Beschreibung im Denkmalatlas Niedersachsen
Auf der höchsten Stelle des Gehrdener Berges (Burgberg) gelegener, über 20 Meter hoher Aussichtsturm aus Bruchsteinmauerwerk, von einem südlich als Ausflugslokal angebauten Gebäude sind nur noch die Erdgeschossaußenwände erhalten. Erbaut 1897/98 von Maurermeister Fr. Krull in Gehrden. In der Nähe befindet sich eine anlässlich einer damaligen Grabungskampagne 1938 aufgestellte große Steintafel, die eine zeittypisch geprägte Erklärung zur "germanischen Burg der Cherusker" gibt und Teil eines der ältesten archäologischen Lehrpfade in Deutschland ist.
Der innerhalb einer frühmittelalterlichen Wallanlage errichtete Turm mit seinen Anbauten entstand fast gleichzeitig mit dem auf der gegenüberliegenden Anhöhe im Auftrag der Hannoverschen Straßenbahn AG gebauten Berggasthaus. Zuvor hatte man mit der Linie 10 eine Überlandstrecke nach Gehrden eingerichtet und den Ort damit zum beliebten Ausflugsziel der hannoverschen Stadtbevölkerung gemacht. Mit der kriegsbedingten Stilllegung der direkten Verbindung zwischen Ortsmitte und Berg im Jahr 1917 und der Einstellung der kompletten Linie für den Personenverkehr im Jahr 1952 war die Entwicklung rückläufig und nach mehrfachem Nutzungs- und Besitzerwechsel wurde die Anlage auf dem Burgberg zur Ruine. In den 1980er Jahren wurde sie von der Stadt Gehrden erworben und der Turm wieder nutzbar gemacht. An der Erhaltung des städtebaulich landschaftsprägenden Burgberg-Turms besteht aufgrund der ortsgeschichtlichen Bedeutung sowie des geschichtlichen Zeugnis- und Schauwertes als Gebäudetypus beispielhafter Ausprägung ein öffentliches Interesse.
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