alle Bilder © Andreas Umbreit Terrapolaris

Lage

Land:Deutschland
Bundesland:Bayern
Bezirk:Oberbayern
LandkreisEichstätt
Ort85110 Kipfenberg
Lage:ca. 250-400 m ssw Kirche Kipfenberg auf dem Michelsberg
Koordinaten:48.946632°, 11.392733°
Lage in Google MapsLage in OpenStreetMapLage in OpenTopoMap

Beschreibung

Der Michelsberg ist ein ausgeprägter Sporn der Hochfläche südlich des Altmühltales mit steilen Dolomit-Felsabstürzen nach allen Seiten außer Süden, auf der sich menschliche Aktivität bis zurück in die Hallstadtzeit belegen läßt. Befestigt wurde der Berg erstmalig vermutlich in der Latenezeit (Kelten), in die der äußerste (südlichste) Abschnittswall mit Graben , sowie weitere schwächere Wälle und Gräben vor dem ersten mittelalterlichen Wallgraben auf der Spornfläche datiert werden. Dieser mächtige, 6m hohe Abschnittswall aus dem 10. Jh. (Ungarnkriege) mit 3m tiefem und bis 11 m breitem vorgelagertem Graben (und Vorwall) aus dem 10. Jh. (Ungarnkriege) trägt eine 2,5m dicke Mauer mit Wehrgang und Brustwehr. #I#n der Mitte des Walls finden sich die Reste einer Turmburg (18 x 18 m, 2 m Mauerstärke, Grundmauern erhalten), am Westende des Walls lag das Tor mit Torturm (nur geringe Reste erhalten). Innerhalb des Walls folgen nach Norden Reste (Keller) eines älteren, römischen Gebäudes und dann nach Norden weitere vorgeschichtliche Wallreste und auf dem äußersten Sporn eine weitere, wohl ebenfalls im 10. Jh. begonnene Wall- und Grabenanlage, im 11./12. Jh. durch einen Turm mit Buckelquadern und einen Torturm ergänzt. #D#ie mittelalterliche Bebauung diente vermutlich vor allem als Fliehburg insbesondere gegen die Ungarngefahr und war im 13. Jh. bereits weitgehend abgeschlossen - mit Ausnahme der Michaelskapelle fast auf der Nordspitze des Sporns, deren Anfänge ebenfalls ins 10. Jh. zurückreichen könnten.


Kapelle

Patrozinium:St. Michael
1601 schriftliche Ersterwähnung der St. Michaelskapelle, im 17. Jh. beliebtes Wallfahrtsziel, 1756 Gründung einer Einsiedelei bei der St. Michaelskapelle, 1819 Tod des letzten Einsiedlers, Abriss der bereits verfallenden St. Michaelskapelle

Reliefansicht im BayernAtlas



Maße

Plateaulänge ca. 150 m

Besitzer

(ohne Anspruch auf Vollständigkeit)
Kelten
Römer
Bistum Eichstätt10. Jh.– um 1803/06
Bayern1803/06 im Zuge der Säkularisation

Historie

430–120v. Chr. keltische Anlage des äußersten Abschnittswalls mit Graben und zweier weiterer Abschnittsbefestigungen mit Wällen und Gräben weiter außen auf dem Bergsporn
120v. Chr. - 233 Römerzeit - Reste eines Gebäudekomplexes (Heiligtum ?) mit Keller
10. Jh.etwa in der Mitte der Spornlänge imposanter Abschnittswall mit aufgesetzter Mauer und Wehrgang, Torturm am Westende, Turmburg in der Wallmitte, tief ausgehauener Graben, etwas kleinere Wallanlage auf dem äußeren Sporn, evtl. Anfänge der Michaelskapelle, Konzeption vermutlich als Fliehburg angesichts der Ungarngefahr nach 955
11. Jh.Ergänzende Bauten
13. Jh.Aufgabe des Dienstmannensitzes und Aufgabe der Verteidigungsanlagen
1803–1806Ausgrabungen auf dem Michelsberg durch Friedrich Winkelmann
1985Durchführung weiterer Ausgrabungen (u.a. Michaelskapelle, Turmburg).

Objekte im Umkreis von 10 Kilometern

NameOrtArtDistance (km)Bild
NameOrtArtDistance (km)Bild
KipfenbergKipfenbergBefestigungsrest0.35
KipfenbergKipfenbergBurg0.40
Kipfenberg 
Limes-Wachtturm 14/78
KipfenbergRömerturm1.19
Arnsberg 
Arensberg
Kipfenberg-Arnsbergteilweise erhaltene Burg2.36
Böhming 
Römerkastell
Kipfenberg-BöhmingBefestigungsrest2.36
ArnsbergKipfenberg-ArnsbergBefestigungsrest2.58
Rauenwörth 
Rauhenwört
Waltingverschwundene Wasserburg3.49
Neuenstein 
Nonnenstein
Nunnenstein
Walting-Gungoldingverschwundene Burg3.69
Gungolding 
Mariä Himmelfahrt
Walting-Gungoldingverschwundene Kirchhofbefestigung4.00
Brand 
Attenzell
Kipfenberg-SchambachWallburg4.57
HubertusfelsenKinding-Unteremmendorfverschwundene Burg5.05
PfalzpaintWalting-PfalzpaintBurgrest5.18
Enkering 
Sankt Otmar
Kinding-EnkeringKirchhofbefestigung5.36
Torfelsen 
Felsentor
Kinding-Unteremmendorfverschwundene Burg5.48
EibwangKinding-EibwangAdelssitz5.52
SchellenburgKinding-EnkeringWallburg5.57
SaufelsenKinding-Unteremmendorfverschwundene Burg5.66
RumburgKinding-EnkeringRuine5.95
Kinding 
Mariä Geburt
KindingKirchhofbefestigung6.12
Pfahldorf (Limes) 
Limes bei Wp 14-71
Kipfenberg-PfahldorfBefestigungsrest6.30
RieshofenWalting-Rieshofenangebliche/vermutete
Burg-/Schlossanlage
6.47
RieshofenWalting-RieshofenRuine6.48
Schönbrunn 
Prunn
Denkendorf-SchönbrunnSchloss6.94
Irfersdorf 
Sankt Margareta
Beilngries-IrfersdorfKirchhofbefestigung7.31
Hirnstetten (Limes) 
Limes bei Wp 14-70
Kipfenberg-HirnstettenBefestigungsrest7.34
Pfraundorf 
Peter und Paul
Kinding-Pfraundorfteilweise erhaltene Kirchhofbefestigung7.60
Walting 
Sankt Johann Baptist
WaltingKirchhofbefestigung7.80
Rundeck 
Stossenberg
Stossenburg
Erlingshofen
Kinding-ErlingshofenRuine7.93
KirchbergKinding-ErlingshofenWallburg8.02
Erlingshofen 
Mariä Heimsuchung
Kinding-ErlingshofenKirchhofbefestigung8.18
Wieseck 
Alte Festung
Alte Veste
Kinding-Erlingshofenverschwundene Burg8.51
LiebeneckGreding-MettendorfBurgrest8.80
RothenbergBöhmfeldverschwundene Burg8.87
WindenAltmannstein-MegmannsdorfWallburg9.33
HofstettenHitzhofen-HofstettenSchloss9.47
Brunneck 
Bruneck
Titting-AltdorfRuine9.73

Quellen und Literatur

  • Burger-Segl,  Ingrid: Archäologische Wanderungen Band 2: mittleres Altmühltal,  Treuchtlingen 1993