Natternberg

Ruine


© Albert Speelman, Utrecht

Lage


Land:Deutschland
Bundesland:Bayern
Bezirk:Niederbayern
LandkreisDeggendorf
Ort94469 Deggendorf-Natternberg
Lage:auf dem nur 65 m hohen Natternberg nö des Ortes
Lage in Google Maps:48.825497°, 12.91158°

Beschreibung


Die mittelalterliche bis neuzeitliche Burganlage nimmt die gesamte langgestreckte Höhe des Natternberges ein und gliedert sich in die westliche Hauptburg und die östlich anschließende, etwa gleich lange Vorburg an. Östlich von dieser grenzt ein Abschnittsgraben die Burganlage gegen den nach südosten weniger steil abfallenden und daher für Angreifer interessanteren Berganstieg ab.

Burg Natternberg war Nebenresidenz, vielleicht sogar Hauptresidenz der Grafen von Bogen. Die langgestreckte Hauptburg auf dem Natternberg besaß ursprünglich zwei Türme, von denen nur noch der Hauptturm erhalten ist. Reste des zweiten Turms haben sich an der NW-Ecke erhalten, ebenso Reste des Mauerrings. In der Hauptburg sind noch Grundmauern der Burgkapelle, Kellerreste und Grundmauern von weiteren Gebäuden, sowie am Tor noch zweistöckig aufragende Gebäudereste erhalten, letztere primär neuzeitlich. Die östlich anschließende Vorburg ist weitgehend verfallen, mit (teils restaurierten) Stützmauerresten vor allem an der langen Südseite, sowie auf der Westseite des Abschnittsgrabens ganz im Osten.

Ein Versuch, die Burg in den 1980er Jahren gastronomisch zu nutzen, scheiterte. Heute wird die Kernburg als Garten- und Parkanlage vom Gartenverein Deggendorf gepflegt.
Auf dem Burgberg bestand schon in keltischer Zeit eine Wehranlage. Burg Natternberg war Nebenresidenz, vielleicht sogar Hauptresidenz der Grafen von Bogen. Die langgestreckte Anlage auf dem nur 65 m hohen Natternberg besaß ursprünglich zwei Türme, von denen nur noch der Hauptturm erhalten ist. Reste des zweiten Turms haben sich an der NW-Ecke erhalten, ebenso Reste des Mauerrings.

Erhalten: Stumpf des Hauptturms, Ringmauerrest, Kellergewölbe, stark verfallene Mauerreste im Bereich der Vorburg

Historie

12.Jh.durch Grafen von Bogen erbaut
1145 (Erwähnung als Sitz eines Hartwig "judex statutus praeses castro in Natherenberg")
nach 1242Sitz eines Pfleggerichts
1357Peter Ecker von Egg wird auf Natternberg von seinem Herrn Herzog Albrecht belagert
1618/48im Dreißigjährigen Krieg beschädigt
bis 18. Jh.Natternberg ist Sitz eines herzoglichen, später kurfürstlichen Landgerichts mit Hochgerichtsbarkeit und Kastenamt
19. Mai 1743 die Burg wird im Österreichischen Erbfolgekrieg zerstört
1900einzelne Baumaßnahmen, der Turmstumpf erhält eine Spitzhaube, Wohnsitz des Grafen Harrach
nach 1945zunehmender Verfall und Sperrung der Ruine
1978–1980Durchführung punktueller Ausgrabungen in der Kernburg
ab 1985Sanierung der Anlage
2014Neuöffnung der Burg für die Allgemeinheit nach Sanierung durch Stadt und Eigentümer in Zusammenhang mit der Landesgartenschau in Deggendorf

Besitzer

Wittelsbacher1242 nach dem Aussterben der Grafen von Bogen
Herzöge von Bayern
Grafen PreysingEnde 18. Jh.
Baron Berger1836
Grafen Preysing1836/38
Grafen von und zu Arco–Zinneberg1940 durch Heirat mit Gräfin von Preysing zu Moos

Turm

Bergfried in der SO-Ecke der Anlage

Grundfläche 9 x 9 m
Mauerstärke 3 m

Maße

Anlage ca. 250 x 40 m

Kapelle

Anfang 19. Jh. Abbruch der Burgkapelle nach der Säkularisation, Grundmauern blieben erhalten

Literatur

Literatur zum Objekt

Moosauer, Donatus /  Wöhrl,  Jochen:

Burgen und Schlösser in Niederbayern,  Coburg 1991

Literatur zu Objekten in der Umgebung

Braasch, O.:

Neues von der Wischlburg - Luftbilder belegen im Innern eine untergegangene Befestigung, in: Das archäologische Jahr in Bayern 1985, S. 151ff.  Stuttgart 1985

Braasch, O. /  Christlein,  R.:

Die Burg Isarau bei Aholming, Landkreis Deggendorf, Niederbayern, in: Das archäologische Jahr in Bayern 1981, S. 186f.  Stuttgart 1982

Faßbinder, Jörg /  Gorka,  Tomasz /  Linck,  Roland /  Deller,  Thomas:

Magnetometerprospektion auf der frühmittelalterlichen Burganlage Bürg bei Oberpöring, in: Das archäologische Jahr in Bayern 2010, S. 108ff.  Stuttgart 2011

Fassbinder, Jörg:

Eine Abschnittsbefestigung des frühen Mittelalters? Magnetometerprospektion bei Schwarzwöhr. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege / Gesellschaft für Archäologie in Bayern (Hrsg.), in: Das archäologische Jahr in Bayern 2010, S. 111-113.  Stuttgart 2010

Gerhardt, I.:

Archäologische Prospektion mit der Magnetik am Beispiel der mittelalterlichen Wallanlage von Moos-Burgstall, Landkreis Deggendorf, Niederbayern.  Stuttgart  o. J.

Schmotz, Karl:

Die frühromanische Burgrotunde von Hengersberg.  Rahden 2014

Schmotz, Karl:

Neues von der Wischlburg II, in: Das archäologische Jahr in Bayern 2004, S. 128ff.  Stuttgart 2005

Westerholz, S. Michael:

Und brecht ihre starken Mauern - Burgen und Schlösser im Landkreis Deggendorf. Landkreis Deggendorf (Hrsg.). 1978

Objekte im Umkreis von 5 Kilometern



BildNameOrtKreisArtDistance
SchachingDeggendorf-SchachingDEGGWehrkirche3.25
DeggendorfDeggendorfDEGGStadtbefestigung3.69
HimmelbergOffenberg-HimmelbergDEGGLustschloss3.71
DeggendorfDeggendorfDEGGverschwundenes Schloss3.83
NeuhausenOffenberg-NeuhausenDEGGverschwundene Burg4.25

Galerie

© Albert Speelman, Utrecht© Albert Speelman, UtrechtKupferstich von Michael Wening
© Andreas Umbreit Terrapolaris© Andreas Umbreit Terrapolaris© Andreas Umbreit Terrapolaris
© Andreas Umbreit Terrapolaris© Andreas Umbreit Terrapolaris© Andreas Umbreit Terrapolaris
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