Querfurt

Burg


© A. Raczek

Lage

Land:Deutschland
Bundesland:Sachsen-Anhalt
Saalekreis
Ort06268 Querfurt
Adresse:Burgstraße
Lage:westlich der Altstadt Querfurt auf Hochfläche
Geographische Lage:51.376966°, 11.593785°
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Beschreibung

Die Burg Querfurt gehört zu den größten mittelalterlichen Burgen in ganz Deutschland. Die unregelmäßige Anlage ist siebenmal größer als die Wartburg und wird von zwei Ringmauern (innere romanisch, äußere gotisch) und dem in den Felsen gehauenen Burggraben umgeben. Dem Schutz dienten auch die Westtoranlage sowie drei mehrgeschossige Rondelle. Neben dem romanischen Bergfried („Dicker Heinrich“) prägen der Wohnturm („Marterturm“) und der Pariser Turm bzw. Hausmannsturm die Anlage. Darüber hinaus befinden sich innerhalb des Berings das Korn- oder Rüsthaus, das Fürstenhaus, das Amtshaus, das Pächterhaus sowie die Schlosskirche inmitten des Schlosshofes.

Die Burg Querfurt gehört zu den größten und besterhaltensten mittelalterlichen Burgen im mitteleuropäischen Raum. Erstmalig wurde sie im 866 bis 899 entstandenen Hersfelder Zehntverzeichnis erwähnt.

Türme

Dicker Heinrich

romanischer Turm mit Zinnenkranz aus dem 15.Jahrhundert
Form:rund
Höhe:27,50 m
Außendurchmesser:14,30 m
(max.) Mauerstärke:4,00 m

Pariser Turm

© Rainer Gindele, Berlin
ursprünglich Hausmannsturm, barocke Haube von 1659
Form:rechteckig
Höhe:57,00 m

Marterturm

Der Turm wurde im 14. Jh. aufgestockt und diente nach dem Dreißigjährigen Krieg als Kornspeicher.
Form:quadratisch
Höhe:25,00 m
Grundfläche:11,50 x 11,50 m
Höhe des Eingangs:5
(max.) Mauerstärke:2,00 m

Kapelle

Patrozinium:Unsere(r) liebe(n) Frau off der Burg Quernford
romanische Schlosskapelle von Anfang 12.Jh. inmitten des Schlosshofes, ab 1323 Nutzung als Grablege der Grafen von Querfurt, 1716-1719 barock ausgestattet

Drehort

 Der Medicus, Deutschland (2013), Spielfilm
 Jorinde und Joringel, Deutschland (2011), Märchenfilm
 Die Päpstin, Deutschland (2009), Spielfilm
 1 ½ Ritter, Deutschland (2008), Spielfilm
 Die sechs Schwäne, Deutschland (2021), Märchenfilm
 Die zertanzten Schuhe, Deutschland (2011), Märchenfilm

Nutzung zwischen 1945 und 1990

Wohnungen, Poliklinik (1950-1983), Gesundheitsamt, Sitz des DRK, Burgmuseum (1952)

Maße

Burgfläche ca. 3,5 ha

Historische Ansichten



Burg Querfurt auf einem Merianstich

Besitzer

(Ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

Grafen von Querfurt (Stammsitz)als Erbauer
Erzbistum Magdeburg1496 nach dem Aussterben der Herren von Querfurt
Kursachsen1635
Herzöge von Sachsen–Weißenfels–Querfurt1657–1746
Kursachsen1746
Landkreis Saalekreis

Historie

881/99 („Curnfurdeburg“)
ab 950steinerner Ausbau
um 1000Errichtung eines zweigeschossigen Wohnbaus
Mitte 11. Jh.Errichtung des Torhauses
12./13. Jh.romanischer Ausbau der Burg mit Neubau der Kirche und Errichtung des „Dicken Heinrichs", zwei Wohnbauten sowie Ringmauern und Toren
um 1224Bau des Wohnturms („Marterturm“)
14./15. Jh.Modernisiserung der Wehranlagen, neuer Mauerring, Bau von Rondellen
1461–1469Anlegung des Trockengrabens unter Gebhard XIV., Aufstockung des „Marterturms", Bau des „Pariser Turms“ an der Nordseite
1469Erwähnung eines Scheunenbaus
1479Vollendung der westlichen Toranlage
1528–35Um- und Ausbauten, Ausbau des romanischen Fürstenhauses im Renaissancestil
1531–34Neubau des Korn- und Rüsthauses unter Kardinal Albrecht von Brandenburg als Speicher für Getreide und Waffen
1541Errichtung eines Torhauses
1618/48im Dreißigjährigen Krieg ist die Burg heftig umkämpft
1640–42Errichtung einer ummauerten Erdbastion nw der Toranlage, Belagerung durch die Schweden
1660–1668barocker Umbau des Fürstenhauses, der „Pariser Turm“ erhält eine barocke Haube
17./18. Jh.barocke Modernisierung von Schlosskirche, Amtshaus, Kornhaus, Fürstenhaus und Pächterwohnhaus
1662–1665Bau der Streichwehr „Merseburg“ neben der westlichen Toranlage
1753Umbau der Streichwehr zum Gefängnis
1797Neubau des Amtshauses unter Einbeziehung eines gotischen Mauerturms im Westen
1815–1936Nutzung als preußische Domäne
1830Nutzung des Torhauses als Amtshaus
1834/35Errichtung des Gefängnisbaus
Mitte 19. Jh.neugotische Veränderung des inneren Haupttores
1894Errichtung des südlichen Burgzugangs
1931Einrichtung eines Heimatmuseums in der Nordostbastion
1938–1940Grabungen, Nachweis eines dritten Tores und Mauern eines weiteren Zwingers
1980–1992bauarchäologische Forschungen
bis 1992Restaurierung der Burgkirche

Ansichten



Bild 2: © Rainer Gindele, BerlinBild 3: © Rainer Gindele, BerlinBild 4: © Rainer Gindele, BerlinBild 5: © Rainer Gindele, BerlinBild 6: © Rainer Gindele, BerlinBild 7: © Rainer Gindele, BerlinBild 8: © Rainer Gindele, BerlinBild 9: © Rainer Gindele, BerlinBild 10: © Rainer Gindele, Berlin

Quellen und Literatur

  • Antz, Christian / Kreiker,  Sebastian, Christian Antz (Hrsg.) (2005). Kulturreisen in Sachsen-Anhalt - Auf den Spuren Ottos des Großen, 4. Aufl., Wettin-Löbejün
  • Glatzel, Kristine (1979). Burg Querfurt. Baudenkmale 46, 1. Aufl., Leipzig
  • Schmitt, Reinhard (1993). Burg Querfurt. Große Baudenkmäler 436, 1. Aufl., München
  • Schmitt, Reinhard, Landesgruppe Sachsen-Anhalt der Deutschen Burgenvereinigung e.V. (Hrsg.) (2011). Burg Querfurt um 1000 - Zum baulichen Lebensumfeld des hl. Brun von Querfurt, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 20, S. 98ff, 1. Aufl., Halle/Saale
  • Wäscher, Hermann (1956). Die Baugeschichte der Burg Querfurt, 1. Aufl., (.o.O.)


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