Abschnittsbefestigung
Eine Anlage, die durch mehrere quer zur Hauptachse liegende Verteidigungslinien in voneinander unabhängige Abschnitte geteilt ist.
Abschnittsgraben
Burggraben, der einen Verteidigungsabschnitt von der Hauptburg abgteilt, in vielen Fällen hintereinander gestaffelt
Abschnittswall
Früh- oder vorgeschichtliche Wallanlage zur Abriegelung einer Bergnase
Abtritt
Oft ein aus dem Mauerwerk herausragender Erker auf Konsolen über dem Burggraben, nicht selten aber auch eine wandinwendige Nische, aus der ein gemauerter Schacht schräg abwärts nach außen führt.
Adel
[odal = Besitz, Eigentum] Bevölkerungsschicht, die aufgrund ihrer Familienabstammung Vorrechte hatte; im Hoch- und Spätmittelalter gliederte sich die Gesellschaft unter dem König in Fürsten, Grafen, Freiherren, Ritter und Edelknechte
Ädikula
Giebelbekrönte Rahmung von Fenstern oder Türen
Afterlehen
Von einem Lehensnehmer an einen Unterlehensnehmer weiter verlehnter Lehnsbesitz.
Agilolfinger
Frühmittelalterliches bayerisches Adelsgeschlecht, Herzöge in Bayern ab Mitte des 6. Jahrhunderts
Agnaten
Verwandte, die in männlicher Linie von gemeinsamen Vorfahren abstammen
Alkoven
[von arab. al-quobbah = das Hohle, Gewölbe] fensterlose Raumnische, meist Schlafnische
Allianzwappen
[frz. "alliance" = "Bund"] Doppelwappen, Koppelung zweier Wappen, bei denen beide Adelsfamilien über ein eigenes Wappenschild verfügten
Allod
[al = ganz, od = Gut] Althochdeutsch für Gesamtbesitz. Freies Eigentum im Gegensatz zum Lehen oder Staatseigentum, welches frei vererbt werden konnte.
Allodifizierung
Umwandlung eines Lehen- in ein Eigengut
Altan
[von lat. altare = hoch] Mit eigenem Unterbau gestützter und mit Brüstung versehener Austritt an oberen Geschossen.
Alter Zürichkrieg (1436 - 1450)
Um die Verteilung des Erbes der Grafen von Toggenburg kam es 1436–1450 zum Alten Zürichkrieg zwischen den Eidgenossen und Zürich, das sich mit Kaiser Friedrich III. von Habsburg verbündet hatte. Zürich unterlag in diesem Konfl kt bei St. Jakob an der Sihl und musste sein Bündnis mit dem Kaiser wieder auflösen.
Altstraßen
unbefestigte Naturstraßen, bis ins 18. Jh. im Gebrauch
Amtmann
Hoher Verwaltungsbeamter, insbesondere Inhaber eines Hofamts
Amtsburg
Eine Landesburg, die von einem Amtmann im Auftrag des Landes bzw. Territorialherren verwaltet und bewohnt wurde.
Angelstein
aus der Mauer vorkragender oder in die Torlaibung eingefügter Stein mit Loch oder Pfanne zur Aufnahme der Torangel
Angstloch
Öffnung oder Falltür über dem Verlies (Gefängnis), das sich meist im Untergeschoss des Bergfrieds befand.
Ansitz
Ein Gut (Hof) mit besonderer rechtlicher Stellung, meist auf dem Land. Zwischenform zwischen Burg und Schloss. Baulich kommt dies durch Repräsentations- und Wehrelemente zur Geltung, z.B. durch ein erhöhtes Herrenhaus und durch Wassergräben. In Süddeutschland und den Alpenländern Bezeichnung für kleinere, nur schwach oder gar nicht befestigte Wohnsitze von Niederadligen.
Antwerk
Mittelalterliches Belagerungsgerät
Appenzellerkriege (1405 - 1408)
Die Appenzellerkriege waren eine Reihe kriegerischer Konflikte zwischen dem Fürstabt von St. Gallen und den Gemeinden des Appenzellerlandes.
Apsis
Halbrunder oder polygonaler Altarraum von Burg- und Schlosskapellen.
Aribonen
Bayerisches Adelsgeschlecht, das zwischen etwa 850 und 1100 in Bayern und Österreich wichtige geistliche und weltliche Ämter innehatte. Als erster Graf wird Aribo (871-909) erwähnt.
Arkade
[von lat. arcus = Bogen] Reihung von Bogen über Pfeilern oder Säulen zur Gestaltung eines Raumes oder Ganges
Arkatur
Eine Folge von Arkaden in der Front von Fasseden, in Innenhöfen oder in Verbindung mit einem Offenen Gang als Bogengang.
arx
im Mittelalter poetischer Ausdruck für "Burg"
Askanier
Ursprünglich schwäbisch-fränkisches Fürstengeschlecht, dessen Name sich von der Burg Ascarien in Aschersleben ableitet und seit dem 10. Jahrhundert im östlichen Sachsen ansässig war.
Attika
Schlichte oder plastisch ausgestaltete oder auch mit Skulpturen bestellte, das dahinter liegende Dach verbergende, niederige Schmuckwand über dem Hauptgesims von Gebäuden.
Aula Regia
[lat. "Königssaal"] Hauptsaal auf Pfalzen, Ort von Staatsakten und Versammlungen
Außenwerk
Verteidigungsanlage vor dem Hauptwall einer Burg oder Festung.
Ausfallpforte
Poterne, versteckter oder schwer zugänglicher Nebenausgang der Burg. Er diente den Burgbewohnern für einen Überraschungsangriff auf die Belagerer oder auch im Notfall als Fluchtweg..
Ausflucht
[von ndt. Utlucht, Lucht = Lichöffnungsfenster] erdgeschossiger, erkerartiger Vorbau, häufig auch mehrgeschossig, vor allem im Verbreitungsgebiet der Weserrenaissance, Träger reicher Bauornamentik
Auslucht
Erkerartiger, auf dem Boden ansetzender ein- oder mehrgeschossiger Vorbau.
Axialanlage
Bauwerk, bei dem die einzelnen Gebäude axial, also entlang einer Achse ausgerichtet sind.
Backstein
Gebrannter Lehm, Ziegel.
Backsteinbau
ein aus Backsteinen ausgeführter Bau, dessen Außenseite meist unverputzt und unverkleidet bleibt
Balkenlöcher
Löcher im Mauerwerk, Spuren des Baugerüstes oder von Deckenbalkenlagen.
Ballei
Verwaltungsbezirk des Deutschen Ordens, der mehrere Kommenden umfasste, auch spätma Bezeichnung für Burghof (eigentlich umpfählter Ort, auch Bollwerk)
Balme
Höhlenburg, schweizerischer Ausdruck für Grotte, Höhle, auch Bezeichnung Loch gebräuchlich.
Baluster
Einzelsäule einer Balustrade
Barbakane
[lat. "barba canis" = "Hundsbart"] im Spätmittelalter ein besonderes hofartiges Außenwerk, das dem eigentlichen Burg- oder Stadttor unmittelbar vorgelagert ist.
Barock
[von portugiesisch barocco = schiefrund, ungleich.] Stil der europäischen Kunst von etwa 1600 (für die deutschen Gebiete erst ab 1650) bis 1750, in Bayern von 1600 bis 1730
Baron
[althdt. "baro" = "streibarer Mann"] Ein deutscher Adelstitel, seit dem 16. Jahrhundert auch Anrede für den Freiherrn. Seine persönliche Freiheit beruhte auf Großgrundbesitz und selbständig ausgeübte Herrschaftsrechten.
Basler Erdbeben (1356)
Als Basler Erdbeben bezeichnet man eine Serie von gewaltigen Erdstössen, die Basel mit fast alle Kirchen der Stadt sowie vierzig Burgen im Umkreis ab dem Nachmittag des Lukastages (18. Oktober) des Jahres 1356 in Trümmer legten. Die Stärke des Erdbebens wird mit bis zu 7,0 auf der Richterskala eingeschätzt.
Bastei
Als Rondell benutzter, mit Wall und Graben versehener äußerer Teil einer Befestigung.
Batterieturm
Meist mehrgeschossiger halbrunder Turm zur Aufstellung von Pulvergeschützen.
Bauernburg
Refugium einer Dorfgemeinschaft, gelegentlich zur Notzeit errichtete Wallburg oder feste Ringmauer mit angebauten oder im Innenraum aufgestellten Speichern (Gaden)
Bauernkrieg (1524 - 1525)
Bauernaufstand gegen Adel und Klerus in Süddeutschland und Thüringen. Hatte seinen überregionalen Beginn Mitte März 1524 im badischen Hegau. Sein Ende fand der Aufstand mit der Niederlage der Bauern bei Königshofen im Taubertal am 2. Juni 1525.
Bauhof
Meier- oder Wirtschaftshof zur Versorgung einer Burg, eines Schlosses, zumeist der Burg vorgelagert.
Baumkircher Fehde (1469/70)
Aufstand des steirischen Adels gemeinsam mit dem ungarischen König Matthias Corvinus gegen Kaiser Friedrich III. unter Führung des Andreas Baumkircher. Im Oktober 1469 wurde ein Waffenstillstand zwischen Friedrich III. und Baumkircher vereinbart. Baumkircher erhob sich im Herbst 1470 erneut gegen Kaiser Friedrich III. und wurde am 23. April 1471 trotz Zusicherung freien Geleits vor dem Murtor in Graz enthauptet.
Baunaht
Stelle, an der ein Mauerwerk an eine andere Mauer von meist andersartiger Struktur und Datierung offensichtlich anschließt
Bayerisch-Pfälzischer Erbfolgekrieg (1503 - 1505/07)
Als 1503 die Landshuter Linie der Wittelsbacher ausstarb, erhob Kurfürst Philipp von der Pfalz Erbansprüche zugunsten seines Sohnes Ruprecht, was zum Krieg gegen Herzog Albrecht von Bayern-München führte. Der Friedensschluss erfolgte auf den Reichstagen zu Köln 1505 und Konstanz 1507.
Bayerischer Krieg (1420/22) (1420 - 1422)
Der Bayerische Krieg war eine Auseinandersetzung zwischen Ludwig VII. von Bayern-Ingolstadt und Heinrich XVI. von Bayern-Landshut.
Bayerischer Krieg (1458/63) (1458 - 1463)
Der Bayerische Krieg war Folge der Expansionsbestrebungen der Fürstentümer, dabei stand Markgraf Albrecht Achilles aus dem Hause der Hohenzollern, der zu diesem Zeitpunkt bereits die Fürstentümer Brandenburg-Kulmbach und Brandenburg-Ansbach in seiner Hand vereinte Ludwig dem Reichen als Herzog von Bayern-Landshut aus dem Hause der Wittelsbacher gegenüber.
Bede
Abgabe im Mittelalter, die zur Abwendung einer Notlage von der Herrschaft erbeten wurde
Belagerungsburg
["trutz" mhdt. für trotzen] Wehranlage zur Sicherung von Machtansprüchen (Gegenburg) oder zur Belagerung und Eroberung von Besitztümern kornkurrierender Machthaber (Belagerungsburg).
Beletage
[frz. das schöne oder edle Geschoss] Bevorzugtes und äußerlich repräsentativ akzentuiertes Geschoss eines adligen Palastes oder Schlosses bzw. eines großbürgerlichen Hauses
Belfried
Hoher, oft schlanker Glockenturm, der besonders für flämische Städte typisch ist.
Belvedere
[ital. = "Schöne Aussicht"] Hochgelegener Gebäudeteil mit schöner Aussicht, Aussichtspunkt in Parkanlagen, Name von Lustschlössern.
Beneficium
[lat., Wohltat] im Mittelalter: das Lehen
Berfes
niederdeutscher, vor allem niederrheinischer bäuerlicher Wehrturm, in Friedenszeiten auch als Heulager o. ä. verwendet, häufig in Fachwerk
Bering
Erdwall oder gemauerte Erhöhung zwischen zwei Gräben. Bei Burgen stark befestigte Mauer mit entsprechenden Wehreinrichtungen wie Wehrgang und Zinnen.
Berme
[von frühneuhochdeutsch "Barm" für Anhäufung, Erhebung] Horizontale, ein bis mehrere Meter breite Fläche zwischen dem Fuß einer Mauer oder eines Walls und dem davor liegenden Graben zur Stabilisierung der Mauer oder des Walls.
Beständner
Pächter, Mieter
Biedermeier (1815 - 1848)
Zeitraum zwischen 1815 und 1848, bezieht sich meist auf eine in diese Zeit entstehend eigenständige Kultur und Kunst des Bürgertums
Biforen
Romanische bis frühgotische Fensterform mit säulengestützter doppelter Bogenstellung.
Bischofsburg
Eine von einem (Erz-)Bischof erbaute oder besessene Burg.
Blashaus
Wachhaus auf einer Burg, von dem aus ein Trompeter duch das Blasen eines Horns die Ankunft von Feinden oder Besuchern verkündete.
Blattfries
Bandförmige Verzierung mit stilisiert gestalteten Blättern.
Blendbogen
Einer Wand vorgesetzter (vorgeblendeter) Schmuckbogen.
Blende
In der Mauer zurückgesetztes Feld, das für Fenster und Türen ausgespart wurde.
Blendmaßwerk
Bezeichnung für ein an einer geschlossenen Wand angebrachtes Maßwerk
Blide
Mittelhochdeutsch für eine Steinschleuder mit bis zu 400 m Schussweite.
Böcklerkrieg (1468 - 1469)
Bereits 1466 hatte sich die Ritterschaft des Bayerischen Waldes unter Führung des Hans von Degenberg zum „Böcklerbund“ zusammengeschlossen, war dann aber 1468/69 im Böcklerkrieg vom Herzog niedergeworfen worden.
Bodenreform
In der damaligen sowjetischen Besatzungszone durchgeführte entschädigungslose Enteignung aller landwirtschaftlichen Betriebe von mehr als 100 ha sowie der Parzellierung und Vergabe an Neubauern.
Bogenfeld
Das von einem Bogen und seiner Kämpferlinie umgrenzte Giebelfeld über Fenstern und Türen.
Bogenfries
Fries aus aneinandergereihten Bögen.
Bogengang
Ein Durchgang, der durch mehrere aufeinander folgende Gewölbe entsteht.
Bollwerk
Bezeichnung für Festungswerke wie Geschützturm, Rondell oder Bastion.
Boskett
[frz. "bosquet" für "Wald"] Lustwäldchen innerhalb eines Barockgartens, eingerahmt von in geometrisch exakte Formen geschnittenen Bäumen und Büschen, oft mit Rasen im Inneren.
Bosse
überstehendes Material eines Natursteins in einer Mauer
Bossenquader
Buckelquader ohne Randschlag.
Briefadel
Nicht ererbtes, sondern aufgrund besonderer Verdienste durch ein fürstliches Diplom geschaffener Adel.
Bruchsteinmauerwerk
Mauerwerk aus rohen Natursteinen.
Brustwehr
Mauerteil eines Wehrganges, der den Verteidiger bis zur Brust schützt, meist oberer Abschluss der Ringmauer.
Buckelquader
Steinquader mit kissenförmigem Wulst zur Außenseite und sorgfältig geglätteten Rändern, besonders im staufischen 13. Jahrhundert beliebt.
Burg
Im Mittelalter der befestigte Wohnsitz eines adligen Herrn. Seit dem 15. und 16.Jahrhundert wird gleichbedeutend mit Burg auch Schloss verwendet.
Burgfrieden
Befriedeter Bezirk in und um eine Burg, in welchem Friede und Sicherheit von der Herrschaft garantiert und bei Bruch bestraft wurde.
Burggraf
Königlicher oder bischöflicher Militärbeamter auf einer landesherrlichen Burg, der ab dem 15. Jahrhundert auch richterliche Aufgaben wahrnahm.
Burggut
ursprünglich identisch mit "Burghut", später aber die Vergütung des Burgendienstes durch reale Güter anstelle der früheren Entlohnung durch Geld
Burghut
ritterlicher Dienst zur Behütung der Burg eines Landesherrn
Burglehen
Einkünfte verschiedener Art mit der Auflage, dafür bei der Verteidigung der Burg mitzuwirken
Burgleute
Burgmannen
Burgmannen
Meist Angehörige des niederen Adels, die zur Verteidigung der Burg ihres Lehensherrn verpflichtet sind.
Burgmannshof
Wohnsitz eines Burgmannen oder einer Burgmannenfamilie, oft in einer Vorburg oder in der Nähe der Stadtbefestigung, teilweise mit Verteidingscharakter
Burgschloss
Ein aus der mittelalterlichen Burg gewachsener wehrhafter Schlossbau, bei dem die Burgelemente deutlich im Vordergrund stehen.
Burgsitz
Ritterhäuser auf dem Dorf oder in der Stadt sowie Kleinburg
Burgstadel
Kleinere Burg oder Burgruine.
Burgstall
Bauruine, geringfügige Überreste oder auch nachweisbarer Platz einer ehemaligen Burganlage, auch kleine Burganlage
Burgunderkriege (1474 - 1476)
Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen dem Herzogtum Burgund und der Schweizer Eidgenossenschaft. In der Schlacht bei Murten im heutigen Kanton Freiburg am 22. Juni 1476 fügten die Eidgenossen Burgunderherzog Karl dem Kühnen die entscheidende Niederlage bei.
Burgus
römischer Wartturm
Burgwall
Bezeichnung einer vor- oder frühgeschichtlichen Burg, deren Ringmauer in Form eines Walles erscheint
Burgward
Im 10. bis 12. Jahrhundert eine burg mit dazugehörigem Besitz im deutsch-slawischen Grenzgebiet an Saale, Mittelelbe, Havel und Mulde. Als Rechtsbezirk umfasste ein Burgward ein politisch-militärisches Zentrum mit rund 10 bis 25 Dörfern.
Burgwerk
Die Verpflichtung von Untertanen und Lehnmannen zum Bau oder zur Instandsetzung einer Burg oder eines Festungswerks beizutragen, sei es durch körperliche Arbeit oder durch materielle Unterstützung.
Butterfassturm
runder Bergfried, der sich nach oben verjüngt
Cabinet
[frz. "Kabine"] Hinterzimmer, Rückzugsraum
Campagne
Bezeichnung für ein Herrenhaus im Raum Bern, zu einer Campagne gehören keine Herrschaftsrechte
Castellum
Im Mittelalter allgemeine Bezeichnung für "Burg".
Castrum
Römische Bezeichnung eines befestigten Standlagers, im Mittelalter für Burg und befestigte Stadt gebräuchlich
Cent
Amts- oder Gerichtsbezirk aus der früheren Gaueinteilung, der im Fränkischen hundert frei Familien umfasst haben soll.
Chambre
[frz. Zimmer, Kammer] abgetrennter Wohnraum
Corps de logis
[frz. etwa "Gesamtheit der Unterkünfte"] Bezeichnung für das in der Mitte liegende Hauptgebäude eines Schlosses, das die Repräsentations- und Wohnräume beherbergt
Cour d'honneur
[frz. "Ehrenhof"] dreiseitig von Gebäuden umschlossener Empfangshof bei barocken, in der Regel symmetrischen Schlossanlagen
Curtis
[lat. "curtis regia" = Königshof, Gutshof] Bezeichnung für (befestigte) Höfe insbesondere der merowingisch-karolingischen Zeit (7./8.Jh.), die Bezeichnung wird auch noch im Hochmittelalter verwendet.
Dachreiter
schlankes Türmchen, das auf den Dachfirst aufgesetzt wird
Dernbacher Fehde (Anfang 13.Jh. - 1333)
Fehde zwischen den Grafen von Nassau und den Adlien von Dernbach. Die Fehde soll Anfang 13.Jh. begonnen haben und erst 1333 mit dem Sieg der Nassauer geendet haben.
Devolutionskrieg (1667 - 1668)
Der Devolutionskrieg war ein militärischer Konflikt zwischen Spanien und Frankreich, in dem König Ludwig XIV. von Frankreich Teile der Spanischen Niederlande beanspruchte. Der Krieg wurde am 2. Mai 1668 mit der Unterzeichnung des Friedens von Aachen beendet, in dem Spanien einige Territorien abtreten musste.
Dienstmannenburg
Burg, die einem Dienstmann oder Ministerialen von seinem Herren verliehen wurde.
Domäne
[lat. "dominium" = "Herrschaft"] Seit dem 17./18. Jahrhundert Bezeichnung für ein dem Staat oder Landesherren gehörendes land- oder forstwirtschaftliches Gut.
Domanium
Landesherrlicher Besitz, der dem Herzog/Großherzog direkt steuerpflichtig war
Domkapitel
Bezeichnung für alle an der Kathedrale des Bischofs beteiligten Geistlichen, Teil der Bistumsverfassung.
Donjon
In Frankreich bzw. der normannischen Architektur des 11. und 12. Jahrhunderts Bezeichnung für eine befestigte, von einem mehrgeschossigen, bewohnten Turm dominierte Burganlage.
Doppelburg
zwei selbständige Burganlagen, zu einer Verteidigungseinheit zusammengefasst
Doppelkapelle
Eine im Mittelalter vorkommende Form des Sakralbaus, bei der zwei Kulträume mit eigenen Altären und meist identischem Geschossgrundriss übereinander im gleichen Gebäude errichtet wurden.
Dossierung
Schrägstellung einer Mauer zur Verbesserung der Standfestigkeit.
Drempel
Kniestock, im Dachgeschoss über den Fußboden hinausragender Teil der Außenmauern bis zum Dachansatz
Dritter Geldrischer Erbfolgekrieg (1543)
Kriegerische Auseinandersetzung um das Herzogtum Geldern zwischen den Vereinigten Herzogtümern Jülich-Kleve-Berg und Kaiser Karl V. im Jahr 1543. Der Konflikt endete im gleichen Jahr mit dem Vertrag von Venlo.
Droste
Mittelniederdeutsche Form von Truchsess, seit dem Spätmittelalter in Nordwestdeutschland ein vom Landesherren eingesetzter Verwaltungsbeamter bzw. Amtmann, der auch richterliche Befugnisse besaß.
Dürnitz
heizbarer Raum oder Saal einer Burg als Aufenthalts- und Speiseraum.
Dynastenburg
Burg eines Herrschergeschlechts (Dynastie) und Verwaltungsmittelpunkt eines Fürstentums.
Eckquaderung
Art der Kantensetzung, an den Ecken von Bauwerkden aus Bruchstein. Dabei werden die Steine meist so gelegt, dass die Breit- und Schmalseiten abwechselnd übereinander liegen.
Eckwarte
aus der Mauerfront hervorstehende Warte an der Ecke eines Gebäudes oder einer Burgmauer
Edelfreie
Hochadlige Geschlechter, Nachkommen von Grundherrenfamilien
Edelmannssitz
kleiner unbefestigter oder nur leichtbefestigter Sitz eines niederen Adelsmannes
Ehrenhof
Hof eines Barockschlosses, der von drei Flügeln umschlossen ist
Eigenleute
unfreie Zinsbauern, Leibeigene
Einung
Bezeichnung einer in der mittelalterlichen Rechtssprache zunächst auf Eid gegründeten vertraglichen Übereinkunft (coniuratio).
Eltzer Fehde (1331-1336/37)
Die Eltzer Fehde entstand infolge der 1331 beginnenden Bemühungen des Trierer Erzbischofs und Kurfürsten Balduin von Luxemburg, die reichsministerialen Ritter der Burgen Ehrenburg, Eltz, Schöneck, Waldeck in das Trierer Amts- und Dienstrecht einzugliedern und sie einem einheitlichen, landesherrlichem Verwaltungsaufbau unterzuordnen. 1336/37 wurde die Fehde wohl zu seinen Bedingungen beendet und gesühnt.
Empirestil (1800 - 1830)
Unter Napoleon I. in der französischen Kunst von etwa 1800 bis 1830 herrschender, vor allem Mobiliar und Innendekoration umfassender Stil.
Empore
Zwischengeschoss
Enfilade
[frz. "aufreihen"] Zimmerflucht in einem Schloss, wobei die Türen und Zugänge an einer Achse liegen
Epitaph
[altgriechisch "das auf dem Grab Befindliche"] Denkmal zum Gedenken an einen Verstorbenen
Eremitage
[frz. "ermitage" für Einsiedelei] Ursprünglich einsam gelegene Klausen und Kapellen, in denen Geistliche, Mönche oder religiöse Laien (Eremiten) durch Gebete und Askese Einklang mit Gott und der Natur suchten. Im Barock und Rokoko wurden Eremitagen als optische Gestaltungselemente für die höfische Gartenkunst entdeckt.
Erster Markgrafenkrieg (1449 - 1450)
Auseinandersetzung wischen der freien Reichsstadt Nürnberg und dem Ansbacher Markgrafen Albrecht Achilles
Erzbischof
Über mehreren Bischöfen stehender Bischof; auch bloßer Ehrentitel
Erzherzog
Titel der Habsburgerprinzen, 1358/59 im "Privilegium majus" von Rudolf IV. dem Stifter beansprucht, aber erst von Friedrich III. 1453 anerkannt.
Erzstift
Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation Bezeichnung für die Landesherrschaften der Erzbischöfe in ihrer Eigenschaft als weltliche Fürsten.
Esplanade
[von lat. "explanare" für "einebnen"] In der Festungsbaukunst das freie Schussfeld zwischen Stadt und Zitadelle.
Eversteiner Fehde (1404 - 1409)
Eversteinsche Fehde, Erbfolgekrieg der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg, Heinrich und Bernhard gegen Lippe.
extra muros
In rechtlicher und baulicher Weise außerhalb der Burg- oder Stadtmauern gelegen.
Fallturm
Gefängnisturm
Fehde
Auseinandersetzung zwischen Adeligen, auch zwischen Bischof und Adel, begonnen wird der Konflikt mit dem Überbringen oder Anheften des Fehdebriefs, beendet wird der Konflikt mit der Leistung der Urfehde
Feldseite
Die zum Feld (d.h. zum Angreifer) gewandte Seite eines Burg- oder Schlossbauteiles.
Felsenburg
Spezielle Art der Höhenburg, die nicht nur auf dem Felsen, sondern auch in diesen hinein gebaute wurde. Wesentliche Bestandteile sind Kammern, Keller, Treppen oder Zisternen.
Felsturmburg
Burg, die auf einem Felsen mit steil abfallenden Wänden errichtet wurde und nur über eine Holzkonstruktion oder eingehauene Treppe zu erreichen war.
Festes Haus
Erstmals im 10. Jahrhundert aufkommender Typ eines mit relativ starken Mauern versehenen. meist dreistöckigen Gebäudes, das zugleich Wehr-, Wohn- und Repräsentationszwecken diente und oftmals das Hauptgebäude einer Burg darstellte.
Festinbau
[französisch "Festin" für Fest, Bankett] repräsentativer Schlossbau
Feudalburg
Lehensburg
Feudalherr
[von lat. feodum = Lehen] Lehen, d.h. Grundherr, -eigentümer der Lehen mit zunächst befristetem, später unbefristetem Nutzungsrecht gegen Dienste bzw. Abgaben an andere "Besitzer" verleiht
Fiale
[ital. "foglia" = Nadel] aus Stein gemeißelte, schlanke und spitz auslaufende Türmchen, Stilelement der gotischen Architektur
Fideikommiss
Vermögen, das durch private Willenserklärung für unveräußerlich erklärt wurde, um in einer Familie zur Erhaltung ihres Ansehens von Geschlecht zu Geschlecht vererbt zu werden.
Filterzisterne
Zisterne mit brunnenähnlichem Entnahmeschacht in der Mitte. Der Raum zwischen Entnahmeschacht und Grubenwand ist mit Sand und Steinen als Filtermaterial gefüllt, durch den das eingeleitete Wasser in den Schacht sickert.
Fischgrätenverband
Mauerwerk mit fischgrätenartig formierten Steinlagen
Flankierungsturm
Halbrunder oder eckiger, aus der Ring- oder Zwingermauer vortretender Turm, der diese seitlich, also flankierend, schützen sollte.
Fledermausgaube
Dachgaube ohne Seitenwangen mit geschwungenem Dachverlauf
Fliehburg
Bezeichnung für frühmittelalterliche Großburgen, deren vorrangiger Zweck es war, größeren Siedlungsgruppen als vorübergehenden Aufenthaltsort zu dienen. Nach dem heutigen Stand der Forschung trifft dies aber nur in Einzelfällen zu.
Französischer Revolutionskrieg (1792-1801)
Kriegszüge der Girondisten während der französischen Revolution gegen das von Preußen unterstützte Österreich. Der Krieg endete 1801 mit dem Frieden von Lunéville.
freiadeliges Gut
Adeliger Grundbesitz, der nicht der allgemeinen Landessteuer unterlag.
Freiheit
Minderstadt mit stadtähnlichen Rechten am Fuße einer Burg
Freiherr
Adelstitel; ursprünglich freier Herr, später feststehende Standesbezeichnung
Freisasse
Besitzer eines Freigutes (Freihof), eines Landgutes, das frei von öffentlichen oder grundherrlichen Abgaben bzw. Diensten war.
Freitreppe
Steintreppe vor der Hauptfassade ohne Dach, oft repräsentativ durch Sockelmauer, Bogen und Konsolen gestaltet
Friderizianisches Rokoko
Eine Form des Rokoko, die in Preußen unter Friedrich II. dem Großen entstand und Einflüsse aus Frankreich und den Niederlanden vereinte. Bekannte Bauwerke dieses Stils sind Schloss Sanssouci und das Stadtschloss in Potsdam.
Fron
[althdt. "Fron" = "Herr"] Arbeitsleistung, die der Unfreie für den Herrn bzw. die Grundherrschaft leisten musste
Fronhof
Herrenhof mit Herrenland (Salland), von unfreiem Hofgesinde und den abhängigen Hufenbauern bewirtschaftet, Verwalter der Fronhöfe waren meist die Meier
Frontispiz
[von lat. frons = Stirnseite bzw. frontispicium = Vorderansicht] Frontgiebel bzw. Giebeldreieck über dem Mittelrisalit eines Gebäudes
Frontturmburg
Burgentypus vor allem des Spätmittelalters, bei der ein größerer Turm, üblicherweise der Bergfried oder der Wohnturm, zum Schutz der dahinter liegenden Bauten sowie zur Machtinszenierung an die Angriffsseite rückte.
Fronveste
Festung, für die Fronarbeit geleistet wurde, öffentliches Gefängnis
Frühmittelalter
Historischer Zeitraum zwischen ca. 500 und 1050
Fugger
Bayerisch-Schwäbisches Kaufherrengeschlecht, das seit 1367 in Augsburg ansässig war und als Weberei- und Leinwandhändler sowie als Bankiers berühmt wurde.
Fürst
Im 10. Jahrhundert Bezeichnung der Herzöge, welche die Spitze der Stämme, z.B. Franken, anführten; später zählten zu ihnen Grafen und geistliche Fürsten, Erzbischöfe und Äbte
Fürstenburg
Burg als Residenz eines regierenden Fürsten, häufig wichtiger Teil der Landesverteidigung
Fürstenkrieg (1458 - 1463)
Bewaffnete Auseinandersetzung, die sich über weite Teile Süddeutschlands erstreckte. Ausgangspunkt waren machtpolitische Ambitionen des Markgrafen Albrecht Achilles von Brandenburg-Ansbach, der eine Vormachtstellung in Franken erreichen wollte. Unter Vermittlung des böhmischen Königs Georg Podiebrad kam am 22./23. August 1463 in Prag ein Friedensschluss ("Prager Friede") zustande, der das Mächtegleichgewicht in Franken vorübergehend wiederherstellte.
Futtermauer
Aus statischen Gründen errichtetes Fundament für eine Wehrmauer.
Gaden
Vor allem in Süddeutschland sind Gaden oft Teil einer befestigten Kirche, dabei handelt es sich um Lagergebäude, die von innen an die Wehrmauern der Kirchenburg angefügt wurden.
Ganerben
[althochdeutsch "gan" = "gemeinsam"] Erbengemeinschaft an einem Burgbesitz
Ganerbenburg
[althochdeutsch "gan" = "gemeinsam"] Burg einer ritterlichen Erbengemeinschaft (Ganerbenschaft). Das Zusammenleben auf der Burg wurde durch den "Burgfrieden" geregelt.
Gastalde
Verwalter von Gütern in königlichem, adeligem, bischöflichem oder städtischem Besitz. Oft saßen Gastalden auf den Burgen der Trienter Bischöfe und verwalteten deren Güter
Gau
Im Fränkischen Reich Amtsbezirk eines Grafen, später meist nur noch eine Landschaftsbezeichnung
Gaube
Dachhäuschen, kleines Giebelfenster mit Walmdach.
Gebück
Dichte Hecke im Vorfeld der eigentlichen Befestigungsanlagen als erstes Hindernis.
Gemeinerburg
Eine durch Beitritt Außenstehender entstandene Burggemeinschaft.
Geroldsecker Krieg (1426 - 1434)
Nach dem Aussterben der Geroldsecker Linie Lahr-Mahlberg mit Heinrich III. 1426 erhält Graf Johann von Mörs-Saarwerden deren Besitzungen, worauf es zum Geroldsecker Krieg, unter Beteiligung mehrerer südwestdeutscher Adeliger, kommt.
Geschlechterturm
Patrizierturm, städtischer wehrfähiger Wohnturm adeliger Geschlechter
Gesims
Waagerecht verlaufendes Bauglied an Fassaden und Wandteilen; schmückt als profilierter, verzierter Abschluss die Wand
Gewände
Um eine Fenster- oder Türöffnung schräg geführte Mauerfläche; oft profiliert oder mit eingestellten Säulen, Figuren und Ornamenten geschmückt
Giebelfeld
Von den Schrägen eines Satteldachs eingeschlossene Wandfläche eines Gebäudes.
Gipfelburg
Die zu den Höhenburgen zählenden Gipfelburgen sind auf einer markanten, oft steil aufragenden, zum Teil felsigen Bergkuppel angelegt worden, die sie meist ganz einnahmen. Blütezeit des Gipfelburgenbaus war das 11. bis 13. Jahrhundert.
Gisonen
Mittelalterliches Adelsgeschlecht im Norden Hessenes, Giso I. wurde 1008 erstmals urkundlich erwähnt. 1122 starben die Gisonen aus, ihre Grafschaft fiel an die Landgrafen von Thüringen.
Gotik
[ital. il gotico = barbarisch, nicht antik] Stilepoche des Mittelalters – von ca. 1250 bis 1500 – ; Elemente in der Baukunst sind Spitzbogen, Strebepfeiler, Portale
Graf
[lat. comes, althochdt. "grafio" = "Befehlender"] oberstes Verwaltungsorgan einer Grafschaft als Vertreter des Landesherren, Organisator des Heeresaufgebots, Erheber des königlichen Zolls und verantwortlich für den Schutz des Königs
Grafen von Montfort
Bis ins 18. Jahrhundert hinein das bedeutendste Hochadelsgeschlecht der Bodenseeregion. Es heißt nach seinem nahe der Schweizer Grenze im Vorarlberg gelegenen Stammschloss Montfort.
Gräfte
In Westfalen Bezeichnung für einen (breiten) Wassergraben oder Hausteich
Grangie
klösterlicher Eigen- und Wirtschaftshof
Grauwacke
grauer bis graugrüner Sandstein
Grenzbefestigung
In Gebirgstälern, Klausen, Sperrmauern, gelegentlich mit Torbauten und Türmen. Auch Sperren in Verbindung mit einer Höhenburg als Zollstätte.
Grenzburg
Burgen größerer Landesherren, die in Grenzbereichen, etwa einer Mark, den Besitz gegenüber mächtigen Nachbarn sichern oder markieren sollten.
Gründerzeit
Im weiteren Sinn die wirtschaftliche Blütezeit von 1870 bis 1900.
Grundherrschaft
Herrschaft über Land und die darauf ansässigen Leute, wird von den Grundeigentümern ausgeübt, Eigenleute sind zu Abgaben und Dienstleistungen verpflichtet und unterstehen der Gerichtsgarkeit des Grundherren
Gurtbogen
Verstärkender Bogen quer zur Längsachse eines Gewölbes, der zuweilen auch die Jochteilung markiert.
Güssinge Fehde (1289)
Fehde zwischen dem habsburgischen Herzogtum Österreich und Steiermark und den ungarischen Herren von Güns im deutschwestungarischen Grenzbereich. Die österreichischen Truppen blieben siegreich, die eroberten Herrschaften mussten allerdings nach dem Friedensschluss von Hainburg (1291) wieder an die Günser Herren zurückgegeben werden.
Gutshaus
Die Wohnhäuser der Gutsbesitzer bzw. der Gutsverwalter werden als Guts- oder Herrenhäuser bezeichnet. Pirang (1926-1930, Bd. 1, 25) stellt fest, dass die Bezeichnungen "Gutshaus", "Herrenhaus" und "Schloß" im allgemeinen Sprachgebrauch nicht festgelegt sind. Als "Gutshaus" gilt häufig ein bescheidenes Wohnhaus,... (Abts, Carola; "Die Güter der Insel Rügen und ihre Gärten"; TU Berlin; 1998)
Haberkasten
Lagerraum für leichteres Getreide wie Gerste und Hafer
Hafturfehde
Im Zuge einer Hafturfehde versprach ein freigelassener Häftling eidlich, sich nicht an den für seine Verhaftung Verantwortlichen zu rächen.
Halbwalmdach
Satteldach, bei dem nur der obere Teil des Giebels abgewalmt ist
Halfenfamilie
Halfen, Halfwinner; Bezeichnung für Personen, an die ein Hofgut zwecks Bewirtschaftung vergeben wurde, ursprünglich hatten sie die Hälfte Ertrages abzuliefern – daher der Name
Halsgraben
Ausgeprägt tiefer Graben, der eine Burg auf einem Bergsporn oder einer Bergzunge vom Hinterland abtrennt.
Hanggraben
In die künstlich abgesteilte Böschung gelegter, umlaufender Ringgraben
Hauptburg
Bei größeren Anlagen meist an höchster Stelle gelegene Kernburg oder innere Burg, die durch einen Halsgraben von der Vorburg getrennt und so doppelt geschützt ist
Hausberg
Ein “Hausberg” war im Mittelalter ein “befestigtes Haus” auf einem Berg oder auf einer (natürlichen oder künstlichen) Erhebung.
Hausburg
Palasburg, anstelle des Bergfrieds verteidigungsfähiges Wohngebäude
Hausmeier
[lat. major domus] zunächst Verwalter des Hauses und des Hofes, mit Zunahme der Macht Leiter der Regierungsgewalt
Hausrandburg
Burg, deren Bering aus einem Hof einschließenden Gebäuden besteht
Heimfall
Einziehung eines Lehens durch den Lehensherrn nach dem Tod des Lehnsinhabers oder dem Erlöschen der Familie
Helmdach
Dachform mit vier niedrigen Giebeln, von denen Grate zu einer Spitze aufsteigen. Die vier Dachflächen sind ebenmäßig geformt und meist gleich groß.
Hennenkrieg (1474 - 1475)
Als Hennenkrieg werden kriegerische Auseinandersetzungen zwischen dem unter habsburgischem Einfluss und der Kontrolle des Gotteshausbundes stehenden Unterengadin einerseits und dem habsburgischen Tirol anderseits bezeichnet.
Herrenhaus
Der Begriff "Herrenhaus" wird meist für reicher gestaltete, architektonisch anspruchsvolle Wohngebäude verwendet. … " Das Herrenhaus hingegen hat nicht nur politische, sondern auch ökonomische Aufgaben zu erfüllen. Es war Mittelpunkt eines mehr oder weniger großen Gutsbezirkes, ... .Nicht wenige Räume des Hauses dienten wirtschaftlichen Zwecken, ..." (Pilz/ Grabe; 1987, 13). Hirschfeld (1935, 23) stellt als wesentlich für die Unterscheidung zwischen "Schloß" und "Herrenhaus" heraus, dass "...das Herrenhaus weder in der Wirklichkeit noch in der Betrachtung von seiner baulichen Umgebung getrennt werden..." darf. Eine strenge Differenzierung zwischen Guts- und Herrenhaus ist schwierig, deshalb empfiehlt Pirang (1926-1930, Bd. 1, 25) "...die einheitliche Bezeichnung Herrenhaus" für alle Erscheinungsformen dieser Gebäudegattung als Sammelnamen... (Abts, Carola; "Die Güter der Insel Rügen und ihre Gärten"; TU Berlin; 1998 )
Herrensitz
meist leicht befestigter, massiver Wohnsitz eines Adligen
Herzog
[lat. dux] ursprünglich gewählter militärischer Anführer, später oberhaupt eines Stammes, zuletzt Titel eines Territorialfürsten, Angehöriger des hohen Adels im Rang zwischen König und Fürst
Hessischer Bruderkrieg (1460)
Auseinandersetzung nach dem Tode des Landgrafen Ludwig I. von Hessen zwischen seinen Söhnen Ludwig 'II. und Heinrich III. zur Durchsetzung von Gebietsansprüchen.
Heveller
Stamm an der mittleren Havel, der zu den Elb- und Ostseeslawen gehörte. Hauptburg und Fürstensitz war seit dem 9. Jahrhundert die heute zerstörte Brandenburg ("Brennaburg").
Hildesheimer Stiftsfehde (1519 - 1523)
Die Hildesheimer Stiftsfehde bezeichnet einen Konflikt zwischen dem Hochstift Hildesheim und den welfischen Fürstentümern Braunschweig-Wolfenbüttel und Calenberg. Die Stiftsfehde endete mit dem Quedlinburger Rezess im Jahre 1523.
Hintersasse
Abhängiger, der in der Hierarchie hinter (unter) seinem Grundherrn sitzt
Historismus (1840 - 1914)
Aufgreifen vergangener Baustile bzw. historischer Gestaltungselemente in der Architektur
Hochburg
Hauptburg einer Burganlage
Hochmittelalter
Historischer Zeitraum zwischen ca. 1050 und 1250
Hochschloss
Anlage, bei der die Wohnlichkeit und der Anspruch auf Repräsentation schon dem Schlossbau entspricht, bei der aber die strategisch günstige Lage auf dem Berg, oft oberhalb einer Stadt, beibehalten wurde.
Hochstift
zusammenfassender Begriff für die Verwaltungsorganisationen eines Bistums, reichsunmittelbares geistliches Fürstentum eines Bischofs, weltlicher Herrschaftsbereich eines Bischofs
Hofamt
Amt am herrschftlichen Hof, z. B. Kämmerer, Mundschenk, Truchsess, Marschall
Hofmark
Großräumige Grundherrschaft, die mit der Edelmannsfreiheit verbunden ist, Abgabenfreiheit gegenüber dem Landesherrn und niedere Gerichtsbarkeit innerhalb des Grundbesitzes (in Bayern bis 1848)
Hofmarksschloss
Verwaltungsmittelpunkt einer Hofmark, architektonisch trägt es symbolhaft die Zeichen der Edelmannsfreiheit: Abgehobene Lage, Wassergräben, Torturm, Zinnen und Schießscharten.
Hofmarschall
[von althochdeutsch "marah scale" = Pferdeknecht] Im Frühmittelalter zunächst Aufseher für die Pferde des Herrschers, später Aufseher über die gesamte Hofhaltung
Hofstatt
Platz, auf dem ein Hof oder ein Gebäude stand oder steht
Hohenzollern
Deutsches Fürstengeschlecht mit der Zollernburg in der Schwäbischen Alb als Stammsitz. 1214 teilte es sich in die fränkische und schwäbische Linie. Aus ersterer ging die brandenburgisch-preußische Linie hervor, die 1412 die Markgrafschaft Brandenburg mit Kurwürde erhielt und ab 1701 den König in Brandenburg-Preußen sowie von 1871 bis 1918 den deutschen Kaiser stellte.
Hoher Mantel
Schildmauer
Höhlenburg
Burg, die natürliche Höhlen oder überhängende Felswände durch eine nach außen abschließende Wehrmauer als Wohnraum gestaltet.
Holländischer Krieg (1672 - 1679)
Ausgelöst wurde der Holländische Krieg durch einen Angriff des französischen Königs Ludwig XIV. und dessen Verbündeten auf die Vereinigten Niederlande.
Holzburg
frühma Burganlage, aus Holz errichtet
Hurde
Über die Ringmauer oder die Außenwand eines Burggebäudes balkonartig nach außen vorspringende, hölzerne Wehrgänge.
Hussiten
Anhänger des tschechischen Kirchenreformers Jan Hus, der auf dem Konzil von Konstanz zum Tode verurteilt und 1415 verbrannt wurde.
Hussitenkrieg (1419 - 1434/39)
Bezeichnung für eine Reihe von Auseinandersetzungen und Schlachten, ausgehend vom Gebiet des Königreichs Böhmen. Ausgangspunkt waren reformatorische bzw. revolutionäre Strömungen, die sich ab 1415 nach der Verbrennung des Theologen und Reformators Jan Hus herausbildeten. Als politischer und wirtschaftlicher Sieger der Hussitenkriege gilt der niedere Adel der böhmischen Länder. Durch die Hussitenkriege verloren die böhmischen Länder ihre im 14. Jahrhundert wirtschaftlich und kulturell führende Stellung in Europa für mehrere Generationen.
Inselburg
Burg auf einer natürlichen oder künstlich angelegten Insel
Interregnum
Zeit ohne einen einmütig gewählten und gekrönten römisch-deutschen König von 1254-1273.
intra muros
In rechtlicher und baulicher Weise innerhalb der Burg- oder Stadtmauern gelegen.
Investitur
Einweisung eines Geistlichen, vor allem eines Bischofs, in sein Amt
Irregularfestung
Befestigung, die auf Grund von örtlichen Bedingungen keine regelmäßige Polygonalanlage zulässt
Jugendstil (um 1890 - 1910)
Nach der Münchner Zeitung "Jugend" benannte Stilrichtung, Höhepunkt ca. 1895 bis um 1905 gewandt gegen die Übernahme alter Formen und für die Schaffung neuer, der Natur entnommenen Ausdrucksformen.
Kabinett
In der Gartenbaukunst eckiger, runder oder ovaler Platz innerhalb eines Bosketts, der meist mit Statuen oder anderen plastischen Elementen ausgestattet ist und von Palisaden begrenzt wird.
Kammerherr
Titel eines Hofbeamten
Kammertor
Torform vor- und frühgeschichtlicher Wallburgen, durch Einziehen der Wallenden nach innen gebildet
Kämpfer
Abschließende Platte eines Pfeilers, eines Rundstabs oder einer Säule, die den Durch eines Gewölbes oder Bogens aufnimmt.
kanneliert
Auskehlung einer Säule mit senkrechten, konkaven Furchen
Kapf
[mhdt. kapfen = schauen, spähen] Wacht, Warte in Höhenlagen meist ohne besondere Einrichtung
Kapitell
[lat. "caput" = Kopf, Haupt] Kopfstück einer Säule oder eines Pfeiler mit ornamentalem pflanzlichen oder figürlichen Schmuck
Karner
Beinhaus, in der Regel zweigeschossige Friedhofskapelle, die im Untergeschoss die Lagerstätte für ausgegrabene Gebeine, im Obergeschoss einen Altarraum enthält
Karolinger
Fränkisch-deutsches Herrschergeschlecht aus dem oberen Moseltal, das ab 639 mit Unterbrechungen im Frankenreich regierte, zunächst als Hausmeier, also Verwaltern des Hofes. Unter Pippin III. übernahmen sie ab 751 auch den eigentlichen Königstitel.
karolingische Zeit (751 - 919)
Epoche von 751 bis 919
Karwan
Zeughaus, Waffenkammer auf Ordensburgen
Kasematte
[ital./frz. "Wallgewölbe"] vor Artilleriebeschuss geschütztes unterirdisches Gewölbe einer Festung
Kaskade
[ital. "cascata" = "Fall"] stufenförmiger Wasserfall
Kassettentonne
Tonnendecke, die an ihrer Unterseite regelmäßig angeordnete kastenförmige Vertiefungen (Kassetten) aufweist
Kastell
[lat. "castellum" für "befestigter Platz"] Mittelaterliche Bezeichnung für eine Burg oder ein befestigtes Schloss.
Kastellan
im Mittelalter der Burgvorgt, Kommandant einer Burg, heute Burg- oder Schlossverwalter
Kastellburg
Ursprünglich hochadeliger Bautyp mit regelmäßigem Grundriss sowie runden Ecken oder Flankierungstürmen.
Kasten
mittelalterlicher Getreidespeicher
Kastenamt
Vorwiegend für Bayern belegtes Amt zur Verwaltung der zu einem Kasten gehörenden Güter und der aus ihnen fließenden Geld- oder Naturalabgaben.
Kavaliershaus
Die den höheren Bediensteten zugewiesenen Wohnhäuser im Bereich eines Schlosses, seit dem Barock gebräuchlich.
Keep
Donjon
Kegeldach
Dach in Form eines Kegels. Die einzig mögliche Dachform für einen Rundturm.
Keller
[von lat. cellarius] Beamter, zumeist in der Pfalz, der die Naturalabgaben eines Amtes verwaltete
Kellhof
Klösterlicher Fronhof, der von einem sogenannten Keller bewirtschaftet wurde.
Kemenate
[von lat. caminatus = mit einem Kamin versehen] beheizbarer Raum, auch Bezeichnung für Frauengemächer einer Burg.
Kemlade
Mittelalterliche Bezeichnung für eine kleine Burg (entlehnt von Kemenate). Meist künstlich aufgeschüttete Insel in einem See oder einem Moor, auf der ein hölzerner Turm oder turmartiger Bau auf einem starken Pfahlrost ruhte.
Kenotaph
[von griech. kenos = leer und taphos = Grab] Grabmal zur Erinnerung an einen Verstorbenen, der dort nicht begraben ist
Kernburg
Hauptteil der Burganlage oder Hautpwerk eines Burgensystems
Kernwerk
Der zentrale Bereich einer Burg mit Erdsubstruktionen. Zumeist für Hausburganlagen verwendet.
Kirchenburg
Kirche deren Umfeld (Friedhof) durch Ringmauer befestigt ist.
Klassizismus (1770 - 1830)
Von klassisch-antiken Vorbildern ausgehende Stilrichtung
Klause
[lat. clausum = "Verschluss"] Durch eine Burg oder Wehrmauer gesicherte Engstelle in Gebirgstälern. Tal- und Wegsperren, meist reine Zoll- und Wehrbauten, im Alpengebiet "Leite oder "Letze"
Kleeblattfenster
Im Burgenbau Fenster, das oben von einem Kleeblattbogen abgeschlossen oder durch Ornamente in Form von Kleeblättern verziert ist.
Klosterburg
Zu einem Kloster umgewandelte Burg, bzw. befestigtes Kloster.
Kluse
[von lat. "clusa" für Engpass] Quer- oder Durchbruchstal. In der Schweiz im engeren Sinne Bezeichnung für ein Quertal im Jura.
Koadjutor
Einem Bischof Beigeordneter mit dem Anspruch auf dessen Nachfolge
Kolonnade
[von lat. "Columna" für "Säule"] Überdachter Säulengang mit geradem Deckengebälk, zum Unterschied von den durch Bögen gebildeten Arkaden.
Komturei
Sitz oder Verwaltungsbezirk eines Ritterordens, an deren Spitze ein Komtur stand, Komplex von Ordensgütern, Teil einer Ballei
Kondominat
[lat. "condominium" für "Mitherrschaft"] im Mittelalter die gemeinsame Verfügung mehrerer über einen Besitz zur Vermeidung von Erbteilungen.
Königsfreie
auf Königsland/Reichsgut angesiedelte Hörige, die direkt dem König unterstellt und gegenüber der Landesherrschaft oder anderen Mittelinstanzen ohne Verpflichtungen sind
Königshof
Karolingisch-fränkischer Gutshof als Verwaltungsmittelpunkt königlichen Besitzes, in Süddeutschland unbefestigt, in Norddeutschland teilweise wehrhaft ausgebaut.
Kragstein
Behauener Stein, der vor die Außenmauer ragte, um einen Erker oder den Wehrgang zu tragen.
Kreidefeuer
Warnfeuer auf Anhöhen, Türmen oder Bergfrieden
Kreuzfahrerburg
Burgen der Kreuzritter in Syrien, Palästina und auf Rhodos.
Kreuzritter
Geistlicher Ritterordn sowie Angehöriger desselben. Anlass für die Gründung der Kreuzritterordn waren die Kreuzzüge gegen Heiden und Ketzer, vor allem aber die Kriegszüge zur Eroberung des Heiligen Landes vom 11. bis 13. Jahrhundert.
Kreuzscharte
Kreuzförmige Schießscharte für Armbrustschützen (spätes 13.-15.Jh.).
Krüppelwalmdach
Der Giebel eines Gebäudes wird im oberen Giebelspitz durch ein Dach ersetzt.
Kugelscharte
Schießscharte, bei der die Handfeuerwaffe durch eine bewegliche hölzerne Kugel gesteckt wird.
Kunkeladel
Von der Muttter her stammender Adel,und Lehensbesitz, der sich auf Frauen vererbt.
Kunkellehen
[lat. "feudum femininum" = "Weiberlehen"] Seit dem Hochmittelalter Bezeichnung für ein Lehen, das beim Aussterben des Mannesstammes an die weibliche Linie überging.
Kurfürst
Sieben Kurfürsten wählten seit dem 13. Jahrhundert den deutschen König; seit dem Ende des alten Reiches (1806) war Kurfürst nur noch ein Titel
Kurmark
Einstiger Hauptteil der historischen Region Mark Brandenburg, die aus Altmark, Prignitz, Uckermark, Mittelmark, einem Südzipfel um Cottbus und dem Havelland bestand.
Kurpfalz
Historische Bezeichnung für das früher von den Pfalzgrafen bei Rhein beherrschte Territorium an Mosel, Mittelrhein und Neckar mit der Haupt- und Residenzstadt Heidelberg.
Kurtine
Verbindungsmauer oder -wall zwischen zwei Türmen bzw. Bastionen einer Befestigungsanlage
Landdrost
Verwalter eines Bezirks, Amts oder einer Vogtei, Vertreter des Landesherrn
Landesburg
Hauptort der Wehrorganisation eines Bereiches, meist Sitz eines Grafen, Sammelpunkt des Heerbannes.
Landesverweser
Stellvertretender Verwalter eines Landes
Landgraf
Ab dem 12. Jahrhundert Titel für königliche Amtsträger, die ihre Besitzungen unmittelbar vom deutschen König zum Lehen hatten.
Landshuter Erbfolgekrieg (1503 - 1505)
Der Landshuter Erbfolgekrieg wurde von einem Streit um die Erbfolge in Bayern-Landshut ausgelöst, als der letzte dortige Herzog ohne männliche Nachkommen starb.
Landtafel
Grundbuch aller adeligen und kirchlichen, also keiner Grundherrschaft unterworfenen Güter, in Oberösterreich 1754 eingerichtet.
Landwehr
Grenzmarkierungs- und Grenzsicherungssystem in Form von Wallhecken und Gräben (z.B. "Rheingauer Gebück")
Laterne
[von griechisch "lampter" für Leuchter, Fackel] Rundes oder vieleckiges, mit Fenstern versehenes Türmchen auf dem Scheitel einer Kuppel.
Laubengang
hofseitig offener Gang im Obergeschoss von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden
Laudemium
Eine Gebühr, die beim Besitzwechsel eines adligen oder bäuerlichen Lehens durch Erbschaft, Kauf oder Verkauf vom neuen adligen oder bäuerlichen Lehnsträger an den Lehn- oder Grundherrn zu entrichten war.
Lehen
Von einem Grundherren (Lehensherren) an einen Vasallen (Lehensträger) verliehener Besitz. Lehen können entweder erblich (Sohn-/Tochterlehen) oder geliehenes Gut, dessen Empfang zum Kriegsdienst und zur Treue verpflichtet, sein.
Lehensdienst
In erster Linie die Verpflichtung zur Heerfahrt (d.h. Kriegsdients) und zur Hoffahrt, zur Anwesenheit des Vasallen beim Herrn, um ihm Rat und Hilfe zu leisten. Aus der Hoffahrt entwickeln sich ab dem Spätmittelalter zum Teil die Land- und Reichstage sowie die lehensrechtlich geprägte Stellung der Reichsfürsten.
Lehnsrevers
Schriftliche Bestätigung des Empfangs eines Lehens durch den Lehnsnehmer, die der Lehnsherr erhielt.
Letze
Im weiteren Sinne alte Bezeichnung für eine Verteidigungsanlage, Grenze oder Befestigung, an der man aufgehalten wird.
Ligisches Lehen
Ursprünglich seit dem 11.Jh. in Frankreich aufgekommene Lehenesform. Danach verband der Träger eines ligischen Lehens mit seinem Lehensherrn ein durch alleinigen Treuevorbehalt besonders enges persönliches Verhältnis, dem sich andere Lehnsbbindungen unterzuordnen hatten
Lisene
Vertikal angebrachte, schwach vortretende, bandförmige Wandvorlage als Zierelement.
Loch
In Oberbayern und Tirol Bezeichnung für eine Höhlenburg.
Loggia
[ital. = "Laube"] Laube, offener Vorbau, von Säulen oder Pfeilern getragene Bogenhalle an der Vorderseite eines Gebäudes.
Louis-seize
Klassizistischer Stil unter König Ludwig XVI. von Frankreich, der ab 1760 das Rokoko in Deutschland ablöste.
Löwlerbund
Gegen Herzog Albrecht IV. (Regierungszeit 1465-1508) gerichteter Adelsbund, den Adelige des Straubinger Landesteils und benachbarter Gebiete 1488 als Reaktion auf Eingriffe in ihre Privilegien schlossen.
Löwlerkrieg (1491/92)
Auseinandersetzung Herzog Albrechts IV. von Bayern mit dem Löwlerbund
Ludowinger
Herrscherdynastie im mittelalterlichen Thüringen. Ende des 11.Jahrhunderts erbauten Ludwig der Bärtige und Beringar bei Friedrichroda im Thüringer Wald als Grafen von Schauenburg die gleichnamige Stammburg der Familie. Ludwig I., ein Enkel Ludwigs des Bärtigen, erhielt 1131 durch König Lothar den Titel des Landgrafen.
Lukarne
[aus lat. lucerna zu lucere = leuchten bzw. lux = Licht] Dachluke, Dachfenster
Lüneburger Erbfolgekrieg (1370 - 1373)
Der Lüneburger Erbfolgekrieg war ein Konflikt um die Erbfolge im Fürstentum Lüneburg.
Lünette
Halbkreisförmige Fläche über Türen und Fenstern
Lustschloss
Kleines Schloss, für den Sommeraufenthalt und intime Feste; in Parks oder auf dem Lande gelegen
Mainzer Stiftsfehde (1461 - 1462)
Die Mainzer Erzstiftsfehde war ein kriegerischer Konflikt um den Stuhl des Mainzer Erzbischofs.
maison de plaisance
Lustschlösschen
Manierismus (1530 - 1630)
Kunststil im Übergang zwischen Renaissance und Barock
Mannlehen
Adliges oder ministerialisches Lehen, welches nur an Söhne verliehen wurde
Mannloch
Fußgängerpforte, Schlupfloch neben dem Burgtor
Mansarde
Abgeknicktes Dach, unterer Teil steiler als der obere, gewonnener Raum ebenfalls Mansarde genannt, Nutzung für Wohnzwecke. Benannt nach dem Franzosen Jules Hardouin Mansart.
Mantelbau
Schutzbau am Untergeschoss des Bergfrieds.
Mantelmauer
Verstärkt und/oder erhöht ausgebildeter Abschnitt der Ringmauer, oft auch mehrseitig zum Schutz besonders gefährderter Bereiche einer Burg angebracht.
Mantelmauerburg
Eine Burg, bei der die Ringmauer besonders hoch ausgeführt ist, so dass sie einen Großteil oder sogar die gesamte Kernburg wie einen Mantel schützend umhüllt.
Mark
Militärisch organisierter Grenzbezirk unter dem Kommando eines Markgrafen, auch die gemeinschaftlich genutzte Allmende einer Siedlungsgemeinschaft.
Marstall
Gebäude für die Pferdehaltung.
Maschikuli
[frz. "mâchicoulis" für "Wehrerker, Pechnase"] Aneinandergereihte, über Konsolen vorgekragte Guss- oder Wurferker, ab dem 16.Jh. eher Zier- als Wehrcharakter
Mauerabsatz
Begehbarer Mauerrücksprung.
Mauerbogen
Über Felsspalten, Substruktion von Burgmauern bei beschränktem Bauplatz auf Felsplateau.
Maulscharte
Maulartig erweiterte Schießscharte für Handfeuerwaffen, meist mit kammerartiger Vorwölbung im Inneren.
Mausoleum
Monumentales Grabmal in Form eines Bauwerks, die Bezeichnung stammt von dem ursprünglich für König Mausolos (gestorben 353 v. Chr.) in Harlikanassos bestimmten Grabmal.
Mediatisierung
[mediat = mittelbar] Überführung weltlicher Herrschaften und Besitzungen in die Gewalt des Landesherrn, in Bayern vor allem durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803.
Meier
Verwalter im Dient eines Grundherrn. Er bewirtschaftete den Fron- oder Meierhof, beaufsichtigte die unabhängigen Bauern und sammelte die Abgaben ein.
Meierhof
Landwirtschaftliches Anwesen zur Versorgung der Burgbewohner.
merowingische Zeit
Epoche von ca. 481 bis 751
Mezzanin
[ital. "mezzo" = "halb"] Halb- oder Zwischengeschoss, meist zwischen Erdgeschoss und erster Etage.
Ministeriale
[lat. ministerialis = "dienend"] Ein Dienstmann, der zu der untersten Stufe des Adels gehörte, die ursprünglich unfrei war und eine Lehensverbindung eingegangen war. Bezeichnung für Beamte in karolingischer Zeit.
Ministerialenburg
Burgen des ministerialischen Adels.
Mittelrisalit
Aus der Flucht des Baukörpers hervorspringender Bauteil, der häufig höher ist und ein eigenes Dach trägt.
Monopteros
[von griechisch "monos" für "einzig" und "pteron" für "Flügel"] Kleiner, runder Tempel dr Antike, der keine Mauern besitzt sondern nur aus einem Säulenkranz besteht, der das runden, selten rechteckige Dach trägt. Ursprünglich diente er vor allem als Schutz für Götterstatuen und Grabmäler.
Morganatisch
Adelsrechtliche Bezeichnung für eine unstandesgemäße Ehe.
Motte
[lat. "terra mota" = "aufgeworfene Erde"] Früher Burgentyp eines Wohnturms auf künstlichem, meist kegelförmigem Hügel
munitio
Bezeichnung für „Burg“ oder „Befestigung“ in lateinischen Urkunden
Munt
Schutzherrschaft eines Hausherrn über seine Familie sowie des Lehens- und Grundherrn über seine Vasallen und Grundholden.
Muntmann
[munt = Schutz] Fürsorgepflicht der Herrschaft gegenüber dem schutzbefohlenen "munt-mann"
Mushaus
Nebengebäude einer Burg, meist Küchen- oder Wirtschaftsgebäude, auch Speicherhaus.
Mutschierung
Erhaltung des Gesamteigentums mit geteilter Nutzung
Nachgotik
Wiederaufleben von bzw. Festhalten an gotischen Formen im Anschluss an die Gotik neben den hauptäschlichen Stilen dieser Zeit, Renaissance und Barock.
Netzgewölbe
Gewölbe, bei dem sich die Rippen mehrfach kreuzen und ein netzartiges Muster bilden.
Neugotik
Stilrichtung des 18. und 19. Jahrhunderts, die sich stark am mittelalterlichen Baukunststil der Gotik orientiert und zusammen mit der Romantik aufkam.
Niederadel
aus der bäuerlichen Schicht der Unfreien durch besondere Dienstleistungen für den Grund- bzw. Landesherrn aufgestiegene privilegierte Schicht mit zunächst begrenzten Freiheitsrechten
Niederburg
Tiefburg
Niederungsburg
Im Gegensatz zu Höhenburgen in flachen Gegenden weit verbreitete Burgenform, oft als Wasserburg angelegt.
Nobilitierung
Erhebung in den Adelsstand
Nordmark
Von Kaiser Otto I. eingerichteter Verwaltungs- und Militärbezirk nördlich des Hohen Fläming und der Niederlausitz etwa bis zur Peene im heutigen Vorpommern. Keimzelle der späteren Mark Brandenburg.
Ochsenauge
Fenster, kreis- oder ellipsenförmig, vorwiegend im Barock.
Oculus
[lat. "Auge"] seit der Romanik gebräuchliches rundes oder ovales Fenster
offenes Haus
Offenhaus, Burg unter Öffnungsrecht. Der Benutzer (Lehnsmann) einer Lehensburg verpflichtete sich, dem Eigentümer der Burg ein Zugangsrecht zu gewähren und ihm das Haus zu öffnen – daher der Name. Ein Vertrag legte fest, wann Burg betreten und als Stützpunkt benutzt wurde.
Öffnungsrecht
Vertraglich zugesicherter Zugang zu einer Burg im Bedarfs- bzw. Kriegsfall. Ursprünglich nur dem König zustehend, gehörte das Recht zur Öffnung bald zu den selbstverständlichen Rechten der Lehensherren gegenüber ihren Vasallen.
Oppidum
Im Mittelalter Bezeichnung vorwiegend für Stadt, vereinzelt auch für Burg.
Orangerie
Teil barocker Schloss- und Parkanlagen, ursprünglich für die Überwinterung der während des Sommers im Freien aufgestellten Orangenbäume und anderer südlicher Gewächse.
Oranien-(Nassau)
Name des regierenden Königshauses der Niederlande, der von der burgundischen Graftschaft Oranien stammt. der in den Niederlanden regierende Teil des Haues Nassau trägt seit 1530 auch den Titel des Fürsten von Oranien, den es sich seit 1702 mit dem Haus Hohenzollern-Preußen teilt.
Ordensburg
Burgen des Deutschen Ritterordens, vornehmlich in Preußen und Livland; vierflügelige Anlagen mit einem Innenhof, geschützt durch starke Befestigungen; gemeinsame Unterbringung von Kloster, Garnison und Verwaltung
Orillon
abgerundetes äußeres Enede einer Bastionsflanke
Österreichischer Erbfolgekrieg (1740–1748)
Der Österreichische Erbfolgekrieg brach aus, als nach dem Tod Kaiser Karls VI. (und damit dem Aussterben des Hauses Habsburg im Mannesstamm) seine Tochter Maria Theresia den österreichischen Erzherzogthron bestieg und mehrere europäische Fürsten eigene Ansprüche auf die Habsburgische Erblande bzw. das römisch-deutsche Kaisertum erhoben.
Österreichischer Krieg (1410 - 1413)
Auseinandersetzungen zwischen den Herzögen von Bayern (-Ingolstadt und -München) und dem Tiroler Landesfürsten, die 1410 und 1412/13 zu zwei offenbar schlecht vorbereiteten und letztlich ergebnislosen Einfällen nach Tirol führten.
ottonisch-salische Zeit
Epoche von 919 bis 1125
Ottonische Zeit
Zeit der Ottonen, herrschende Dynastie von 950-1024
Palas
[lat. palatium = Halle] Mehrgeschossiges Hauptwohngebäude der Burg, das Wohn- und Repräsentationsfunktion vereint.
Palisadenzaun
Zaun aus nebeneinander eingerammten Holzpfählen zum Schutz vor feindlichen Angriffen
Palladianismus
Klassizistischer Architekturstil des 17. Jahrhunderts vor allem in England, Holland und Frankreich, der durch den englischen Architekten Inigo Jones (1573-1652) begründet wurde. Der Palladianismus grenzt sich durch strengere, klassizisterische Formen vom römischen Barock ab. Der Name leitet sich von dem oberitalienischen Renaissancebaumeister Andrea Palladio (1508-80) ab.
Palmette
[frz. für "kleine Palme"] Ornamentmotiv mit fächerförmig angeordneten Blättern über zwei Spiralen
Panduren
Im 17. und 18. Jahrhundert bewaffnete Leibwächter kroatischer und slawonischer Edelleute.
Patio
Innenhof eines Hauses
Patrimonialgericht
Aus dem Patrimonium (Erbgut) abgeleitete gutsherrliche Privatgerichtsbarkeit.
Patrizier
Ursprünglich Mitglied des römischen Adels, vor allem im Mittelalter vornehmer, reicher Bürger.
Patronat
Recht eines Grundherrn, Geistliche in der von ihm gestifteten Kirche einzusetzen.
Pavillon
Im französisch beeinflusstes Schlossbau des Barock speziell eine höherer Baukörper an den cken oder Enden einer Ein- oder Mehrflügelanlage
Pechnase
Nach unten zum Bewurf geöffneter vorkragender Mauererker, im Spätmittelalter eher zur symbolhaften Darstellung der adeligen Wehrhaftigkeit angebracht
Pergola
[lat. "pergula" für "Vor- bzw. Anbau"] raumbildender, oft von Efeu oder Wildreben begrünter Säulen- oder Pfeilergang. In der Renaissance klassisches Element des Ziergartens.
Pfalz
[lat. palatium = Halle] Vom König zeitweise bewohnter, repräsentativ ausgestatteter Verwaltungs- und Versammlungsbau des hohen Mittelalters
Pfälzer Krieg (1504)
Auseinandersetzung zwischen Herzog Ulrich von Württemberg und dem Kurfürsten Philipp von der Pfalz. Als Folge der Pfälzer Niederlage konnte Herzog Ulrich seine Eroberungen nach der Beilegung des Erbstreits auf dem Reichstag zu Köln (1505) und eines Friedensvertrags von 1512 behalten.
Pfalzgraf
seit dem 6.Jh. Hofbeamter und Beisitzer im Königsgericht
Pfälzischer Erbfolgekrieg (1688 - 1697)
Kriegsziel Frankreichs war die Sicherung und der Ausbau französischer Gebiete auf Reichsboden und die Gewinnung der Rheingrenze
Pfandbesitz
Besitz einer Burg als Pfand für gegebene Geldmittel
Pfisterei
[lat. "pistor" für Müller, Bäcker] Backbetrieb eines Klosters, Stiftes oder Spitals
Pflegamt
Amtsstelle eines Pflegers oder Vormunds, der im Spätmittelalter mit administrativen und juristischen Aufgaben betraut wurde.
Pfleger
landesherrlicher Beamter, Vorstand eines Verwaltungsamtes, oftmals verbunden mit der Funktion eines Richters
Pilaster
flacher Wandpfeiler
Portikus
offener Vorbau in der Form einer Säulenhalle
Poterne
Unterirdischer Gang oder schmaler Seitenausgang mit kleinem Tor für mögliche Ausfälle.
Prellhölzer
Balken am Fuß von Schießscharten zum Abfangen des Rückstoßes von Feuerwaffen
Probst
Würdenträger und Vorsteher in Dom und Stiftskapiteln
Profanbau
Im Unterschied zum Sakralbau, der religiösen Zwecken dient, ein Gebäude für weltliche Zwecke, z. B. Burg oder Wohnhaus.
Pultdach
Dachform mit einseitiger Dachschräge
Quader
Viereckig zugehauener Stein mit glatten Kanten, der schichtweise vermauert wird.
Quadermauerwerk
Mauerwerk aus behauenen Steinblöcken.
Quadrierung
Nachahmung des Aussehens eines Quaderbaus durch das Ziehen von Scheinfugen in den Putz oder durch Bemalung.
Raitbuch
im Mittelalter ein Rechnungsbuch
Randhausburg
Burg, deren Umfassungsmauer von Gebäuden gebildet wird, die einen Hof umschließen.
Randschlag
Fläche in Rohbossen (Buckelquadern), evtl. mit Steinmetzzeichen
Rautenfenster
Fenster in Form eines schiefwinkligen Parallelogramms, dessen vier Seiten einander gleich sind.
Rayon
Bezeichnung für das Vorgelände einer Festung, welches nicht bebaut werden durfte.
Refugien
Zufluchtstätten in Kriegsnot, Wall-, Flucht- oder Fliehburgen, meist nicht dauerhaft bewohnt.
Regensberger Fehde (1267-1268)
Die Regensberger Fehde war eine Fehde zwischen Rudolf von Habsburg und der mit Habsburg verbündeten Stadt Zürich gegen die Freiherren von Regensberg.
Reichsadel
nur dem König unterstellte Gruppe hoachadeliger Geschlechter
Reichsburg
Im Auftrag des Königs oder Kaisers angelegte oder erworbene Burg, deren Verwaltung Burgmannen oder Reichsministerialen unterlag und die oft die Funktion einer Pfalz hatte, in der sich der Herrscher aufhielt.
Reichsfrei
Nicht einem Landesherren, sondern alleine dem Kaiser und damit dem Reich unterstehend.
Reichsfreiherr
Titel eines Angehörigen der Reichsritterschaft im 18. Jahrhundert, zu der sich der reichsunmittelbare, niedere Adel im Süden und Westen des Reichs im 15. Jahrhundert zusammengeschlossen hatte.
Reichsgraf
Inhaber einer Grafschaft, die unmittelbar dem Kaiser/Reich unterstand
Reichsgut
Grundbesitz, der unmittelbar dem König bzw. Reich gehörte und der allgemeinen Nutzung entzogen war
Reichslehen
Vom Kaiser verliehenes Lehen aus Reichsgut, verbunden mit Hoheitsrechten.
Reichsritterschaft
Niederadel, der sich im ausgehenden Mittelalter der Herrschaft der Landesherren allmählich entzog und direkt dem Kaiser in Wien unterstellte. Seit 1555 offiziell vom Kaiser sanktioniert.
Reisige
Gewappnete Dienstleute zum Kriegsdienst
Reitertreppe
Treppe, deren Stufen so flach und tief angelegt sind, dass sie sich mit einem Pferd benutzen lässt.
Relief
[lat. "relevare" = "erheben"] In der Bildhauerkunst halbplastische, aus der Fläche heraustretende Darstellungen. Je nach Grad der Plastizität unterscheidet man Flach-, Halb- und Hochrelief.
Remise
Neuzeitlicher Zweckbau für die Unterbringung von Geräten und Fuhrpark
Remter
Deutscher Ausdruck für den Speisesaal (Refektorium) eines Klosters oder einer Ordensburg.
Renaissance
[ital. "rinascimento" = "Wiedergeburt"] Stil der europäischen Kunst von etwa 1420 bis um 1600, für die deutschen Gebiete von etwa 1520 bis etwa 1650).
Rentei
Verwaltungsgebäude für die herrschaftlichen Güter und deren Einnahmen
Rentmeister
Verwalter der Rentei
Reunionskriege (1667 - 1697)
Zusammenfassender Begriff für den Devolutionskrieg oder 1. Reunionskrieg, den Holländischen Krieg oder 2. Reunionskrieg und den Pfälzischen Erbfolgekrieg oder 3. Reunionskrieg
Rheinischer Zollkrieg (1301- 1302)
Krieg um die Rheinzölle zwischen König Albrecht von Österreich und den Kurfürsten von Köln, Mainz und Trier sowie des Pfalzgrafen, endete mit dem Sieg König Albrechts
Ringgraben
Nass wesentliche Sicherung der Wasserburg, trocken umgeschließendes Hindernis um eine Höhenburg.
Ringmauer
Bering, die ganze Burg umgebende wehrhafte Mauer.
Ringwall
Vor- oder frühgeschichtliche kreisförmige Bergbefestigung
Rippengewölbe
Gewölbe, bei dem die Gewölbeschale durch Rippen gegliedert ist.
Risalit
[ital. "risalto" = "Vorsprung"] Zur Gliederung einer Wandfläche meist zentral, aber auch symmetrisch seitlich schwach vortretende Fassadenteile.
Ritter
[flandrisch "riddere" für "Reiten"] In West- und Mitteleuropa seit dem frühen Mittelalter ein schwer gerüsteter Kämpfer, der zu Pferd im Kampf von einigen leichter bewaffneten Knechten unterstützt wird, im Hochmittelalter zudem Bezeichnung eines adligen Vasalls, der ein Lehen von einem König oder Fürsten inne hatte und seinem Lehnsherren Heerfolge leistete.
Rittergut
Umfang eines niederadeligen Wirtschaftshofes mit allen zugehörigen Gütern. An den Besitz eines Rittergutes waren ursprünglich "Ritterleistungen" gebunden, im Gegenzug genossen die Besitzer eine Reihe von Privilegien (z.B. Steuerfreiheit, Jagdrecht, Gerichtsbarkeit, u.a.). Der Besitz war bis ins 19. Jahrhundert Adligen vorbehalten (Meyers Konservations- Lexikon; 1888-1890; Band 13, Seite 857).
Rittersaal
Saalartig gestalteter Hauptwohnraum der Burg.
Rocaille-Kartusche
muschelförmiger Zierrahmen
Rokoko
[frz. "rocaille" = "Felsarbeit"] Stilbezeichnung für die Zeit des ausgehenden Barock (Spätbarock) zwischen etwa 1720 und 1770, mit eleganten, leichten, verspielten, oft ovalen Formen.
Romanik
kulturgeschichtliche Epoche in Deutschland zwischen ca. 950 und 1235, meist unterteilt in Frühromanik (bis ca. 1050), Hochromanik (ca. 1050 bis 1150) und Spätromanik (bis ca. 1235)
Rondell
Turmartige, runde Verstärkungsbauten der Zeit von etwa 1450-1700.
Rondengang
schmaler Gang für Patrouillen, Wächter oder Schützen auf der Ringmauer einer Burg oder am oberen Ende eines Turmes
Rotunde
Rundbau
Rustika
Mauerwerk, bei dem vorhandene behauene Steine aus der Wand herausstehen, vor allem in der Renaissance
Rustizieren
Eine Oberfläche mit Hilfe spezieller Werkzeuge grob behauen.
Rüstkammer
Waffen- und Gerätekammer
Rüstlöcher
Im Mauerwerk ausgesparte Löcher zum Einstecken der Balken eines Baugerüsts.
Saalhof
vornehmster Bau eines Königshofes
Sachsenkrieg (Sommer 1073 - 1075)
Der Sachsenkrieg bezeichnet die Auseinandersetzungen zwischen dem salischen Königshaus und den aufständischen Sachsen. Seinen Höhepunkt fand dieser teilweise bewaffnet ausgetragene Konflikt unter König Heinrich IV.
Sachsenkriege (772 - um 804)
Die Sachsenkriege Karls des Großen begannen im Sommer 772 mit der Zerstörung der Irminsul und einem Feldzug des fränkischen Königs Karls des Großen gegen das Volk der Sachsen und endeten 804 mit der Unterwerfung der sächsischen Nordalbingier und der Ernennung des Missionars Liudger zum ersten Bischof von Münster im Jahr 805.
Sächsische Fehde (1514 - 1517)
Als Sächsische Fehde wird die Auseinandersetzung zwischen dem ostfriesischen Grafen Edzard I. und Georg von Sachsen bezeichnet.
Sächsischer Bruderkrieg (1446 - 1451)
Als Sächsischer Bruderkrieg werden die kriegerischen Auseinandersetzungen bezeichnet, die um die wettinischen Herrschaftsgebiete zwischen den Brüdern Herzog Wilhelm III. (der Tapfere) und Kurfürst Friedrich II. (der Sanftmütige) von Sachsen geführt worden sind.
Säkularisation
Auflösung der Kirchengüter unter dem Einfluss Napoléons Bonapartes durch den "Reichsdeputationshauptschluss" von 1803
Salbuch
enthält in chronologischer Reihenfolge die Abschriften aller einen bestimmten Herrschaftsbezirk betreffenden Urkunden
Salier
Bedeutendes Adelsgeschlecht im Heiligen Römischen Reich des 10. bis 12. Jahrhunderts, das auf eine Stammesgruppe der Franken zurückging.
Satteldach
Zu beiden Seiten des Dachfirstes gleichmäßig abfallendes Dach.
Sattelhof
Hof mit besonderen Gutspflichten in Händen adeliger Amtsträger
Schalenturm
nach innen offener Turm einer Wehrmauer oder einer Stadtbefestigung, Angreifer, die bereits den Turm erobert hatten, konnten vom Hof aus noch beschossen werden
Schamserfehde (Mitte 15.Jh.)
Die Schamserfehde war eine kriegerische Auseinandersetzung des Hauses Werdenberg-Sargans mit den lokalen Häusern im Schams, im Domleschg und in Safien sowie ihren Verbündeten.
Schanze
Eine ganz oder überwiegend aus Erde bestehende Wehranlage, meist mit Brustwehr und umgeben von Wall und Graben.
Scharte
Schmaler Mauerschlitz zur Belichtung dahinterliegender Räume - Lichtscharte, bei entsprechender Ausführung für den Einsatz von Schusswaffen - Schießscharte
Scharwachtturm
Aussichts- und Beobachtungsturm auf Mauerecken
Schenk
Verantwortlich für die Besorgung der zum Hofhalt erforderlichen Getränke, ihm unterstellt können auch der Bereich der Vorratshaltung sein.
Schenkelmauer
Wehrhafte Verbindungsmauer zwischen zwei Befestigungswerken.
Schießscharte
Wehrmaueröffnung – außen ein schmaler Mauerschlitz, Innenseiten weit gewinkelt; durch ihn konnte aus geschützter Stellung geschossen werden
Schildlehen
Ein gegen Kriegsdienstleistung verliehenes Lehen - ursprünglich im Unterschied zum ministerialen Dienstlehen
Schildmauer
In Mauerstärke und -höhe besonders ausgeprägte Wehrmauer an der gefährdeten Angriffsseite
Schleifung
Die restlose Beseitigung von Burgen oder Befestigungen aufgrund von gerichtlichen Urteilen oder militärischen Niederlagen durch Brand, Niederreißen, Sprengung, Abtragung oder Einebnung
Schleppgaube
Fenstergaube mit Pultdach
Schlitzscharte
Längliche Aussparung im Mauerwerk, eventuell mit kammerartiger Vorwölbung, in den meisten Fällen Licht- und Spähscharten und nur zum Teil zum Beschuss nach außen geeignet
Schlüsselscharte
Spezielle, im Spätmittelalter aufgekommene Form einer Öffnung (Scharte) innerhalb einer Befestigung zur Führung einer auf die Entfernung wirkenden Waffe, Kombination einer runden Scharte für Feuerwaffen mit der langgestreckten Form für den Bogen
Schmalkaldischer Krieg (1546 - 1547)
Der Schmalkaldische Krieg wurde von Kaiser Karl V. gegen den Schmalkaldischen Bund, ein Bündnis protestantischer Landesfürsten und Städte unter der Führung von Kursachsen und Hessen, geführt.
Schnecke
Wendeltreppe
Schultheiß
Vom Landesherrn eingesetzter richterlicher Beamter oder Ortsvorsteher, beaufsichtigt die Arbeit auf den bischöflichen oder adeligen Gütern, hat auch die Gerichtsbarkeit in seinem Dorf inne.
Schüttkasten
Getreidespeicher
Schwabenkrieg (Januar bis September 1499)
Der Schwabenkrieg war ein kriegerischer Konflikt zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Haus Habsburg-Österreich mit seinem maßgeblichen Verbündeten, dem Schwäbischen Bund, um die Vorherrschaft im habsburgisch-eidgenössischen Grenzgebiet.
Schwaighof
[althochdt. "sweiga" = "kleine Viehherde"] ständig bewirtschafteter Hof der großen Grundherren, hauptsächlich Viehzucht und Milchwirtschaft
Schwalbenschwanzzinne
Dekorative Zinnenform der Renaissancezeit, wobei die Zinnenwände mit einer starken, schwalbenschwanzförmigen Einkerbung versehen sind
Schwibbogen
[von althochdeutsch "swibigo" = Schwebebogen] In der gotischen Architektur frei gespannter Bogen ohne ein darüber liegendes Mauerwerk
Schwippbrücke
um eine Mittelachse drehbare Brücke am Burgtor
Schwungrute
Hebebaum einer Zugbrücke.
Sedelhof
Ansitz, ritterlicher Gutshof, der dem Lehensherrn auf Anforderung ein gesatteltes Pferd stellen mußte.
Sekundogenitur
Im fürstlichen Familienrecht das Recht des Zweitgeborenen auf bestimmte Herrschafts- und Vermögenstitel.
Selde
Kleingut
Senkscharte
Scharte, die sich nach unten öffnet und zur Bekämpfung der Angreifer von oben diente.
Siebenjähriger Krieg (1756 - 1763)
Krieg zwischen Preußen und Großbritannien auf der einen und Österreich, Frankreich, Rußland auf der anderen Seite, Preußen etablierte sich durch den Krieg als fünfte europäische Großmacht
Sinwellturm
Rundturm
Sippenburg
Ganerbenburg
Soester Fehde (1444-1449)
Die Stadt Soest behauptete in der Soester Fehde ihre Freiheit gegenüber dem Erzbischof Dietrich von Köln (1414–1463), der versuchte, seine Herrschaft zu restaurieren.
Sohlgraben
Graben mit einem abgerundeten oder geradlinigen U-förmigen Profil, im Unterschied zum Spitzgraben
Söller
Vom Boden aus gestützter balkonartiger Ausbau am Obergeschoss eines Gebäudes.
Spanisch-Niederländischer Krieg (1568 - 1648)
Im Spanisch-Niederländischen Krieg von 1568 bis 1648 erkämpfte die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande ihre Unabhängigkeit von der spanischen Krone. Mit seinem Ende schieden die nördlichen Niederlande zugleich aus dem Verband des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation aus.
Spanischer Erbfolgekrieg (1701 - 1714)
Der Spanische Erbfolgekrieg war ein Kabinettskrieg, der um das Erbe des letzten spanischen Habsburgers, König Karl II. von Spanien, geführt wurde.
Spätgotik (1360 - 1500/25)
Endphase der Gotik, in Italien bereits 1400/1420 durch die Frührenaissance abgelöst.
Spätmittelalter
historischer Zeitraum zwischen ca. 1250 und 1500
Spiegelberger Fehde
In der "Spiegelberger Fehde" wurden die Grafen von Spiegelberg als Raubritter gebrandmarkt und beinahe ausgelöscht.
Spindeltreppe
Art der Wendeltreppe, bei der sich die Treppe um eine Spindel (Mittelsäule) windet.
Spitzgraben
Graben mit einem V-förmigen Profilschnitt.
Spolie
[lt. Spolia = Raub, Beute] Von alten Gebäuden stammende und wieder verwendete Bauteile, etwa Säulen und Objekte der Bauplastik.
Sponheimer Fehde (1279)
Aufstand des höheren Adels von Kurmainz gegen den Erzbischof Werner von Eppstein, der mit dessen Sieg bei Sprendlingen/Bingen 1279 endete
Sporn
dreiseitig vorspringende und nur an der vierten Seite mit dem Vorgelände verbundene Geländeform als Bauplatz einer Burg
Spornburg
Burg, die auf einem meist durch einen Halsgraben vom anschließenden Berg abgetrennten Sporn liegt, sie kann vom ansteigenden Gelände stark überhöht sein.
Städtekrieg (1387 - 1389)
Auseinandersetzung zwischen dem Schwäbischen Städtebund und den bayerischen Herzögen
Staffelgiebel
Ein an den Seiten treppenförmig abgestufter Giebel.
Stammburg
Meistens die namengebende Burg eines Adelsgeschlechts, allerdings nicht in jedem Fall der älteste Wohnsitz jenes Geschlechts.
Standerker
Vom Erdboden aufsteigender Vorbau eines Gebäudes.
Staufer
schwäbisches Adelsgeschlecht, das zwischen 1138 und 1268 zahlreiche Könige und Kaiser stellte
staufische Zeit (1125 - 1272)
Epoche von 1125 bis 1272
Steinmetzzeichen
Signaturen der Steinmetzen besonders auf Buckelquadern, dienten wohl zur Lohnabrechnung
Sternerkrieg (1367 - 1373)
Aufstand der im "Sternerbund" vereinigten hessischen Adligen unter der Führung des Grafen Gottfried von Ziegenhain gegen Landgraf Hermann von Hessen 1367/73. Landgraf Hermann konnte seine Macht behaupten.
Sterngewölbe
Aus dem Rippengewölbe entstandene spätgotische Gewölbeform, bei der die Rippen ein dekoratives sternförmiges oder netzartiges Muster bilden.
Stichbogenfenster
Fenster, das oben mit einem flach gewölbten Bogen (Stichbogen) abschließt.
Stichkappe
Kleineres Gewölbe, das quer zum Hauptgewölbe verläuft und in dieses einschneidet
Stift
Eine mit einer Stiftung meist in Form von Grundbesitz ausgestattete kirchliche Institution, deren Angehörige (Stiftsherren bzw. -damen) ursprünglich in einer Gemeinschaft zusammenlebten.
Streiturfehde
Die Streiturfehde beendete eine begonnene oder angedrohte Fehde.
Stube
ofengeheizter Wohnraum
Stuck
Plastische Verzierung von Pfeilern, Wand und Deckenflächen; Gemisch aus Gips, Kalk, Sand, Stroh und Wasser
Sturmpfähle
an den Außenseiten der Ringmauer vorspringende, dicht gereihte Holzpfähle, die das Erklettern der Mauern erschweren sollten
Suburbium
[lat. "Vorstadt"] einer Burg vorgelagerte Siedlung
Sühne
Vertrag, der eine Fehde beendet
Sundgau
Das oberelsässiche Hügelland zwischen Oberrheinischem Tiefland, Vogesen und Schweizer Jura. Die Grafschaft Sundgau, habsburgischer Altbesitz, fiel im Rahmen des Westfälischen Friedens 1648 an den französischen König.
Tabor
Spätmittelalterliche oder frühneuzeitliche Wehranlage, die häufig um Kirchen errichtet wurde, nach dem Berg Tabor in Galiläa.
Tafelgut
Im hohen Mittelalter die von den Pfalzen für Unterhalt und Versorgung des reisenden Königshofes zu erbringenden Leistungen, in späterer Zeit auch das zur freien Verfügung eines kirchlichen Würdenträgers bestimmte Vermögen.
Tenaille
[frz. "Zange"] im Graben vor einer Kurtine liegendes, im spitzen Winkel zusammenlaufendes Wallsystem
Territorialburg
Burgen der großen Landesherren zur Festigung ihres Territoriums, zum Teil repräsentativ ausgebautes Verwaltungszentrum
Thüringer Grafenkrieg (1342 - 1346)
Der Thüringer Grafenkrieg war eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen einer Reihe von uradligen Familien und dem Haus Wettin um die Vorherrschaft in Thüringen.
Thüringisch-hessischer Erbfolgekrieg (1247 - 1264)
Der thüringisch-hessische Erbfolgekrieg war die kriegerische Auseinandersetzung um die Nachfolge der ausgestorbenen Landgrafen von Thüringen.
Thurn und Taxis
Deutsches Fürstengeschlecht, das von den italienischen Torriani abstammt. Im 15. Jahrhundert wurde die Familie mit der Beförderung der kaiserlichen Reichspost im deutschen Reich, in Burgund und im Königreich Niederlande betraut.
Tiergarten
Park oder Teil einer Landschaft, in dem der Adel der frühen Neuzeit Jagdwild hielt.
Tonnengewölbe
Gewölbeform mit zwei gleich langen Auflagern an den Gewölbeseiten
Torturm
Turm über dem (Haupt-)Tor, in der Regel mit Schießöffnungen
Torweg
von Mauern eingefasster Weg zum Haupttor einer Burg
Tourelle
[frz. für "Türmchen"] Vorkragendes kleines turmartiges Bauteil, das massiv oder begehbar sein kann.
Traidkasten
Speicherbau für die Einlagerung der Naturalabgaben der Untertanen, auf landesherrlichen Residenzen meist massiv gebaute und eingewölbte Bauten
Traufgesims
oberstes, das Bauwerk abschließende Gesims
Treppenscharte
Stufenförmig ausgestaltete Variante einer Schießscharte.
Treppenturm
An oder seltener in ein Gebäude eingebauter Turm, in dem eine um eine vertikale Spindel siche drehende Treppe Zugang zu den hoch gelegenen Wohnräumen bietet und die einzelnen Stockwerke verbindet.
Triforienfenster
[von lateinisch "tres" = "drei" und "foris" = "Öffnung"] dreibogiges Fenster.
Trockenmauer
Mauerwerk, das ohne Mörtelverbindung aufeinder geschichtet wurde, meist vorgeschichtlich
Truchsess
[von althochdeutsch "truhtsazzo" = "der einer Schar vorsitzt] In der mittelalterlichen Hofgesellschaft ursprünglich die Bezeichnung für den Küchenmeister, der die Speisen auftrug. Hieraus entwickelte sich bei den Franken ein Amt, bei dem der Truchsess die Oberaufsicht über den gesamten königlichen Hof besaß und auch als Seneschall bezeichnet wurde.
Truchsessischer Krieg (1583 - 1588)
Der Truchsessische Krieg war ein zwischen kurkölnischen und bayerischen Truppen ausgetragener Konflikt.
Tudorgotik
In der Baukunst des 19.Jhs. praktizierender Rückgriff auf Gestaltungselemente des spätgotischen englischen Tudorstils.
Tudorstil
Im England des 16. Jahrhunderts unter den Tudors vorherrschender Baustil, der das Raumgefühl der Renaissance mit der reichen Dekorationskunst der Gotik vereinigte.
Turmhelm
steil nach oben gezogenes Dach eines Turms
Turmhügelburg
Bautyp einer Burg in Form eines Turmbaus auf gewachsenem Hügel.
Twing
[mhdt. "twinc" für "Zwang"] Bezeichnung für einen niederen Gerichtsbezirk aus einem oder mehreren Dörfern.
Tympanon
Bogenfeld einer Tür oder Giebelfeld eines antiken Tempels
Urbani
[lat. "urbanus" = "Städter"] Ursprünglich Bezeichnung der Stadtrömer, in mittelalterlichen Urkunden anzutreffender Name einer Burg- oder Dienstmannschaft
Urbar
[althochdeutsch "Ur-beran" für "hervorbringen"] Güter- und Einkünfteverzeichnis eines größeren Grundherren
Urfehde
Die Urfehde (lat.: iuramentum pacis) ist ein durch Eid bekräftiger Verzicht auf Rache und auf weiter Kampfhandlungen.
Vasall
Lehensträger, Lehensmann, Diener des Landesherrn
Vestibül
Vorhalle, Vorraum, im Schlossbau die große Eingangshalle, von der meist die Treppe in die oberen Stockwerke abgeht.
Vikarie
Stiftung an eine Kirche oder ein Kloster
Viztum
Im Mittelalter in Süddeutschland oberster Beamter des Landes oder eines Landesteils, früher Statthalter des Königs.
Vogelherd
Ein Vogelherd ist ein Fangplatz, an dem verschiedene Vögel gefangen wurden.
Vogt
[von lat. advocatus = Amt] Schutzherr von Personen und Institutionen, besonders von Kirchen und Klöstern
Vogtei
[von lat. advocatus = Amt] Bezirk oder das Amt eines Vogtes, Amtsgebäude eines Vogtes (Verwalters)
Vogtländischer Krieg (1354 - 1357)
Im Vogtländischen Krieg verloren die Vögte von Weida, Gera und Plauen den Großteil ihres Besitzes an Kaiser Karl IV. und die Wettiner.
Voitenhaus
Wohnung des Voiten (Vogts), der als Vertreter des Herren vor Ort Verwaltungsaufgaben wahrnahm
Volute
Schneckenförmig gewundene Verzierung an Kapitellen, Giebeln oder Konsolen.
Vorburg
Die der Hauptburg vorgelagerten Wirtschaftsgebäude, Unterkünfte für das Gesinde, usw.
Vorwerk
Einer Burg vorgelagerte Verteidigungswerke sowie teilweise die Außenwerke einer Bastion, auch von einem Landgut abgeteiltes Gut mit eigenen Wirtschaftsgebäuden
Votivkapelle
[lat. votum = Gelübde] Kapelle, die auf Grund eines Gelübdes oder als Dank für die Erhörung eines Gebets errichtet worden ist
Waal
Wassergraben
Waldenfelser Fehde (1441 - 1446)
Die Waldenfelser Fehde war eine Fehde von Familienmitgliedern der von Waldenfels gegen die Reichsstädte Nürnberg, Windsheim und Rothenburg.
Wale
abgegangene Burg bzw. Adelssitz, bei dem nur noch der Kernhügel, evtl. mit Umfassungsgraben und Außenwall, vorhanden ist
Wall
geformte Aufschüttung von Erde, die aus dem Ausheben eines Grabens entstanden ist
Walmdach
Satteldach, bei dem beide Giebel durch je eine weitere Dachfläche ersetzt sind
Walpoten
Ältestes Adelsgeschlecht der Fränkischen Schweiz, dessen Stammlande um die Burg Zwernitz bei Wonsees lagen. Die Walpoten wurden erstmals 1015 als Ministerialen der Schweinfurter Markgrafen erwähnt.
Wandelturm
Turm der von den Belagerern einer Festung gebaut wurde, um mit den eigenen Truppen die Mauern einer gegnerischen Festung zu überwinden, meist mehrstöckige Holzkonstrukte auf Rädern oder Rollen mit bis zu 30 m Höhe
Wartturm
Einzeln stehender, von Wall und Graben umgebender (Rund-)Turm, verbunden zu einem Warnsystem zur Sicherung des Landfriedens.
Wasserburg
Burganlage, bei der durch Wassergraben oder Seen ein zu überwindender Schutzring gelegt ist
Wehrbaite
Als vorgeschobener Posten befestigter Wachturm im Vorfeld einer Burg.
Wehrgang
Schmaler, zum Teil überdachter Gang auf einer Burg- oder Stadtmauer, meistens als Holzkonstruktion.
Wehrkirche
Kirche, bei der das Kirchenschiff und/oder der Turm mit Verteidiungsanlagen versehen ist
Weiherhaus
Einfache Turmburg, der Motte verwandt, wie eine Wasserburg auf einer zumeist aufgeschütteten Insel gelegen und von einem Weiher schützend umgeben.
Weißenburger Fehde
Ein 1463 mit Kurpfalz zum Zweck gegenseitiger Bestandswahrung vertraglich herbeigeführtes Einvernehmen zerbrach erneut in der 1470/71 ausgefochtenen, sich zu reichspolitischen Dimensionen weitenden Weißenburger Fehde. In diesem Streit, den Kf. Friedrich der Siegreiche in seiner Eigenschaft als Reichslandvogt des Elsaß gegen die seine Reform der Benediktinerabtei ablehnende Stadt vom Zaun brach, bestellte Kaiser Friedrich III. L. im Vertrauen auf seine militärische Tüchtigkeit im Jan. 1470 zum Feldhauptmann und ernannte ihn sogar 1471 zum Reichslandvogt. L.s völlige militärische Niederlage im Sept. 1471 bedeutete eine merkliche Beeinträchtigung der Aktivitäten der Reichsreformbewegung und stellte im Ringen um den Besitz der Reichslandvogtei Elsaß zwischen Habsburg und Wittelsbach den alten Zustand wieder her. L. hatte große territoriale Einbußen hinzunehmen, die sein Fürstentum aus der Oberrheinebene und von der unteren Nahe fast gan
Weistum
Aufzeichnung mündlich überlieferter Gewohnheitsrechte in Form von Rechts- und Urteilssprüchen.
Welsche Haube
eine konkav ansetzende, in weitem Schwung konvex ausholende und dann wieder konkav in eine Spitze auslaufende Turmbedeckung, z.B. beim Zwiebelturm
Welscher Giebel
In der Renaissance aufgekommene Bezeichnung für ursprünglich italienische Giebelkonturen mit Halbkreisen oder Voluten.
Wendelstein
Vor die Fassade einer Burg gebauter, repräsentativ gestalteter Treppenturm.
Wenden
[lat. venedi] Der alte deutsche Name für alle Slawen.
Wichhäuschen
(auch Kampfhäuschen) Hausähnlicher, weit vorspringender Erker, zumeist aus Holz, auf einer Ringmauer oder einem Turm.
Widdum
In Süddeutschland Bezeichnung für das unbewegliche Vermögen der Pfarrpfründe und insbesondere für das Pfarrhaus und zum Unterhalt des Pfarrers dienende Güter. Auch: Das bei der Heirat vom Ehemann ausgeschiedene, rechtliche Sondervermögen, das der Ehefrau im Falle ihres Witwenstandes zusteht.
Wimperg
gotischer Ziergiebel über Tür- und Fensteröffnungen
Windlade
äußerer Wetterschutz aus Brettern an den Fenstern
Wippbaum
Hebebaum einer Zugbrücke
Wittelsbacher
Deutsches Herrschergeschlecht, benannt nach siner bereits 1209 zerstörten Stammburg bei Aibach in Oberbayern. Als Gefolgsleute der Stauferkaiser wurden die Wittelsbacher 1180 mit dem Herzogtum und späteren Kurfürstentum Bayern belehnt.
Wittum
Die Gabe des Gemahls an die Gemahlin bei der Eheschließung, die vor allem als spätere Witwenversorgung diente.
Wohnburg
Vornehmlich zu Wohnzwecken verwendete Burg
Wohnturm
Dauerhaft bewohnter (Haupt-)Turm einer Burganlage, der gleichermaßen Wehr- und Wohneinrichtungen aufweist.
Wolfsgrube
Eine meistens vor, manchmal aber auch hinter dem Burgtor liegende Grube, die ein zusätzliches Hindernis für potentielle Angreifer bildete und über eine Zugbrücke überquert werden musste.
Wüstung
untergegangene, von Menschen verlassene Siedlung und/oder Flurlage
Zahnfries
Fries aus übereck gestellten flachen Steinen, oft in Verbindung mit einem Rundbogenfries.
Zähringer
Schwäbisches Fürstengeschlecht, das erstmals iim 10. Jahrhundert erwähnt wird und sich seit Ende des 11. Jahrhunderts nach seiner Stammburg Zähringen bei Freiburg im Breisgau nannte. Als 1218 mit Berthold V. der letzte Herzog der Hauptlinie kinderlos starb, zerfiel das Reich der Zähringer.
Zangenlöcher
Kropflöcher, Vertiefungen an Quadern zum Festhalten mit der Bauzange.
Zangentor
Breiter Mauerdurchlass, bei dem die Mauerenden nach innen weisen, wo sich erst das eigentliche Tor befindet. So konnten Angreifer von den Seiten bekämpft (in die Zange genommen) werden. Zangentore sind vor allem auf Burgen des Frühmittelalters anzutreffen.
Zehnt
regelmäßige Abgabe eines bestimmten Anteils (meist 1/10) der erwirtschafteten landwirtschaftlichen Erträge
Zehntstadel
Speicher zur Einlagerung des Zehntes der Getreideernte, den die Bauern an ihre Grundherren abzugeben hatten.
Zehrgaden
Vorratsraum für Lebensmittel in Burgen und Schlössern
Zeltdach
Dachform aus mindestens drei gegeneinander geneigten Flächen, die in eine Spitze zusammenlaufen, häufig bei Türmen vorkommend.
Zeughaus
Gebäude, das zur Lagerung von Waffen, Geschützen, Munition und Kriegsgerät aller Art ("Gezeug") diente.
Zimier
heraldische Helmzier
Zingel
Bering oder Ringmauer der Burg im Mittelalter
Zinne
[vom althochdeutschen "zin" für "Stab"] Zahnartige Mauerelemente, die als Brustwehr dienten und Burggebäude sowie Wehrmauern bekrönten.
Zirkularfestung
Von der Grundfläche her runde oder gerundete Artilleriebauwerke.
Zisterne
[lat. cista = Kiste] Gemauerter Wasserbehälter zum Auffangen und Sammeln von Regenwasser, meist unterirdisch.
Zitadelle
Selbständiger, in sich abgeschlossener Teil einer Befestigung, der diese oder die Stadt beherrschen soll. Die Zitadelle liegt daher in den meisten Fällen an der höchsten Stelle innerhalb des befestigten Bereichs.
Zopfstil (ca. 1760 - 1780)
Stilrichtung aus der Zeit zwischen Rokoko und Klassizismus von ca. 1760 bis 1780, geprägt von strenger Ausdrucksweise.
Zugbrücke
Hölzerne Brücke über den Burggraben, die mittels Kettenwinden hochgezogen werden kann.
Zungenburg
Burg auf einer Bergzunge als natürliche Bergform, vom Hinterland meist durch einen Halsgraben abgetrennt.
Zweikammerhaus
Burghaus, das im Grundriss nur aus zwei Räumen je Geschoss besteht
Zweiter Markgrafenkrieg (1552 - 1555)
zwischen Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach und den Hochstiften Bamberg und Würzburg und der Reichsstadt Nürnberg und später Moritz von Sachsen
Zwerchhaus
Quer ("zwerch") zur Dachrichtung stehendes, manchmal mehrstöckiges Dachhäuschen über dem Hauptgesims eines Hauses, beliebte Dachzier der Renaissance.
Zwickelmauerwerk
Mauerstruktur des späten Mittelalters, bei der größere Steine in kleinteiliges Stein- bzw. Zwickelmaterial eingebettet sind.
Zwiebelhelm
Turmhaube; barocke Umformung der welschen Haube, durch Einschnürung im unteren Drittel und Streckung der Spitze erhält sie die barocke Form
Zwillingsfenster
Fenster, das durch einen Mittelpfosten in zwei Öffnungen gegliedert ist.
Zwingburg
Volkstümlicher Ausdruck für Burg einer Fremdherrschaft
Zwinger
Zwischen den Mauern einer Befestigungsanlage befindliche Zwischenfläche und-räume, die der Abhaltung bzw. Verzögerung feindlicher Angriffe dienten.
Zyklopenmauerwerk
Mauerwerk mit eingestreuten großen, unregelmäßigen Steinblöcken.