Abgeknicktes Dach, unterer Teil steiler als der obere, gewonnener Raum ebenfalls Mansarde genannt, Nutzung für Wohnzwecke. Benannt nach dem Franzosen Jules Hardouin Mansart.

Mantelbau

Schutzbau am Untergeschoss des Bergfrieds.

Mantelmauer

Verstärkt und/oder erhöht ausgebildeter Abschnitt der Ringmauer, oft auch mehrseitig zum Schutz besonders gefährderter Bereiche einer Burg angebracht.

Mark

Militärisch organisierter Grenzbezirk unter dem Kommando eines Markgrafen, auch die gemeinschaftlich genutzte Allmende einer Siedlungsgemeinschaft.

Marstall

Gebäude für die Pferdehaltung.

Maschikuli

[frz. "mâchicoulis" für "Wehrerker, Pechnase"] Aneinandergereihte, über Konsolen vorgekragte Guss- oder Wurferker, ab dem 16.Jh. eher Zier- als Wehrcharakter

Mauerabsatz

Begehbarer Mauerrücksprung.

Mauerbogen

Über Felsspalten, Substruktion von Burgmauern bei beschränktem Bauplatz auf Felsplateau.

Maulscharte

Maulartig erweiterte Schießscharte für Handfeuerwaffen, meist mit kammerartiger Vorwölbung im Inneren.

Mausoleum

Monumentales Grabmal in Form eines Bauwerks, die Bezeichnung stammt von dem ursprünglich für König Mausolos (gestorben 353 v. Chr.) in Harlikanassos bestimmten Grabmal.

Mediatisierung

[mediat = mittelbar] Überführung weltlicher Herrschaften und Besitzungen in die Gewalt des Landesherrn, in Bayern vor allem durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803.

Meier

Verwalter im Dient eines Grundherrn. Er bewirtschaftete den Fron- oder Meierhof, beaufsichtigte die unabhängigen Bauern und sammelte die Abgaben ein.

Meierhof

Landwirtschaftliches Anwesen zur Versorgung der Burgbewohner.

Mezzanin

[ital. "mezzo" = "halb"] Halb- oder Zwischengeschoss, meist zwischen Erdgeschoss und erster Etage.

Ministeriale

[lat. ministerialis = "dienend"] Ein Dienstmann, der zu der untersten Stufe des Adels gehörte, die ursprünglich unfrei war und eine Lehensverbindung eingegangen war. Bezeichnung für Beamte in karolingischer Zeit.

Mittelrisalit

Aus der Flucht des Baukörpers hervorspringender Bauteil, der häufig höher ist und ein eigenes Dach trägt.

Monopteros

[von griechisch "monos" für "einzig" und "pteron" für "Flügel"] Kleiner, runder Tempel dr Antike, der keine Mauern besitzt sondern nur aus einem Säulenkranz besteht, der das runden, selten rechteckige Dach trägt. Ursprünglich diente er vor allem als Schutz für Götterstatuen und Grabmäler.

Morganatisch

Adelsrechtliche Bezeichnung für eine unstandesgemäße Ehe.

Motte

[lat. "terra mota" = "aufgeworfene Erde"] Früher Burgentyp eines Wohnturms auf künstlichem, meist kegelförmigem Hügel

Munt

Schutzherrschaft eines Hausherrn über seine Familie sowie des Lehens- und Grundherrn über seine Vasallen und Grundholden.

Muntmann

[munt = Schutz] Fürsorgepflicht der Herrschaft gegenüber dem schutzbefohlenen "munt-mann"

Mushaus

Nebengebäude einer Burg, meist Küchen- oder Wirtschaftsgebäude, auch Speicherhaus.

Mutschierung

Erhaltung des Gesamteigentums mit geteilter Nutzung

Netzgewölbe

Gewölbe, bei dem sich die Rippen mehrfach kreuzen und ein netzartiges Muster bilden.

Neugotik

Stilrichtung des 18. und 19. Jahrhunderts, die sich stark am mittelalterlichen Baukunststil der Gotik orientiert und zusammen mit der Romantik aufkam.

Niederburg

Tiefburg

Nobilitierung

Erhebung in den Adelsstand

Nordmark

Von Kaiser Otto I. eingerichteter Verwaltungs- und Militärbezirk nördlich des Hohen Fläming und der Niederlausitz etwa bis zur Peene im heutigen Vorpommern. Keimzelle der späteren Mark Brandenburg.

Ochsenauge

Fenster, kreis- oder ellipsenförmig, vorwiegend im Barock.

Oculus

[lat. "Auge"] seit der Romanik gebräuchliches rundes oder ovales Fenster

offenes Haus

Offenhaus, Burg unter Öffnungsrecht. Der Benutzer (Lehnsmann) einer Lehensburg verpflichtete sich, dem Eigentümer der Burg ein Zugangsrecht zu gewähren und ihm das Haus zu öffnen – daher der Name. Ein Vertrag legte fest, wann Burg betreten und als Stützpunkt benutzt wurde.

Öffnungsrecht

Vertraglich zugesicherter Zugang zu einer Burg im Bedarfs- bzw. Kriegsfall. Ursprünglich nur dem König zustehend, gehörte das Recht zur Öffnung bald zu den selbstverständlichen Rechten der Lehensherren gegenüber ihren Vasallen.

Orangerie

Teil barocker Schloss- und Parkanlagen, ursprünglich für die Überwinterung der während des Sommers im Freien aufgestellten Orangenbäume und anderer südlicher Gewächse.

Orillon

abgerundetes äußeres Enede einer Bastionsflanke

Ottonische Zeit

Zeit der Ottonen, herrschende Dynastie von 950-1024

Palas

[lat. palatium = Halle] Mehrgeschossiges Hauptwohngebäude der Burg, das Wohn- und Repräsentationsfunktion vereint.

Palisadenzaun

Zaun aus nebeneinander eingerammten Holzpfählen zum Schutz vor feindlichen Angriffen

Palmette

[frz. für "kleine Palme"] Ornamentmotiv mit fächerförmig angeordneten Blättern über zwei Spiralen

Panduren

Im 17. und 18. Jahrhundert bewaffnete Leibwächter kroatischer und slawonischer Edelleute.

Patio

Innenhof eines Hauses

Patrimonialgericht

Aus dem Patrimonium (Erbgut) abgeleitete gutsherrliche Privatgerichtsbarkeit.

Patronat

Recht eines Grundherrn, Geistliche in der von ihm gestifteten Kirche einzusetzen.

Pavillon

Im französisch beeinflusstes Schlossbau des Barock speziell eine höherer Baukörper an den cken oder Enden einer Ein- oder Mehrflügelanlage

Pechnase

Nach unten zum Bewurf geöffneter vorkragender Mauererker, im Spätmittelalter eher zur symbolhaften Darstellung der adeligen Wehrhaftigkeit angebracht

Pergola

[lat. "pergula" für "Vor- bzw. Anbau"] raumbildender, oft von Efeu oder Wildreben begrünter Säulen- oder Pfeilergang. In der Renaissance klassisches Element des Ziergartens.

Pfandbesitz

Besitz einer Burg als Pfand für gegebene Geldmittel

Pfisterei

[lat. "pistor" für Müller, Bäcker] Backbetrieb eines Klosters, Stiftes oder Spitals

Pflegamt

Amtsstelle eines Pflegers oder Vormunds, der im Spätmittelalter mit administrativen und juristischen Aufgaben betraut wurde.

Pfleger

landesherrlicher Beamter, Vorstand eines Verwaltungsamtes, oftmals verbunden mit der Funktion eines Richters

Pilaster

flacher Wandpfeiler

Portikus

offener Vorbau in der Form einer Säulenhalle

Poterne

Unterirdischer Gang oder schmaler Seitenausgang mit kleinem Tor für mögliche Ausfälle.

Prellhölzer

Balken am Fuß von Schießscharten zum Abfangen des Rückstoßes von Feuerwaffen

Probst

Würdenträger und Vorsteher in Dom und Stiftskapiteln

Profanbau

Im Unterschied zum Sakralbau, der religiösen Zwecken dient, ein Gebäude für weltliche Zwecke, z. B. Burg oder Wohnhaus.

Pultdach

Dachform mit einseitiger Dachschräge

Quader

Viereckig zugehauener Stein mit glatten Kanten, der schichtweise vermauert wird.

Quadermauerwerk

Mauerwerk aus behauenen Steinblöcken.

Quadrierung

Nachahmung des Aussehens eines Quaderbaus durch das Ziehen von Scheinfugen in den Putz oder durch Bemalung.

Raitbuch

im Mittelalter ein Rechnungsbuch

Randschlag

Fläche in Rohbossen (Buckelquadern), evtl. mit Steinmetzzeichen

Rautenfenster

Fenster in Form eines schiefwinkligen Parallelogramms, dessen vier Seiten einander gleich sind.

Rayon

Bezeichnung für das Vorgelände einer Festung, welches nicht bebaut werden durfte.

Refugien

Zufluchtstätten in Kriegsnot, Wall-, Flucht- oder Fliehburgen, meist nicht dauerhaft bewohnt.

Reichsfrei

Nicht einem Landesherren, sondern alleine dem Kaiser und damit dem Reich unterstehend.

Reichsgut

Grundbesitz, der unmittelbar dem König bzw. Reich gehörte und der allgemeinen Nutzung entzogen war

Reichslehen

Vom Kaiser verliehenes Lehen aus Reichsgut, verbunden mit Hoheitsrechten.

Reisige

Gewappnete Dienstleute zum Kriegsdienst

Reitertreppe

Treppe, deren Stufen so flach und tief angelegt sind, dass sie sich mit einem Pferd benutzen lässt.

Relief

[lat. "relevare" = "erheben"] In der Bildhauerkunst halbplastische, aus der Fläche heraustretende Darstellungen. Je nach Grad der Plastizität unterscheidet man Flach-, Halb- und Hochrelief.

Remise

Neuzeitlicher Zweckbau für die Unterbringung von Geräten und Fuhrpark

Remter

Deutscher Ausdruck für den Speisesaal (Refektorium) eines Klosters oder einer Ordensburg.

Rentei

Verwaltungsgebäude für die herrschaftlichen Güter und deren Einnahmen

Rentmeister

Verwalter der Rentei

Ringgraben

Nass wesentliche Sicherung der Wasserburg, trocken umgeschließendes Hindernis um eine Höhenburg.

Ringmauer

Bering, die ganze Burg umgebende wehrhafte Mauer.

Ringwall

Vor- oder frühgeschichtliche kreisförmige Bergbefestigung

Rippengewölbe

Gewölbe, bei dem die Gewölbeschale durch Rippen gegliedert ist.

Risalit

[ital. "risalto" = "Vorsprung"] Zur Gliederung einer Wandfläche meist zentral, aber auch symmetrisch seitlich schwach vortretende Fassadenteile.

Rittersaal

Saalartig gestalteter Hauptwohnraum der Burg.

Rocaille-Kartusche

muschelförmiger Zierrahmen

Rondell

Turmartige, runde Verstärkungsbauten der Zeit von etwa 1450-1700.

Rondengang

schmaler Gang für Patrouillen, Wächter oder Schützen auf der Ringmauer einer Burg oder am oberen Ende eines Turmes

Rotunde

Rundbau

Rustika

Mauerwerk, bei dem vorhandene behauene Steine aus der Wand herausstehen, vor allem in der Renaissance

Rustizieren

Eine Oberfläche mit Hilfe spezieller Werkzeuge grob behauen.

Rüstkammer

Waffen- und Gerätekammer

Rüstlöcher

Im Mauerwerk ausgesparte Löcher zum Einstecken der Balken eines Baugerüsts.

Saalhof

vornehmster Bau eines Königshofes

Säkularisation

Auflösung der Kirchengüter unter dem Einfluss Napoléons Bonapartes durch den "Reichsdeputationshauptschluss" von 1803

Salbuch

enthält in chronologischer Reihenfolge die Abschriften aller einen bestimmten Herrschaftsbezirk betreffenden Urkunden

Salier

Bedeutendes Adelsgeschlecht im Heiligen Römischen Reich des 10. bis 12. Jahrhunderts, das auf eine Stammesgruppe der Franken zurückging.

Satteldach

Zu beiden Seiten des Dachfirstes gleichmäßig abfallendes Dach.

Sattelhof

Hof mit besonderen Gutspflichten in Händen adeliger Amtsträger

Schalenturm

nach innen offener Turm einer Wehrmauer oder einer Stadtbefestigung, Angreifer, die bereits den Turm erobert hatten, konnten vom Hof aus noch beschossen werden

Schanze

Eine ganz oder überwiegend aus Erde bestehende Wehranlage, meist mit Brustwehr und umgeben von Wall und Graben.

Scharte

Schmaler Mauerschlitz zur Belichtung dahinterliegender Räume - Lichtscharte, bei entsprechender Ausführung für den Einsatz von Schusswaffen - Schießscharte

Scharwachtturm

Aussichts- und Beobachtungsturm auf Mauerecken

Schenk

Verantwortlich für die Besorgung der zum Hofhalt erforderlichen Getränke, ihm unterstellt können auch der Bereich der Vorratshaltung sein.

Schenkelmauer

Wehrhafte Verbindungsmauer zwischen zwei Befestigungswerken.

Schießscharte

Wehrmaueröffnung – außen ein schmaler Mauerschlitz, Innenseiten weit gewinkelt; durch ihn konnte aus geschützter Stellung geschossen werden

Schildlehen

Ein gegen Kriegsdienstleistung verliehenes Lehen - ursprünglich im Unterschied zum ministerialen Dienstlehen

Schildmauer

In Mauerstärke und -höhe besonders ausgeprägte Wehrmauer an der gefährdeten Angriffsseite

Schleifung

Die restlose Beseitigung von Burgen oder Befestigungen aufgrund von gerichtlichen Urteilen oder militärischen Niederlagen durch Brand, Niederreißen, Sprengung, Abtragung oder Einebnung

Schleppgaube

Fenstergaube mit Pultdach

Schlitzscharte

Längliche Aussparung im Mauerwerk, eventuell mit kammerartiger Vorwölbung, in den meisten Fällen Licht- und Spähscharten und nur zum Teil zum Beschuss nach außen geeignet

Schlüsselscharte

Spezielle, im Spätmittelalter aufgekommene Form einer Öffnung (Scharte) innerhalb einer Befestigung zur Führung einer auf die Entfernung wirkenden Waffe, Kombination einer runden Scharte für Feuerwaffen mit der langgestreckten Form für den Bogen

Schnecke

Wendeltreppe

Schultheiß

Vom Landesherrn eingesetzter richterlicher Beamter oder Ortsvorsteher, beaufsichtigt die Arbeit auf den bischöflichen oder adeligen Gütern, hat auch die Gerichtsbarkeit in seinem Dorf inne.

Schüttkasten

Getreidespeicher

Schwaighof

[althochdt. "sweiga" = "kleine Viehherde"] ständig bewirtschafteter Hof der großen Grundherren, hauptsächlich Viehzucht und Milchwirtschaft

Schwalbenschwanzzinne

Dekorative Zinnenform der Renaissancezeit, wobei die Zinnenwände mit einer starken, schwalbenschwanzförmigen Einkerbung versehen sind

Schwibbogen

[von althochdeutsch "swibigo" = Schwebebogen] In der gotischen Architektur frei gespannter Bogen ohne ein darüber liegendes Mauerwerk

Schwippbrücke

um eine Mittelachse drehbare Brücke am Burgtor

Schwungrute

Hebebaum einer Zugbrücke.

Senkscharte

Scharte, die sich nach unten öffnet und zur Bekämpfung der Angreifer von oben diente.

Sinwellturm

Rundturm

Sohlgraben

Graben mit einem abgerundeten oder geradlinigen U-förmigen Profil, im Unterschied zum Spitzgraben

Söller

Vom Boden aus gestützter balkonartiger Ausbau am Obergeschoss eines Gebäudes.

Spätmittelalter

historischer Zeitraum zwischen ca. 1250 und 1500

Spindeltreppe

Art der Wendeltreppe, bei der sich die Treppe um eine Spindel (Mittelsäule) windet.

Spitzgraben

Graben mit einem V-förmigen Profilschnitt.

Spolie

[lt. Spolia = Raub, Beute] Von alten Gebäuden stammende und wieder verwendete Bauteile, etwa Säulen und Objekte der Bauplastik.

Sporn

dreiseitig vorspringende und nur an der vierten Seite mit dem Vorgelände verbundene Geländeform als Bauplatz einer Burg

Staffelgiebel

Ein an den Seiten treppenförmig abgestufter Giebel.

Standerker

Vom Erdboden aufsteigender Vorbau eines Gebäudes.

Steinmetzzeichen

Signaturen der Steinmetzen besonders auf Buckelquadern, dienten wohl zur Lohnabrechnung

Sterngewölbe

Aus dem Rippengewölbe entstandene spätgotische Gewölbeform, bei der die Rippen ein dekoratives sternförmiges oder netzartiges Muster bilden.

Stichbogenfenster

Fenster, das oben mit einem flach gewölbten Bogen (Stichbogen) abschließt.

Stichkappe

Kleineres Gewölbe, das quer zum Hauptgewölbe verläuft und in dieses einschneidet

Stift

Eine mit einer Stiftung meist in Form von Grundbesitz ausgestattete kirchliche Institution, deren Angehörige (Stiftsherren bzw. -damen) ursprünglich in einer Gemeinschaft zusammenlebten.

Stube

ofengeheizter Wohnraum

Stuck

Plastische Verzierung von Pfeilern, Wand und Deckenflächen; Gemisch aus Gips, Kalk, Sand, Stroh und Wasser

Sturmpfähle

an den Außenseiten der Ringmauer vorspringende, dicht gereihte Holzpfähle, die das Erklettern der Mauern erschweren sollten

Suburbium

[lat. "Vorstadt"] einer Burg vorgelagerte Siedlung

Sühne

Vertrag, der eine Fehde beendet

Sundgau

Das oberelsässiche Hügelland zwischen Oberrheinischem Tiefland, Vogesen und Schweizer Jura. Die Grafschaft Sundgau, habsburgischer Altbesitz, fiel im Rahmen des Westfälischen Friedens 1648 an den französischen König.

Tafelgut

Im hohen Mittelalter die von den Pfalzen für Unterhalt und Versorgung des reisenden Königshofes zu erbringenden Leistungen, in späterer Zeit auch das zur freien Verfügung eines kirchlichen Würdenträgers bestimmte Vermögen.

Tenaille

[frz. "Zange"] im Graben vor einer Kurtine liegendes, im spitzen Winkel zusammenlaufendes Wallsystem

Thurn und Taxis

Deutsches Fürstengeschlecht, das von den italienischen Torriani abstammt. Im 15. Jahrhundert wurde die Familie mit der Beförderung der kaiserlichen Reichspost im deutschen Reich, in Burgund und im Königreich Niederlande betraut.

Tiergarten

Park oder Teil einer Landschaft, in dem der Adel der frühen Neuzeit Jagdwild hielt.

Tonnengewölbe

Gewölbeform mit zwei gleich langen Auflagern an den Gewölbeseiten

Torturm

Turm über dem (Haupt-)Tor, in der Regel mit Schießöffnungen

Torweg

von Mauern eingefasster Weg zum Haupttor einer Burg

Tourelle

[frz. für "Türmchen"] Vorkragendes kleines turmartiges Bauteil, das massiv oder begehbar sein kann.

Traidkasten

Speicherbau für die Einlagerung der Naturalabgaben der Untertanen, auf landesherrlichen Residenzen meist massiv gebaute und eingewölbte Bauten

Traufgesims

oberstes, das Bauwerk abschließende Gesims

Treppenscharte

Stufenförmig ausgestaltete Variante einer Schießscharte.

Treppenturm

An oder seltener in ein Gebäude eingebauter Turm, in dem eine um eine vertikale Spindel siche drehende Treppe Zugang zu den hoch gelegenen Wohnräumen bietet und die einzelnen Stockwerke verbindet.

Triforienfenster

[von lateinisch "tres" = "drei" und "foris" = "Öffnung"] dreibogiges Fenster.

Trockenmauer

Mauerwerk, das ohne Mörtelverbindung aufeinder geschichtet wurde, meist vorgeschichtlich

Turmhelm

steil nach oben gezogenes Dach eines Turms

Twing

[mhdt. "twinc" für "Zwang"] Bezeichnung für einen niederen Gerichtsbezirk aus einem oder mehreren Dörfern.

Tympanon

Bogenfeld einer Tür oder Giebelfeld eines antiken Tempels

Urbani

[lat. "urbanus" = "Städter"] Ursprünglich Bezeichnung der Stadtrömer, in mittelalterlichen Urkunden anzutreffender Name einer Burg- oder Dienstmannschaft

Urbar

[althochdeutsch "Ur-beran" für "hervorbringen"] Güter- und Einkünfteverzeichnis eines größeren Grundherren

Urfehde

Die Urfehde (lat.: iuramentum pacis) ist ein durch Eid bekräftiger Verzicht auf Rache und auf weiter Kampfhandlungen.

Vasall

Lehensträger, Lehensmann, Diener des Landesherrn

Vestibül

Vorhalle, Vorraum, im Schlossbau die große Eingangshalle, von der meist die Treppe in die oberen Stockwerke abgeht.

Vikarie

Stiftung an eine Kirche oder ein Kloster

Viztum

Im Mittelalter in Süddeutschland oberster Beamter des Landes oder eines Landesteils, früher Statthalter des Königs.

Vogelherd

Ein Vogelherd ist ein Fangplatz, an dem verschiedene Vögel gefangen wurden.

Vogt

[von lat. advocatus = Amt] Schutzherr von Personen und Institutionen, besonders von Kirchen und Klöstern

Vogtei

[von lat. advocatus = Amt] Bezirk oder das Amt eines Vogtes, Amtsgebäude eines Vogtes (Verwalters)

Voitenhaus

Wohnung des Voiten (Vogts), der als Vertreter des Herren vor Ort Verwaltungsaufgaben wahrnahm

Volute

Schneckenförmig gewundene Verzierung an Kapitellen, Giebeln oder Konsolen.

Vorburg

Die der Hauptburg vorgelagerten Wirtschaftsgebäude, Unterkünfte für das Gesinde, usw.

Vorwerk

Einer Burg vorgelagerte Verteidigungswerke sowie teilweise die Außenwerke einer Bastion, auch von einem Landgut abgeteiltes Gut mit eigenen Wirtschaftsgebäuden

Votivkapelle

[lat. votum = Gelübde] Kapelle, die auf Grund eines Gelübdes oder als Dank für die Erhörung eines Gebets errichtet worden ist

Waal

Wassergraben

Wall

geformte Aufschüttung von Erde, die aus dem Ausheben eines Grabens entstanden ist

Walmdach

Satteldach, bei dem beide Giebel durch je eine weitere Dachfläche ersetzt sind

Wandelturm

Turm der von den Belagerern einer Festung gebaut wurde, um mit den eigenen Truppen die Mauern einer gegnerischen Festung zu überwinden, meist mehrstöckige Holzkonstrukte auf Rädern oder Rollen mit bis zu 30 m Höhe

Wehrbaite

Als vorgeschobener Posten befestigter Wachturm im Vorfeld einer Burg.

Wehrgang

Schmaler, zum Teil überdachter Gang auf einer Burg- oder Stadtmauer, meistens als Holzkonstruktion.

Weistum

Aufzeichnung mündlich überlieferter Gewohnheitsrechte in Form von Rechts- und Urteilssprüchen.

Welsche Haube

eine konkav ansetzende, in weitem Schwung konvex ausholende und dann wieder konkav in eine Spitze auslaufende Turmbedeckung, z.B. beim Zwiebelturm

Welscher Giebel

In der Renaissance aufgekommene Bezeichnung für ursprünglich italienische Giebelkonturen mit Halbkreisen oder Voluten.

Wendelstein

Vor die Fassade einer Burg gebauter, repräsentativ gestalteter Treppenturm.

Wenden

[lat. venedi] Der alte deutsche Name für alle Slawen.

Wichhäuschen

(auch Kampfhäuschen) Hausähnlicher, weit vorspringender Erker, zumeist aus Holz, auf einer Ringmauer oder einem Turm.

Widdum

In Süddeutschland Bezeichnung für das unbewegliche Vermögen der Pfarrpfründe und insbesondere für das Pfarrhaus und zum Unterhalt des Pfarrers dienende Güter. Auch: Das bei der Heirat vom Ehemann ausgeschiedene, rechtliche Sondervermögen, das der Ehefrau im Falle ihres Witwenstandes zusteht.

Wimperg

gotischer Ziergiebel über Tür- und Fensteröffnungen

Windlade

äußerer Wetterschutz aus Brettern an den Fenstern

Wippbaum

Hebebaum einer Zugbrücke

Wittum

Die Gabe des Gemahls an die Gemahlin bei der Eheschließung, die vor allem als spätere Witwenversorgung diente.

Wohnturm

Dauerhaft bewohnter (Haupt-)Turm einer Burganlage, der gleichermaßen Wehr- und Wohneinrichtungen aufweist.

Wolfsgrube

Eine meistens vor, manchmal aber auch hinter dem Burgtor liegende Grube, die ein zusätzliches Hindernis für potentielle Angreifer bildete und über eine Zugbrücke überquert werden musste.

Wüstung

untergegangene, von Menschen verlassene Siedlung und/oder Flurlage

Zahnfries

Fries aus übereck gestellten flachen Steinen, oft in Verbindung mit einem Rundbogenfries.

Zangenlöcher

Kropflöcher, Vertiefungen an Quadern zum Festhalten mit der Bauzange.

Zangentor

Breiter Mauerdurchlass, bei dem die Mauerenden nach innen weisen, wo sich erst das eigentliche Tor befindet. So konnten Angreifer von den Seiten bekämpft (in die Zange genommen) werden. Zangentore sind vor allem auf Burgen des Frühmittelalters anzutreffen.

Zehnt

regelmäßige Abgabe eines bestimmten Anteils (meist 1/10) der erwirtschafteten landwirtschaftlichen Erträge

Zehntstadel

Speicher zur Einlagerung des Zehntes der Getreideernte, den die Bauern an ihre Grundherren abzugeben hatten.

Zehrgaden

Vorratsraum für Lebensmittel in Burgen und Schlössern

Zeltdach

Dachform aus mindestens drei gegeneinander geneigten Flächen, die in eine Spitze zusammenlaufen, häufig bei Türmen vorkommend.

Zeughaus

Gebäude, das zur Lagerung von Waffen, Geschützen, Munition und Kriegsgerät aller Art ("Gezeug") diente.

Zimier

heraldische Helmzier

Zingel

Bering oder Ringmauer der Burg im Mittelalter

Zinne

[vom althochdeutschen "zin" für "Stab"] Zahnartige Mauerelemente, die als Brustwehr dienten und Burggebäude sowie Wehrmauern bekrönten.

Zirkularfestung

Von der Grundfläche her runde oder gerundete Artilleriebauwerke.

Zisterne

[lat. cista = Kiste] Gemauerter Wasserbehälter zum Auffangen und Sammeln von Regenwasser, meist unterirdisch.

Zugbrücke

Hölzerne Brücke über den Burggraben, die mittels Kettenwinden hochgezogen werden kann.

Zweikammerhaus

Burghaus, das im Grundriss nur aus zwei Räumen je Geschoss besteht

Zwerchhaus

Quer ("zwerch") zur Dachrichtung stehendes, manchmal mehrstöckiges Dachhäuschen über dem Hauptgesims eines Hauses, beliebte Dachzier der Renaissance.

Zwickelmauerwerk

Mauerstruktur des späten Mittelalters, bei der größere Steine in kleinteiliges Stein- bzw. Zwickelmaterial eingebettet sind.

Zwiebelhelm

Turmhaube; barocke Umformung der welschen Haube, durch Einschnürung im unteren Drittel und Streckung der Spitze erhält sie die barocke Form

Zwillingsfenster

Fenster, das durch einen Mittelpfosten in zwei Öffnungen gegliedert ist.

Zwinger

Zwischen den Mauern einer Befestigungsanlage befindliche Zwischenfläche und-räume, die der Abhaltung bzw. Verzögerung feindlicher Angriffe dienten.

Zyklopenmauerwerk

Mauerwerk mit eingestreuten großen, unregelmäßigen Steinblöcken.