alle Bilder © Andreas Umbreit Terrapolaris

Lage

Land:Deutschland
Bundesland:Hessen
Bezirk:Giessen
Lahn-Dill-Kreis
Ort35753 Greifenstein
Adresse:Talstraße 19
Lage:auf einem vorspringenden Felskegel am sö Ortsrand
Koordinaten:50.620785°, 8.294178°
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Beschreibung

Von der Anlage aus dem 13. Jahrhundert blieb lediglich die Schildmauer an der nördlichen Schmalseite erhalten. Von der annähernd rechteckigen Kernburg sind noch die beiden nebeneinander stehenden Türme sowie die Ruine des viergeschossigen "Neuen Baus" erhalten. Der östliche Turm ("Bruderturm") wurde im 18.Jh. als Glockenturm der Kirche ausgebaut. Um die Kernburg führte ein unregelmäßiger Bering, von dem noch Teile an der Ostseite erhalten sind.

Kellergewölbe, Mauerteile an der SW-Seite und die beiden Bollwerke an der West- und Nordseite stammen von einer Ausbauphase in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Anfang 17. Jahrhundert wurden die festungsmäßigen Verstärkungen wie Bastion, Westtor und Rossmühle errichtet.


Erhalten: Umfassungsmauern, Bergfried mit Doppeltürmen



Turm


Turmdaten

Höhe:ca. 20 m

Maße

Mauerstärke der Ringmauer ca. 2,0-2,5 m

Besitzer

(ohne Anspruch auf Vollständigkeit)
Herren von BeilsteinErbauer
Rudolf II. von Beilstein nennt sich Rudolf von Greifensteinum 1228
Grafen von Nassau–Dillenburg1314
Graf Johann IV. von Solms–Burgsolms erwirbt Burg und Herrschaft Greifenstein1395
Grafen von Solms–Braunfels1432
Greifenstein–Verein

Historie

um 1226 als Lehen des Hochstiftes Worms errichtet
um 1228erwähnt
1298Zerstörung der Burg auf Anordnung von König Adolf von Nassau, da Kraft III. von Greifenstein sich in den Auseinandersetzungen nach dern Königswahl auf die Seite des Gegenkönigs Albrecht von Österreich gestellt hatte
1381und 1388 Erneuerung der Burg durch Graf Johann IV. von Solms-Burgsolms mit Unterstützung von Graf Ruprecht von Nassau-Sonnenberg, Errichtung des "Nassauer Turms" und des "Bruder Turms"
seit 1432Erweiterung und Verstärkung der Burg unter Graf Otto II.
ab 1602–35Residenz von Graf Wilhelm I. von Solms-Braunfels, Erweiterung der Burg zu einer der stärksten Festungen im Westen Deutschlands
1618/48mehrfache vergebliche Belagerung der Burg im Dreißigjährigen Krieg
1683–1693barocker Ausbau, Errichtung des ehemals vierstöckigen Wohnbaus ("Neuer Bau") und der Schlosskirche über der alten Burgkapelle unter Graf Wilhelm-Moritz von Solms-Greifenstein
1693/94Verlagerung der Residenz nach Braunfels
18. Jh.Verfall der Festung, Abbruch von Teilen der Anlage
1908–14erste Sicherungsmaßnahmen
1969Gründung des Greifensteinvereins, Sicherung und Restaurierung der Anlage
ab 2006Restaurierung der Doppelturm-Schildmauer

Objekte im Umkreis von 10 Kilometern

BildNamePLZOrtKreisArtDistance (km)
BildNamePLZOrtKreisArtDistance (km)
Lichtenstein35753GreifensteinLDKBurgrest1.81
Beilstein35753Greifenstein-BeilsteinLDKteilweise erhaltene Burg4.00
Ehringshausen35630EhringshausenLDKWehrkirche6.65
Herborn35745HerbornLDKSchloss6.81
Driedorf 
Unterburg
Junkernschloss
Äußere Burg
35759DriedorfLDKRuine7.77
Driedorf 
Oberburg
35759DriedorfLDKBurgrest7.94
Alt-Dernbach 
Dernbach
Purzel
Butschel
35745Herborn-HerbornseelbachLDKverschwundene Burg8.93

Quellen und Literatur

  • Burg Greifenstein im Westerwald 1996
  • Die deutschen Burgen und Schlösser in Farbe,  Frankfurt am Main 1987
  • Elmar,  Brohl: Festungen in Hessen. Deutsche Festungen 2,  Regensburg 2013
  • Knappe,  Rudolf: Mittelalterliche Burgen in Hessen,  Gudensberg-Gleichen 1995