Göttingen

Lage

Bundesland
Niedersachsen
Landkreis
Ort
37073 Göttingen
Lage
Koordinaten
51.53282°, 9.93514°

Beschreibung

Mauerbering (Kalkbruchsteine) um die Marktsiedlung sowie Nikolai-Viertel und Burgbereich. Das “Alte Dorf (Gutingi)” und die Mühlen lagen außerhalb dieser inneren Stadtbefestigung. Zugang zur Stadt durch vier Stadttore (Groner Tor, Weender Tor Albanitor und Geismartor) mit Tortürmen. Die Mauer war etwa 4 m hoch und bis zu 1,5 m stark. Weitere 15 Stadtmauertürme und vier Bergfriede dienten als zusätzliche Sicherung, im Besonderen an der östlichen Stadtgrenze. Westlicher Schutz hauptsächlich durch ein Sumpfgebiet (Masch) und den Fluss Leine (heute nicht korrekt als ´Leinekanal´ bezeichnet). Die außerhalb liegenden Mühlen waren über Pforten (Düsteres Tor, Mühlenpforte) erreichbar. Weitere Pforten führten zum Dorf Rosdorf (Rosdorfer Tor) sowie zum Dorf Nikolausberg (Nikolaitor). Letztere lag zwar im Nordosten, hatte aber keinen Zugang zum dortigen Burgbereich.

Das Alte Dorf wurde erst nachträglich durch eine separate Stadtmauer einbezogen, die sich im Süden an die innere Befestigung anschloss und durch vier Türme verstärkt wurde. Die herzogliche Neustadt hatte lediglich um die Kommende (Deutsch-Ritterorden) eine Mauer. Zugang erfolgte über das Marientor.

Auf Anweisung von Herzog Ernst von Braunschweig-Göttingen wurde die Befestigung durch Wallanlagen und Stadtgraben im 14. Jahrhundert verstärkt. Diese äußere Stadtbefestigung schloss nunmehr die oben genannten Bereiche und Mühlen mit ein. Der Stadtgraben war geflutet, der Stadtwall durch bis zu 9 m hohe Futtermauern mit Schießscharten und Zinnen sowie 30 Bollwerken gesichert. Zu diesen führten gleichzeitig mit dem Wall errichtete, gemauerte Mauerdurchgänge. Diese tunnelartigen Wallgänge waren etwa 2 m hoch und 2 m breit und hatten eine Mauerstärke von bis zu 1 m. Im 16. Jahrhundert erfolgte der Ausbau zur barocken Festung durch Schanzen, Lünetten und Ravelins. Nach Entfestigung erfolgte eine Neugestaltung der äußeren Stadttore (Torpfeiler mit Wappen-Löwen).

Erhalten:
Vereinzelte Mauerreste der inneren Befestigung, einzig erhaltener Stadtmauerturm “Turm gegen St. Clawes” mit längerem Mauerzug in der Turmstraße sowie Torturm des Marientores zur Neustadt. Nahezu komplett erhaltener Stadtwall der äußeren Befestigung als Naherholungsgebiet. Bis auf das “Bollwerk an der Nodilienmühle (Bismarckhäuschen)” sind die Bollwerke abgebrochen und deren Standorte lediglich an den noch zahlreich vorhandenen Walldurchgängen erkennbar. Vom Stadtgraben erhalten ist nur der sog. Schwänchenteich. Hier sind besonders der auf Grund des Höhenunterschiedes zwischen Groner Tor und Geismartor erforderliche Damm mit Fragmenten eines Bollwerkes sowie die Schießscharten in der Wallmauer ersichtlich.


Daten zur Stadtbefestigung
Urspüngliche Anzahl Tore4
Anzahl erhaltene Tore1
Sehenswert


Historie

Mitte 13.Jh.erbaut
953 (Dorf “Gutingi”)
1251erwähnt
1292 („intra/extra muros“)

Türme

Bollwerk Nr. 3 vom Weender Tor nach dem St. NikolaitorBollwerk
Bollwerk hinter der NodilienmühleBollwerk
Dammbollwerkteilweise erhaltenes Bollwerk
Pulverturmverschwundener Stadtmauerturm
Turm gegen St. ClawesStadtmauerturm
Turm auf der Windmühleteilweise erhaltener Stadtmauerturm
Inneres Albanitorverschwundenes Stadttor
Äußeres Albanitorverschwundenes Stadttor
Inneres Geismartorverschwundenes Stadttor
Mittleres Geismartorverschwundenes Stadttor
Äußeres Geismartorverschwundenes Stadttor
Inneres Groner Torverschwundenes Stadttor
Äußeres Groner Torverschwundenes Stadttor
Rosdorfer Torverschwundenes Stadttor
Inneres Weender Torverschwundenes Stadttor
Äußeres Weender Torverschwundenes Stadttor
Nicolaitorverschwundenes Stadttor
Mühlenpforteverschwundene Pforte
MarientorStadttor
Düsteres Torverschwundenes Stadttor



Literatur und Quellen

  Biller, Thomas: Die mittelalterlichen Stadtbefestigungen - Ein Handbuch, Darmstadt 2016
  Fahlbusch, Otto: Die Topographie der Stadt Göttingen, Göttingen 1952
  Möller, Hans-Herbert / Rüttgerodt-Riechmann,  Ilse, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Baudenkmale in Niedersachsen 5.1, Wiesbaden 1982
  Sailer, F.: Historisch-Topographischer Stadtplan um 1720, Göttingen 1983
  Schütte, Sven: Zur früheren Stadtbefestigung Göttingens, Hildesheim 1987
  Chronik der Stadt Göttingen, Stadtarchiv
  Hinweistafeln an den Objekten


Bilder




Objekte im Umkreis von 5 Kilometern

NameOrtArtDistanz (km)Bild
Hardenberger Hof (Göttingen) Göttingen 0,38 km
Burg Bolruz (Göttingen) Göttingen 0,45 km
Dreckwarte Göttingen-Geismar 2,52 km
Burg Grona Göttingen-Hagenberg 2,57 km
Hainbergswarte Göttingen 2,59 km
Warte Rosdorf (Wartberg) Rosdorf 4,68 km
Diemardener Warte Gleichen-Diemarden 4,92 km

Kommentare

  1. Image

    Danke für Ihre wundervolle Zusammenstellung . Bin über die Suche nach Göttinger Straßennamen / Tore der Stadt Göttingen auf Ihre Seite gestoßen . Befaße mich selber mit Göttinger Straße. HP : https://alte-strassen-in-goettingen.hpage.com/ mfg Klaus Wenzel

  2. Image

    Hallo Herr Wenzel, freut mich, dass Ihnen der Beitrag gefällt. Danke für Ihr Feedback. Ihre Webseite über alte Straßen in Göttingen ist mir schon länger bekannt, sehr informativ und umfangreich recherchiert. Werde Sie zu gegebener Zeit hierzu einmal direkt kontaktieren. Gruß M. Klein

  3. Image

  4. Image

  5. Image

  6. Image

  7. Image