Beiträge von Rolf Nowack


Rolf Nowack - Buchenweg 4 - Katlenburg-Lindau - Rolf Nowack



Die Schanze auf dem Großen Leuchtberg bei Eschwege

Gr.Leuchtberg Schanze, S-O-Ecken oberer Südwall

Die etwa 150 Meter zu 80 Meter große Rechteckschanze liegt auf dem Nordabschwung im Westhang des "Großen Leuchtbergs" oberhalb der "Schäferhalle". Die Anlage bestand aus einem Wall mit auf Norden, Osten und Süden umlaufenden Außengraben. Wall und Graben sind im Süden am besten erhalten. Der Norden ist durch den Einbau eines Weges gestört. Die Westseite wurde durch eine hohe steile Böschung mit Steinlagen gesichert. Die Nordostecke ist einem Steinbruch zum Opfer gefallen. Der südliche Bereich des Ostgrabens ist durch einen Forstweg überdeckt. Im Südosten gliederte sich ein gesicherter Bereich mit einer Bastion oder einer Warte auf dem Bergkamm an.



Die Siburg westlich von Einbeck-Sülbeck

Siburg

Im Umfeld der Ortschaft Einbeck-Sülbeck befinden sich mehrere Wüstungen. Nördlich von Sülbeck liegt der Sülbecker Berg, und im Westen befindet sich der Sülberg nach dem der Suilberggau benannt wurde. In Sülbeck wurde ab dem 17. Jahrhundert wirtschaftlich Sole zu Salz versiedet.

Westlich von Einbeck-Sülbeck und östlich des Sülberges lag die Wüstung Siburgehusen. In deren Nähe befanden sich eine Süß- und eine Salzwasserquelle. Eine "Salinas Siburgehusen" wird 1210 in einer Urkunde des Klosters Amelungsborn erwähnt.

Südlich der Wüstung befindet sich eine etwa zehn Meter hohen flachen Anhöhe. Deren Westrand wird nach Süden durch einen nach Süden ansteigenden Taleinschnitt vom Sülberg getrennt. Der Nordostrand geht almählich in den nach Süden ansteigenden Berg über. Auf der ebenen Anhöhe hatte eine ovale frühmittelalterliche Ringwallanlage gelegen. Das Gelände der Anhöhe fiel nach Norden, Westen und Nordosten steil ab. Der östliche, südwestliche und südliche ansteigende Bereich der Burg wurde durch einen etwa zehn Meter breiten Ringgraben gesichert. Diesen Graben konnte man im Juli 1986 im ausreifenden Getreide vom höheren Sülberg aus erspähen. Damals war der Graben als eingetiefte Delle auf dem südlichen Feld sichtbar. Noch besser waren Graben und Wall auf der Westseite in eine Wiese erhalten. Heute stehen dort Schwarzdornbüsche. Am Nordrand könnte ein noch heute erhaltener Einschnitt einen früheren Zugang zu der Burg darstellen. Auf der rechts davon liegenden Nordwestrundung lag der vermutliche befestigte Vierseithof (festes Haus oder Kemenate) dessen Bodenstrukturen sich in der früheren Pferdeweide abzeichneten.
Die Fundmeldung der Burg mit Fotos und Lageplan wurde an die Einbecker Stadtarchäologen und an das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege gesandt.

Das NNW-SSO ausgerichtete Oval der Burg war über 200 Meter lang bei knapp 150 Meter Breite. Möglicherweise lag auf der Nordwestseite ein befestigter Vierseithof oberhalb der Salzquelle. Westlich der Burg wurde obertägig salzhaltiges Gestein abgebaut.

Frühmittelalterliche Burg der Grafen von Dassel

Burg Dassel

Jahrelang suchten Forscher die Stammburg der Grafen von Dassel "oben auf" dem "Burgberg", aber sie fanden keine Überreste. Selbst die Dasseler Lehrer und Ortshistoriker Mirus und Mittendorf werteten die Überlieferung vom Pastor und Chronisten Johannes Letzner in der 1596 gedruckten "Einbeckschen und Dasselschen Chronica" einer Burg auf dem Burgberg als Fantasiegebilde ab. Aber Letzners Quellen entsprachen der Wahrheit. 1975 habe ich den gesamten Burgberg abgelaufen. Auf der Höhe des Berges waren keine Graben- oder Wallreste zu erkennen, außer der eingeebneten Fläche einer möglichen Vorbefestigung auf halber Höhe am Nordhang.
Erst im Winter 1985 erkannte ich den Burgwall dank der Entlaubung der Bäume von einem Standpunkt östlich der Burg. Die Kernburgfläche bildet noch heute eine Baum freie Wiese in Schräghanglage. Im Süden sind Reste der ehemaligen Ringmauer als kleiner niedriger Wall erhalten. Südlich davor liegt ein bis zu fünfzehn Meter breiter größtenteils verfüllter Graben. Eine halbovale Rinderweide mit nach allen Seiten abfallenden Rand von knapp anderthalb Hektar Größe bildet am Nordhang des Burgberges die Kernburg. Teilbesitzer der Vorburgbereiche sind die Familien Worm (ehem. Villa Liebau) im Süden, Rudolph im Osten und der Dasseler Stadtforst im Westen (ehem.Hochofen).

Die etwa 1,5 Hektar große alte Dasseler Befestigungsanlage auf dem Nordwest-Abhang des Burgbergs, dem "Hoppenberg", ist aufgrund der auf einem Quellhorizont gebauten Hanglage dem Frühen Mittelalter zuzuweisen. Sie wurde bis zur späteren Erbauung der "Burg Hunnesrück" auf dem Amtsberg südlich von Dassel-Mackensen von den Grafen von Dassel genutzt. Bis ins 16. Jahrhundert deuten Urkunden auf eine ehemalige Nutzung und Bebauung hin.

Die Burg Dassel liegt wie ähnliche Burganlagen in Süd-Niedersachsen, Hessen, Thüringen oder Bayern in Schräghanglage auf einem Quellhorizont zwischen unterem Buntsandstein und dem darüber liegenden Kalkstein. Eine dazwischen liegende schmale Tonschicht lässt Quellwasser zu Tage treten. Eine Quelle liegt in der Burg, weitere Quellbereiche liegen außerhalb der Burg im Südosten in unmittelbarer Nähe im alten Burggraben und im westlich gelegen Waldstück. Dort im Westen ist unterhalb der Quelle noch ein quadratischer Sandsteintrog erhalten mit ähnlichen Maßen wie der "Hunebrunnen bei der Northeimer Bomeneburg". Diese starke Quelle speiste noch bis ins 19.Jahrhundert das Amtshaus der Eisenhütte Dassel (Info des Bewohner des alten Gutshauses in der Eisenhütte / später FHS/ heute Pearl TV// Herrn von Toll 1991).

Der abfallende Riedel an der Nordwestecke des Burgberges wurde mit einer im Halbrund gegen den Berg geführten Ringmauer von etwa 1,5 Meter Stärke gegen den aufsteigenden Südhang nach Osten, Süden und Westen gesichert. Der etwa 15 Meter hohe untere steile Nordhang der Burgfläche oberhalb der Ilme-Niederung wurde durch Abgrabung steiler gemacht. Die erhaltene Höhe des Ringwalles zum einstmals umlaufenden Graben beträgt an der Süd- und Südostflanke heute noch zwischen zwei und fünf Metern. Reste der Ringmauer liegen in dem Südwall auf der Grenze zwischen dem Grundstück der Villa Liebau (heute Familie Worm, Am Burgberg 5) und der unterhalb nördlich gelegenen Rinderweide (ehemals im Besitz der Eisenhütte). Der Zugang zur Burg erfolgte vermutlich von der unteren Ostseite in Höhe der Villa Rudolph. Durch Falschfarben veränderte Luftaufnahmen zeigen direkt oberhalb des Tores auf der Südostseite die Grundmauern eines größeren Gebäudes. Weitere Standorte von Gebäuden erkennt man durch Bodenmerkmale im Westen am Wald und im Norden oberhalb des Steilhangs. Weitere Bodenstrukturen weisen auf noch in späteren Zeiten erstellte kleinräumigere Gebäude hin.

Um den Quellbereich der dauernd fließende kleinen Quelle in der oberen Burgfläche konnten durch den Verfasser im Frühjahr 1985 datierbare Scherben der mittelalterlichen Pingsdorfer Keramik (9. bis 11. Jahrhundert) geborgen werden, und 1986 zusammen mit einem Fundbericht, dem Lageplan der Hauptburg und der Vorburgen, und mehreren Fotos der Wälle an das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege zu Händen von Herrn Dr. Hans-Wilhelm Heine übersandt werden.

(Es gibt Publikationen von Dr. Heine über die Burganlage. Der 2012 verstorbene Herr Heine war damals der "Querschnittsbeauftragte für Burgenfragen" des Landes Niedersachsen. Die Ausarbeitungen einschließlich Lageplan und einem Airbone-Laserscan können beim Niedersächsischen Landesamt für für Denkmalpflege in Hannover bei der Archivleiterin Frau Dr. Nelson oder möglicherweise beim Dasseler Bürgermeister erfragt werden.)

Eine der ältesten Überlieferungen steht in der 1596 verlegten "Chronica von Dassel und Einbeck" die der Pfarrer und Chronist aus Iber "Johann Letzner" schrieb. Dort steht im fünften Kapitel: "Alte Leute berichten wohl, daß von Alters her die Grafen von Dassel, auf einem Hügel, der Borgberg genannt, sollen gewohnet und Hof gehalten haben,...." (Diese Chronik liegt als Reprodruck des Bärenreiter-Verlages in der Einbecker Stadtbücherei. Als ständiger Leser älterer deutscher Literatur war dieser Buchtext für mich die Ursache zur neuerlichen Überprüfung des Burgberges ab 1985).

Im südlichen Vorfeld der Burg wurde der breite umlaufende Graben durch Abtrag des Walles bzw. der Südmauer und Aufschüttung des Grabens um 1900 durch den Großvater des Arztes Dr. Liebau verändert (Info des damals in Hannover praktizierenden Frauenarztes Dr. Liebau 1985: Im "ehemaligen Hohlweg" liegen große Quader des Walles). Die Villa Liebau wurde durch eine weiter bergaufwärts liegende Quelle mit Trinkwasser versorgt. Der Graben eines Stromversorgungskabels soll die Grundmauern der Burg erreicht haben, die vom Dasseler Lehrer Mittendorf als Bergschmiede angesehen worden war. Im Westen der Burg befindet sich eine mögliche viertelkreisförmige Vorburg die die starke Quelle absicherte. Unweit davon verraten Schlackenreste den Standort eines sehr alten Hochofens. Die damals betagten ehemaligen Dasseler Lehrer Mirus und Mittendorf weigerten sich leider beide 1986 mit mir die Burg zu besichtigen, weil sie beide die Befestigungsanlage als Fantasiegebilde ansahen.

Die „Sassenburg“ östlich von Gifhorn

Im Landkreis Gifhorn nennt sich eine Einheitsgemeinde aus den sechs ehemals selbstständigen Dörfern Dannenbüttel, Grußendorf, Neudorf-Platendorf, Stüde, Triangel und Westerbeck nach der sagenhaften Sassenburg. Die mittelalterliche „Sassenburg“ lag in einer nach Norden ausufernden Schlinge der Aller westlich des Ortsteils Dannenbütte. Von der hochmittelalterlichen Burg sind in der Luftaufnahme in der Mitte der linken Bildfläche deutliche Bodenstrukturen (Schuttflächen) ehemaliger massiver Bauteile sichtbar.

Sassenburg

Blickrichtung Nordwest:

Von rechts unten fließt die Aller um eine Sanddüne im Bogen nach Westen. Linkerhand des Flusses im flachen Niederungsgebiet befand sich eine rechteckige Burganlage mit Vorbefestigungen. Heute ist das Wiesengelände komplett eingeebnet.

Sassenburg Sassenburg Sassenburg


Blickrichtung Nordwesten:

Im Westteil des Kiefernwäldchens vermutete man bislang eine verschliffene sächsische Ringwallanlage (7. bis 8.Jahrhundert).

Südwestlich der möglichen früh-ma Ringwallanlage befand sich in der ebenen Niederung (auf 54 m üNN) eine hochmittelalterliche trapezförmige Burg. Deren massive Fundamente sind vermutlich noch im Boden erhalten. Im Westen und Süden der Kernburg sind Bodenstrukturen von massiven Gebäude zu erahnen. Die Anlage war von einem System von Burggräben (und Wällen) umgeben. Interessant ist der nordöstlich gelegene dreieckige Keil eines heute eingeebneten ehemaligem Erdaufwurfs (ähnlich dem "Reubenberg" beim Schloss Neustadt an der Leine), der vermutlich mit der Spitze gegen die Strömungsrichtung der Aller gebaut wurde, um die Burg vor Hochwasser mit Eisgang im Winter zu schützen.

Der Zugang zur Burg verlief vermutlich vom östlichen Waldrand (unten) durch den quer liegenden vorgelagerten 200 m langen Ostwall (in der Wiese) in Richtung Westsüdwest, umrundete die Südostecke des Kastells und erreichte die Burg von links im Süden auf der Hochwasser geschützten Seite.

Sassenburg Sassenburg


Blickrichtung Westen (Hauptburg - Kastell):

Das großflächige Luftbild zeigt die Burg in der linken Bildmitte. Drei von unten nach oben verlaufende neuzeitliche Gräben (helle Uferbegrenzungen) begrenzen und schneiden die Burgfläche.

Im Vordergrund lag der breite lange hellgraue Schutzwall vor der Anhöhe mit der mittigen Toranlage. Die schmale schräg verlaufende Linie (zwischen den beiden linken neuzeitlichen Entwässerungsgräben) stellt den ehemaligen Burgweg dar. Rechts vor dem Kastell ist das große helle dunkel umrandete Dreieck zu sehen (Reubenberg?).

Es ergibt sich gesamt eine mögliche mehrstufig ausgebaute Kastellburg des hohen Mittelalters vom 11. bis 13. Jahrhundert. Die Zerstörung erfolgte wahrscheinlich in der Fehde zwischen den Welfenbrüdern Herzog Albrecht dem Fetten (von Braunschweig) gegen seinen Bruder Heinrich dem Wunderliche (später Herzog von Grubenhagen).

Sassenburg

Kastellanlage 12./13.Jahrh.
Querliegender Hauptgebäudekomplex

Mögliches Heerlager westlich der Gellinghauser Hünenburg im Sauerland, NRW; Borchen-Gellinghausen, Flurbereich Limberg-Ritterholz

Heerlager westlich der Gellinghauser Hünenburg im Sauerland, NRW; Borchen-Gellinghausen, Flurbereich Limberg-Ritterholz, Größe etwa 7 Hektar Fläche; Nord-Süd: 350 m, größte Breite im Süden West-Ost: 230 m.

Heerlager Heerlager


Nur etwa knapp einen Kilometer östlich liegt die bekannte karolingische „Hünschenburg“.

Die Hünenburg bei Hann.Münden-Volkmarshausen

"Hünenburg", ehemaliger Burgwall bei Hann.Münden, Ortsteil Volkmarshausen, Kreis Göttingen, Reg.-Bez. Braunschweig

Hünenburg

Name: Hünenburg, 1720 Die Hunische Burg, "Der Hintere Papenberg"; 500 m östlich Fln. " Riensche Burg"

Meßtischblatt: 4524 Hann.Münden; R 35470 / H 57010

Allgemeine Lage: Südlicher Bramwald, im Dreieck zwischen Werra und Weser

Örtliche Lage: 300 m üNN auf dem nördlichem Ausläufer des "Blümer Berges" östlich von Volkmarshausen (120 m üNN)

Baugrund: Graubrauner Wesersandstein.

Baumaterial: Verschiedenfarbige Sandsteine, Quarzite, Basalt.

Beschreibung: Ungewöhnlich große, im Ursprung vorfrühgeschichtliche Burgwall-Anlage, Gesamtausdehnung Nord-Süd 530 m, Ost-West 350 m, 40 m Höhenunterschied Als sichtbare Baureste sind Mauerfundierungsterrassen rings um die Hochfläche zu erkennen. Im Inneren fallen flächige Steinansammlungen und Lehmstreifen auf . Die Hünenburg bildet eine dreieckige Hochfläche mit abgerundeten Ecken. (Nord- und Südradius betragen rund 50 m, der Ostradius ungefähr 100 m). Die Längen der Seiten (bei sich schneidenden Geraden) sind Westseite:700 m, Südostseite 650 m, Nordostseite 500 m. Im Nordosten ist der Mauerverlauf nur sehr schwer zu erahnen..

Der Höhenunterschied zwischen Hochebene und nördlicher und westlicher Talebene beträgt 150 m. Die Hochfläche fällt von 312,4 m üNN im Westen auf 270 m üNN im Osten flach ab. Von Süd nach Nord verringert sich die Höhendifferenz ebenfalls um 40 Meter. Der sehr flache Sattel ( 290 m ) zwischen "Hünenburg" ( 312,4 m ) im Nordwesten und sich südöstlich anschließendem "Blümerberg" ( 320 m ) bildet ein Trapez, dessen schmale Nordwestseite ist fast 250 m lang.

Die Hochfläche des "Blümerbergs" ist rings um die flache Kuppe mit Sumpfgebieten umzogen. Vom Sattel entwässern zwei Bäche das Feuchtgebiet nach Norden und Westen in tief abfallende Kerbtäler.

Drei dauernd fließende Quellen geben ihr Wasser zusätzlich in den nordöstlichen "Helle Grund". Südlich der Ostrundung der "Hünenburgmauer" und etwa 40 m von der beginnenden Südostgeraden knapp über der 290-m-Isohypse am "Rischplatz" entspringt die der Burg am nächsten liegende dauernd fließende Quelle. Hier in der Nähe wird vermutlich ein Burgtor gelegen haben.

Beim Bau des von hier nach Südwesten führenden "Sandweges" wurde das Mittelstück der fast parallel verlaufenden Mauerterrasse der Südostfront zerstört. Auf dem höchsten Teil des Sattels zeigt sich im Burginneren, etwa 15 m hinter dem Wall ein fast 30 m langer Graben mit Vorwall. Zwanzig Meter südlich, im Zuge des Mauerverlaufs durch einen Forstweg geschnitten, erkennt man die Mauergründung. In einem Windwurf in der Nähe stecken im Wurzelballen Hüttenlehmreste.

Etwas weiter am tieferen Westabhang ist der 4 m breite Versturz der Mauer mit den unterschiedlich farbigen Sandstein- und Quarzitblöcken gut zu erkennen. Aus dem Sumpf auf dem Sattel fließt ein Rinnsal fast parallel im Abstand von 15 Metern zu der Mauerterrasse in Richtung Westen in den "Steingrund". Auf einer Hangkante vom über 700 m südlich entfernten ehemaligen Mühlsteinbruch herauf erklimmt der "Försterstieg" auf Höhe des "Dennerlein"-Gedenksteines den Sattel. Zuvor passiert er die oberhalb liegenden Rund- und Ovalpingen. Deren Entfernung zur Burg beträgt vielleicht 100 m. Der Flurname westlich des "Försterstiegs" lautet "Der Vordere Papenberg" . Auf Höhe des "Dennerlein-Steins" zweigt vom Bächlein eine Rinne ab, führt mit wenig Gefälle auf die Burg zu, quert den Mauerverlauf unterirdisch und verläuft nach dreißig Metern im Burginneren. Zwanzig Meter weiter bergab beginnt ebenfalls eine Rinne und begrenzt die Südrundung der Hünenburg.

Ab dem südlichsten Punkt im Verlauf der Mauerumbiegung steigt die Terrasse von 270 m üNN am Westabhang fast geradlinig bis auf ungefähr 305 m üNN, um dann wieder in der Nordumbiegung nach Osten umzuschwenken. . Der Mauerbereich südwestlich der Jagdhütte erscheint entweder gestört zu sein, oder hier hat ein doppelt hintereinander gestaffeltes Terrassensystem bestanden, oder zumindest ein nach innen zurückgesetzter Mauerzug. Vielleicht lag hier am Steilhang eine gut zu verteidigende kleine Toranlage. Östlich der Nordumbiegung läuft der Mauerzug zur Südwestecke des kleinen Steinbruches am Nordabhang der Hünenburgkuppe. Ab der Südostecke des Bruches ist der Mauerverlauf nur zu erahnen .

Wäre die Mauer bis zur Nord-Ostumbiegung auf der ( sich bis auf 270 m NN fallenden ) unteren gut sichtbaren Hangkante der Hochfläche verlaufen, so ließe sich die These von der dreieckigen Anlage nicht halten. Nach dieser nordöstlichen Umbiegung ergibt sich, nach Süden anschließend durch eine breite Eindellung nach innen, ein leicht geschwungenes fast gerades Ostmauerstück .

Nach einer Forstkarte aus dem 19.Jahrhundert bildet das Flurstück Nummer 62 "Hünenburg" ein unregelmäßiges Zehneck .

Es besteht aber die Möglichkeit,dass von der Südostecke des Steinbruches auf einer schwach ausgeprägten Hangkante, mit geringerem Höhenverlust wie die tiefer liegende Linie, die Mauer zu der zuerst erwähnten Ostrundung unfern der Burgquelle führte. Der braune Waldboden zeigt hier in einer breiten Linie eine mehrere Zentimeter starke schwarze Bodenschicht. Sie könnte von einer verbrannten Holzkonstruktion stammen.

Dagegen spricht wieder die Tatsache, dass unterhalb der Ostseite und der Nordostseite der unteren Hangkante bis in mittlere Hanghöhe Massen von Steinversturzmaterial unterschiedlicher Größe und Färbung liegen, welche von der ehemaligen Mauer oder von Innenbauten stammen könnten. Auf dem Nordwestsporn (südlich der Flur "Rehkopf" bergaufwärts oberhalb des Eisenbahntunnels) in Richtung Volkmarshausen befinden sich ebenfalls größere Steinansammlungen. Im steilen West- und Nordhang hat sich nicht soviel Material halten können .

Im Burginneren fällt auf, dass hier größere Steine oder Steinblöcke an der Oberfläche fehlen.

Von der Nordwestrundung der Mauer (nordwestlich des Steinbruchs; 300 m üNN), fast 50 m parallel nördöstlich des breiten Gestells auf der Mitte Sporns, fallend auf 270 m NN, läuft eine etwa ein Meter hohe Terrasse bergab als Begrenzung der Schuttfläche. Sie ist nur vom aufsteigenden Nordhang gut erkennbar.

Da die beiden Sporne ungeschützte Flächen darstellten, könnte ich mir hier eine Befestigung in einer zweiten Ausbauphase der Burg vorstellen. Vergleiche hierzu bieten der Nord- und Südsporn der mittleren ("Zweiten") Umwallung" der "Vogelsburg" bei Vogelbeck / Einbeck.

Vom Fuß des Nordostsporns erklimmt in Serpentinen der "Haumeister Stieg" die der Burg zugewandte Talseite des "Helle Grundes" und erreicht unterhalb des "Frühstücksplatzes/Rischplatzes" das gut erkennbare Ende der Ostumbiegung der Mauerfundierung. ----Ein rindenloser eineinhalb Meter hoher und gut fünfundzwanzig Zentimeter im Durchmesser dicker "Schubberbaum" steht direkt auf dem Mauerverlauf ( im Jahre 2002). Die Steine der "Pioniermauer" unterhalb im Steilhang könnten von hier stammen und /oder beim Bau des Sandweges aus dem Südostmauer-Material gewonnen wurden sein (Recycling) .

Die Nordabflachung des "Blümer Bergs" (Fln. "Rische Bruch" oder "Kussenbruch" ) bildet gegen die seicht ansteigende Kuppe einen kurzen abrupten Anstieg von 2 bis 3 Metern Höhe auf einer Länge von 200 m. Die Fläche (etwa 2 Hektar im Quadrat ) sieht aus wie ein ausgekofferter mittelalterlicher Steinbruch von geringer Tiefe. Von der südlichen Ecke, etwa 20 m entfernt im Tannenwald versteckt, in der Nähe einer fast 5 m tiefen Rund-Pinge, ziehen mehrere fast parallel verlaufende Pingenzüge in südwestlicher Richtung auf den alten Aufschluß einer Ton- oder Sandgrube zu. Von hier nach Nord-Nord-West fließt ein alter Entwässerungsgraben mit beidseitig hohen Wällen in Richtung "Hünenburg" . In der heutigen Forstabteilung 112 (Fln. "Das Alte Gehege") knickt nördlich des bis in die Sechziger Jahre genutzten, aber heute verfüllten, Quarzitbruches, der Hauptpingenzug nach Westen um . Fast 200 m weiter befindet sich das Gebiet mit den Rundpingen südlich des "Steingrunds" .

Das Gebiet der Flur "In den Ellern" wird südlich der Blümerbergkuppe von einem Graben begrenzt, der das Feuchtgebiet des östlichen "Blümer Bergs" (Eichenbestand) nach Norden entwässert. Nach Süden wird das Wasser dieses Sumpfes ( Fln. "Am Oelig Loche" ) über den "Düstere Keller Graben" abgezogen ..

Östlich der "Hünenburg" und nördlich der Flur "In den Ellern" läuft die Hochfläche des "Blümer Bergs" in den leicht ansteigenden, aber quer liegenden 200 m kurzen Ost-West verlaufenden, Kamm des "Holzwiesen Berges" aus ( Forstabteilung 108). Der östliche Teil des Abhangs zum 90 m tiefer fließenden "Schedebach" trägt die Flurbezeichnung "Rienische Burg", das bedeutet "Grenzburg" nach der Überlieferung von Herrn Günter Kaerger, Hann.Münden 2002. Diese mit größeren Steinblöcken übersäte lange Blockhalde (bei 10 m Breite und fast 1 m Höhe) biegt an beiden Enden zum Steilhang ab. Das westliche Ende senkt sich auf einen kleinen Sporn ab, der auf halber Steilhanghöhe drei über 5 m tiefe Rundpingen trägt, mit eindeutigem Schurf auf schmale senkrecht in den Berg ziehende Eisenerzgänge. Ein Erzgang sieht aus wie ein zugeschütteter Stollen. Unterhalb direkt neben dem "Hellegrundsbach" befindet sich ein, als Naturdenkmal ausgewiesener, kleiner ehemaliger Basaltsteinbruch. Der östliche Ausläufer des Kamms biegt nach Norden um ( 40 m ) und senkt sich von 285 m üNN auf 250 m üNN hinab (bei waagerechter Länge von rund 100 m). Von hier schwenkt eine Hangkante isohypsenparallel um fast 80 m nach Westen, um als schwache Überhöhung wieder den Berg hinauf zu steigen . Der untere Teil der eineinhalb Hektaren große Fläche sieht aus wie eine viereckige flache, in den Hang gedrückte, Wanne . Der obere Teil der Burg wird von dem unteren Steilhangbereich durch eine waagerecht am Hang verlaufende 5 m breite Terrasse abgeteilt .

Es besteht hier die Möglichkeit, dass es sich um eine "Frühmittelalterliche Hangburg" handelt, oder eine Vorgeschichtliche Burg, die nicht unbedingt zeitgleich zur "Hünenburg" bestanden haben muss..

Die "Hünenburg" beherrschte das Umland mit guter Aussicht und angriffsicherer Lage. Die "Rienische Burg" sicherte vielleicht nur die Eisen- und Rohstoffabbaustätten, sowie die möglichen Verhüttungs- und Weiterverarbeitungsplätze des Eisens am Schedebach . Zum Vergleich führe ich die "Frühmittelalterliche Dasseler Burg" (am Burgberg) an, von der aus die Dasseler Grafen, bei ähnlicher Lage auf einem Nordhang, die urkundlich erwähnten Eisenverhüttungsanlagen kontrollierten.

Im Schedebachtal arbeiteten noch bis in das vorige Jahrhundert mindestens vier Wassermühlen. Ob hier auch eine Eisenhütte und eine Hammerschmiede dabei gewesen sein dürften, welche möglicherweise mittelalterliche Verarbeitungstraditionen fortsetzte, sollte von Historikern erforscht werden .

Die 11 Hektar große "Volkmarshäuser Hünenburg" ist ein gutes Beispiel einer Befestigung aus der Eisenzeit oder Römischen Kaiserzeit mit zusätzlicher Vorverstärkung der Sporne.

Eine von Form und Größe (7 Hektar) vergleichbare Befestigung liegt westlich von Haltern auf dem Annaberg in Westfalen. Sie wurde aber von Schuchardt als vermutliches Früh-Augustäisches Römerlager angesehen.

Die Flurnamen "Der Hintere Papenberg" für die westliche Hünenburg und der Fln. "Der Vordere Papenberg" für den mittleren westlichen Teil des "Blümer Berges" lassen den Schluß zu, dass diese Bereiche ursprünglich zu dem am anderen Weserufer gelegenen Kloster Hilwartshausen gelegen haben könnten. Unterhalb des Westhanges der "Hünenburg" liegen die Fluren "Lausewinkel" , "Am Dreisch" und "Kiekbusch". Vom Fuß des Nordwestsporns von der Dorfmitte Volkmarshausens zur alten Schule über die Fluren Kiekbusch und Rehkopf ziehen sich mehrere parallel den Hang aufsteigende flache Hohlwege. Im oberen Steilhangbereich sind sie nicht mehr zu verfolgen . Auf den mittleren Höhenmetern des Berges oberhalb des Eisenbahntunnels ist eine im rechten Winkel auf die Mauer zulaufende Rinne auf dem Kamm des Sporns erkennbar. Dieser Weg ist nicht mit der tief ausgeschürften südöstlichen Rinne der "Negenborner Burg" bei Einbeck vergleichbar.

Im Bereich der Gemarkung Volkmarshausen befinden sich neben einer Jungsteinzeitlichen Wüstung auch eine großflächige aus der Eisenzeit.

Südlich der Flur "Der Vordere Papenberg" hat im oberen "Thielebachtal" westlich des "Ankebergs" (=Annaberg), vermutlich an der Quelle des "Thielebachs" oder südlich davon auf einem Sattel, etwa 2000 m südlich der "Hünenburg", die urkundlich bezeugte "Sankt-Annen-Kapelle" gestanden.

Von Hann.-Münden kommend, den Steilanstieg östlich des "Questenbergs" nehmend, ziehen die Wegespuren des "Helleweges" quer über den "Blümer Berg" südlich am "Ankeberg" vorbei in Richtung Nordosten auf den Ort Scheden zu. Sie tangieren das Vorfeld der "Hünenburg" in etwa 800 m Entfernung südöstlich, und senken sich im "Clusbachtal" fast parallel nördlich der Hann.Mündener Landwehr zum Schedetal hinab.

(Auf dem ansteigenden kleinen Sporn nördlich des "Clusteiches" zeigen zwei hintereinander liegende Terrassen die Lage ehemaliger Gebäude an.)

Funde: In der mittleren Pinge unterhalb des Westsporns der "Riensche Burg" liegen Klopfsteine aus Basalt. Im Bereich des "Sandweges" südlich der Burg befand sich eine Vorgeschichtliche Scherbe aus groben braunen Material. Weitere lagen im Westhang im Zuge des Hohlwegbündels in der Forstabteilung 105. Im "Steingrund-Rinnsal" auf Höhe des "Dennerleinsteins" fand ich ein Hufeisen (vermutlich ein Kuh- oder Maultier-Hufeisen) und einige mittelalterliche graue Scherben.

Auf mehreren Stellen in Windwürfen war verbrannter Hüttenlehm zu sehen.

Die Lehmstreifen im Burginneren lassen auf Fundamentabdämmungen von Häusern gegen aufsteigende Nässe schließen . In der Burgfläche lag ein bearbeitetes Kalksteinstück, welches ich als Primitiv-Werkzeug in Form einer Hacke für landwirtschaftliche Nutzung ansehen würde, was aber bislang von den meisten Archäologen in Abrede gestellt wird, obwohl mir gleiche Typen auf eisenzeitlichen bis frühmittelalterlichen Burgen schon des öfteren aufgefallen sind. Ähnliche Stücke liegen auf der "Bühler Burg" südlich von Northeim und der "Negenborner Burg" bei Einbeck usw.

Die „Hünenburg“ westlich von Wulften im - Landkreis Osterode am Harz -, heute Landkreis Göttingen

Westlich von Wulften/OHA am Südhang des "Dutberges" (ein möglicher verballhornter "Teutberg") befindet sich der Flurbereich "Auf der Hünenburg".

Hünenburg

Schon 1966 suchte der Wegeforscher und spätere Geographie-Prof. an der Uni Göttingen, Dr. Dietrich Denecke, nach dieser Burg, und wurde am Osthang des Dutbergs fündig und entdeckte die Überreste einer anderen früh-ma Wallanlage, die er nach dem Berg "Dutburg" benannte, und in seiner Dissertation 1969 verewigte.

Aus Wikipedia: Der Ostfränkische König Arnulf von Kärnten belehnt Adalgar, den Gaugrafen des Lisgau mit den Orten Kalefeld und "Wulften" (6. Juli 889). ------------------- Der vermutliche Burgsitz dieses Adalgar könnte schon damals die "Katlenburg" gewesen sein. Um eine Vorstellung von einer frühmittelalterlichen Burg gleicher Bauart und in ähnlicher Lage zu bekommen sollten, sollten Heimatforscher die Überreste der "Hüburg" bei Kreiensen erkunden. -----------------------

Südlich von Wulften erstreckt sich das Tal des Harzflusses "Oder". Die Oder nimmt das Wasser der "Sieber" beim östlich gelegenen Hattorf auf, und verläuft dann ab Wulften am Nordrand einer breiten Ebene, um sich dann im Westen bei Katlenburg in die stärker Wasser führende "Rhume" bzw. ursprünglich in die "Söse" zu ergießen. Der alte Kern der Gemeinde Wulften liegt am Südhang einer Hügelgruppe (bis 286 m üNN), die sich zwischen den Orten Katlenburg-Berka, Katlenburg-Albrechtshausen, Dorste, Schwiegershausen und Hattorf befindet. Mehrere Bäche entwässern das Gelände aus Kerbtälern kommend in die Oder.

Zwischen der Domäne Albrechtshausen im Westen (1000 m entfernt) und Wulften im Osten (2000 m entfernt) befindet sich am Südhang des Dutberges oberhalb einer starken Quelle der Flurbereich "Auf der Hünenburg", benannt nach einer früh-mittelalterlichen "Hangburg". Am nördlichen Rand des Odertales verlief die "Thüringer Heerstraße". Von der Domäne Katlenburg-Albrechtshausen verlief der Fahrweg mit leichtem Anstieg am Südhang des Dutberges entlang auf den östlich gelegenen Ort Wulften zu. Hier am Dutberg zieht sie als heute noch besteinter Hohlweg über ein etwa 125 m langes und ursprünglich bis zu 80 m breites Oval hinweg, um dann im Osten am Rande des Berges einen tiefer liegenden Quellhorizont zu umgehen. Danach überschreitet die Altstraße einen Bach der von der "Dutburg" herunter kommt. Der heute eingeebnete Bachlauf wurde unterhalb des Dutberges in Richtung Westen in einem Dammgraben einer Mühle zugeführt, deren Standort in den Feldern vor gut vierzig Jahren noch gut zu erkennen war. (Östlich unterhalb der "Hünenburg" entspringt eine starke Quelle (150 m üNN), die früher über eine Wasserleitung für das Brauchwasser von Dampfloks für die Eisenbahnstrecke Northeim-Herzberg genutzt wurde.)

Etwa 15 Meter höher oberhalb der Oder-Ebene und der Quelle liegt die Ost-West gestreckte etwa einen Hektar große annähernd Ei-förmige Kernburg in schräger Hanglage (165 m üNN bis 175 m üNN). die Spitze zeigt nach Osten. Der eingeebnete Nordwall und der verfüllte umlaufende Graben sind heute nur noch im Winter bei Schneebedeckung zu erahnen. Vermutlich erst nach dem Verfall der Burganlage wurde die Thüringer Heerstraße durch die Burg geführt. Außenwälle oder Mauern sind oberirdisch nicht mehr erhalten. Noch vor gut dreißig Jahren hatte ein Landwirt beim Pflügen einen größeren Brocken Gips vermörtelten Gußmauerwerks erwischt. Auf alten Luftbildern sind hier Baugräben eines massiven Bauwerks zu erkennen. Einzig allein Keramik des frühen bis hohen Mittelalters ist in der Burg und im Umfeld vereinzelt zu finden, und macht so eine Datierung möglich.

Noch heute erkennt man am östlichen Dutberg den Verlauf eines älteren Hohlwegs in den Feldern. Er tangierte den etwa 10 Hektar großen Trapez förmigen Vorburgbereich im Norden. Diese Vorburg war auf drei Seiten (Westen, Norden, Osten) von einem umlaufenden Graben und einer Schwarzdornhecke umgürtet. Die Längen der Seiten dieser Fläche betragen im Süden ungefähr 400 m, im Norden 250 m und im Westen und Osten jeweils 300 m. Die Außenumgrenzung der Burg setzte beiderseits der Kernburg jeweils einhundert Meter entfernt im Osten und Westen an der unteren Hangkante an, um ursprünglich als Wallgraben bis zum Wald auf zu steigen. Im dortigen höher gelegenem Gelände ist die nördliche Vorbefestigung als mehrfach gestaffeltes Terrassen-System erhalten. Der Westgraben ist nur noch als Geländedelle zu erkennen, die Ostseite steigt als Schwarzdornhecke von der Heerstraße bis zum Wald auf.

Vermutlich ist die Wulftener „Hünenburg“ aus einer fränkische Wegestation oder einer Sperranlage der Heerstraße hervor gegangen. Bei Northeim lag die etwas größere "Bomeneburg", westlich von Nörten-Hardenberg befand sich eine weitere gleichaltrige Anlage am südlichen Ende des Leineholzes auf dem Uhberg. Westlich von Einbeck-Volksen liegt die erheblich größere Wallanlage auf dem Rothenstein oberhalb der "Klus" an der Mündung der Ilme in die Leine. Zwischen Northeim und Volksen nahe der Archidiakonatskirche Hohnstedt ist eine weitere Burg gleicher Zeitstellung zu vermuten. Der Ort Hohnstedt liegt südlich von Vogelbeck mit der Doppelwallanlage „Vogelsburg“. Westlich der Leine lag die „Sieburg“.

Burg auf der Emilienhöhe-Burgberg nördlich von Bad Salzdetfurth

Die Burganlage auf der Emilienhöhe bei Bad Salzdetfurth.

Burgwall Detfurth

In älteren Kartenwerken wird der Berg noch "Burgberg" genannt. Die Stadt Bad Salzdetfurth liegt in einem Durchbruchstal der Lamme durch einen West-Ost verlaufenden Höhenzug. Im Westen erheben sich der Hildesheimer Wald, im Osten die Ausläufer der Sauberge. Die Lamme fließt von Süden von Bodenburg kommend nach Norden, um dort bei Heinde in die von Osten nach Westen fließende Innerste zu münden. Schon im Mittelalter (ab 1214) nutzten die Herren von Steinberg die Salzquellen im Westen der heutigen Stadt. Zum Schutz baute man zu verschiedenen Zeiten zwei Burganlagen. Die jüngere lag auf dem östlich gelegenen "Sothenberg", die ältere auf dem nordwestlich aufsteigenden "Burgberg".

Der dreieckige Burgberg (222 m üNN) wird im Westen durch ein nach Norden aufsteigendes Tal vom Rosenberg getrennt. Im Nordwesten senkt sich von einem etwa zwanzig Meter tiefer liegenden Sattel (180 m üNN) der Bergfuß in Richtung Osten bis zur Lamme hinab. Die Südostseite fällt steiler bis zum Kurgarten und der Therme bis zum Fluss Lamme (auf 100 m üNN) bergab. Auf dem etwa dreieckigen mit Buchen bewaldeten Burgberg nördlich von Bad Salzdetfurth erkennt man nur sehr schwer den geschlossenen Wall-Graben-Linienzug einer sehr alten Befestigungsanlage. Der Graben ist in keiner topographischen Karte eingetragen. Nord- und Südostabschnitt sind ungefähr 600 Meter lang, die Westseite ist 400 Meter breit und die Ostseite ungefähr 300 Meter, von den Ecken ist der Südostbereich am stärksten abgerundet. In dieser großen trapezförmigen Wehranlage befindet sich im Nordwesten eine etwa 2,5 Hektar große Ost-West gestreckte obere vollständig eingeebnete vermutlich jüngere Burg. Nur im Osten dieser Kernburg befinden sich die geringen Reste von einem verfüllten Graben. In deren Zentrum liegen unter dem Humus mögliche Baureste des Mittelalters. Flache Steinbrocken, handgestrichene Ziegelsteine und Schieferplattenbruchstücke. Es fanden sich nur wenige Stücke von hochmittelalterlichen Keramikscherben. Der große Grabenring verläuft im Norden um die Kuppe des Burgberges und zieht bis tiefere Lagen den Südhang hinunter. Dort im Süden deutet ein Hohlweg auf einen Zugang hin. Die Wehranlage könnte zum Schutz der Salzquellen erstellt worden sein. Die Burg ist in der Literatur nicht erwähnt. Nordöstlich des Burgberges liegt der ältere Ortsteil "Detfurt" mit seiner "Archidiakonatskirche" (Mutterkirche und Erzpriestersitz zur Zeit der Christianisierung der Sachsen). In der Nähe dieser ältesten Taufkirchen in Sachsen lagen auch meist karolingische Kastelle oder vorgeschichtliche ältere Burganlagen.

Diese großräumige Wallanlage auf dem Salzdetfurther Burgberg war vielleicht ein karolingisches "Fort", von dem der nordöstlich gelegene Ort "Detfurth" seinen Namen erhalten haben könnte, falls nicht die Furt der Frankfurter Strasse durch die Lamme als Namensgeber herangezogen wurde. In alten Urkunden liest man "Detvorde" oder "Dietvorde". Ursprünglich könnte es "Thiotforde" oder "Thietford" geheißen haben, analog zur karolingischen Stadtgründung "Herford = Herifurt". Wärend letzteres eine mögliche "Heerfurt" oder ein verballhorntes "Heer-Fort" war, mag "Dietvorde = Teutford =(eine) Volks-Burg" gewesen sein.

Die großräumige Volksburg mit knapp 10 Hektar Innenfläche sicherte möglicherweise aber auch die Furt der "Frankfurter Straße" über die Lamme unterhalb des südlichen Bergsporns. Ein tief eingeschnittenes Hohlwegbündel zieht westlich des Burgbergs bergauf zum nördlichen Pass in Richtung Hildesheim. Nordwestlich der Burg "auf dem Rhoden" lag ein Landthingplatz, der durch eine neu errichtete Steinsäule gekennzeichnet worden ist.

Die Burg besteht aus einer großflächigen Wallanlage mit schmalem umlaufenden Graben und einem niedrigen Innen- und Außenwall. Der Innenwall ist vermutlich der Überrest einer Holz-Erde-Mauer (in Blockhaustechnik) mit vorgelegter Blende einer Steintrockenmauer. Der bis zu 4 Meter breite Graben ist größtenteils verschüttet. Der geringe Vorwall ist nur in Teilbereichen gut zu erkennen. Die im gesamten Grabenverlauf sichtbare Innenböschung ist bis zu einem Meter Höhe erhalten. Parallel zum Wall verläuft der zwischen 10 und 15 Meter breite innere Materialentnahmebereich. Dessen Innenlinie ist als bis zu 30 Zentimeter hohe Böschung vorhanden. In die große Wallanlage hinein bauten vermutlich spätere Herrschaften im Nordwestbereich eine geostete ovale (Rechteck)-Anlage mit knapp 2,5 Hektar Fläche. Deren breiter Ostgraben besitzt nur noch einen niedrige Innenböschung mit anschließender Bodenwelle eines eingeebneten Walles. Im Süden schützte eine hohe Böschung diese Burg. Im Westen und Norden der Kernburg zeigt verbrannte Erde mit Ziegelbrocken und vielen kleinschichtigen Sandsteinen, dass hier Mauern oder Fachwerkgebäude gestanden hatten. Auch die Burgen Wohldenberg und Wohlenstein im Ambergau wurden aus kleinschichtigen Steinen erbaut.

Im Westteil sind einige Schieferplattenbruchstücke als mögliche Hinweise auf eine mittelalterliche Bebauung zu finden. Im Südwestbereich der großen Grabenanlage nahe der Steilhangkante zur "Frankfurter Heerstrasse" liegt ein großes Stück Gußmauerwerk als möglicher Rest eines massiven Bauwerks. Nach Auswertung meiner Fotos zeigen in diesem Bereich die Oberflächenstrukturen einer ebenen Fläche mögliche Gebäude oder einen unterteilten Baukomplex an. Sowohl der Ost- als auch der Südwestbereich besitzt mehrere ebene Flächen/Podeste welche als kleine Hausgrundrisse zu bewerten sind. Zudem könnten einige Gruben und rechteckige Flächen am Innenwall sichtbare Reste von Gebäuden sein. Ein neuzeitlicher Brunnen (in der topographischen Karte als Wasserbehälter = Wbh. ausgewiesen) - links neben dem von Süden nach Norden aufsteigenden Hohlweg - liegt genau an der tiefsten Stellen des umlaufenden Burggrabens der großen Wallanlage. Hier wurde vermutlich schon damals Oberflächenwasser aufgefangen.

Östlich der Zisterne zieht der Hohlweg von den Salzquellen kommend den Burgberg hinauf. Hier könnte ein Tor der Anlage gelegen haben. Als Gründung der Wallburg ist das 8./9. Jahrhundert zu vermuten. Innerhalb der Burganlage entspringt keine Quelle. Westlich der Burg am gegenüber liegenden Berghang auf halber Höhe ist auf der Karte der "Preussischen Landesaufnahme" eine "Burgquelle" verzeichnet. An der zum Rosenberg gehörenden westlich der Burg gelegenen Bergflanke, etwas oberhalb des Quellhorizonts, verlief fast hangparallel ein etwa 500 Meter langer Schutzwall, der heute nur noch als Böschung zu erkennen ist. Die zur Zeit gut wasserführende Quelle lag ursprünglich in einem kleinen Teich, dessen geringer Damm in Resten noch erhalten ist. Diese Quelle war mit weiteren Quellen durch Altwege mit dem Burgberg verbunden. Am nordöstlichen Bergfuß des Burgberges befinden sich Hungerquellen die in den "Peselbach" enwässern, der sich östlich des Burgbergs in die Lamme ergießt.

Die Kranenburg im östlichen Steinhuder Meer, im Machtbereich der Grafen von Wunstorf

Kranenburg Kranenburg
Kranenburg im östlichen Steinhuder Meer, im Machtbereich der Grafen von Wunstorf. Blickrichtung Ost.

Die Burganlage lag ursprünglich auf festem Boden, in der Luftaufnahme sind unter Wasser liegende Teile von drei übereinander liegenden Befestigungsanlagen sichtbar. Dieses größte Nord-Süd gestreckte Oval, eine vermutlich frühmittelalterliche Burg, wird über Ringgraben und Vorwall gemessen 200 Meter zu 150 Meter groß gewesen sein. Sie liegt teilweise auf einem West-Ost ausgerichteten kleineren ovalen Ring aus ehemaligen Palisaden. In den großen ovalen Ringwall ist vermutlich eine dreieckig-trapezförmige mittelalterliche Burg hinein gesetzt worden sein, von der noch die senkrecht in den Schlamm gerammten Pfähle des Geschlings sichtbar sind, auf die man die festen Mauern gesetzt hatte. Auf dem Google-Earth-Luftfoto ist links von der Mitte das rechteckige Geschling eines massiven Gebäude zu erkennen.

Frühkeltisches Oppidum in Sachsen-Anhalt westl. von Friedeburg-Saale Rüsterfeld

Frühkeltisches Oppidum Friedeburg Frühkeltisches Oppidum Friedeburg Frühkeltisches Oppidum Friedeburg Frühkeltisches Oppidum Friedeburg
Die Befestigungsanlage auf dem "Rüsterfeld" ist 1500 m lang und bis zu 600 m breit (also rund 80 Hektar groß). Das eingebundene befestigte Umfeld mißt vermutlich über 2 Quadratkilometer. Diese Befestigungen der Anlage sind anders aufgebaut als die Großwallanlage bei Gebesee in Thüringen, die dem Thüringischen Landesamt aber ebenfalls vor einigen Jahren noch unbekannt war. Das gleiche gilt für das Oppidum Hann.Münden-Kattenbühl (mit ebenfalls 200 Hektar Fläche) im Landkreis Göttingen/Niedersachsen, welches zusammen mit den Römerlagern Hann.Münden und Hedemünden (Fundberichte aus 2001 bis 2004) für das NLD in Hannover eine Überraschung darstellte. Dazu kommt noch das Oppidum auf der "Gobert-Hohe-Stein" nahe der Gemeinde Meinhard-Hitzelrode/-Motzerode im Werra-Meißner-Kreis in Hessen. Alle vier Objekte stammen vermutlich aus der Bronzezeit oder der frühen Eisenzeit und wurden wohl bis zur Okkupation der Römer als Schutzräume genutzt. Wir hatten hier im mittleren Norddeutschland eine Keltische-Kultur oder -Kulturstufe die bis einschließlich heute nicht oder nur sehr ungenau untersucht wurde. Das gleiche galt bis 1985/2001/2003 für die von mir entdeckten Römerlager Wirkenburg, Northeim/Gr.Freizeitsee, Hann-Münden-Hünenburg, Hedemünden-Hünenburg, Baunatal-Kirchbauna-Fehrenberg/-Gimte-Heidenstedt, Speele-Golfplatz-Wittmarshof, Bovenden-Lenglern-Meerberg, Bovenden-Leinebrücke und Elze-Meine--Römische-Wiesen. Die keltischen Oppidas Glauberg oder Dörnberg in Hessen sind aufgrund der topographischen Lage und Mauerzugverläufe nicht mit den drei vorgenannten Objekten vergleichbar. Die vier Großanlagen sind ebenfalls untereinander unterschiedlich aufgebaut. Eine ähnliche Anlage wie der Dörnberg befand sich auf dem Wurmberg bei Braunlage im Harz, wurde aber vor Jahren von dem Braunschweiger Bezirksarchäologen Dr. Michael Geschwinde dem Skitourismus geopfert.

Luftbild eines möglichen Römerlager östlich von Vahldorf (im Ohrekreis)

Römerlager Vahldorf Römerlager Vahldorf
Dieses mögliche Römerkastell, dem "Uferkastell-Beckinghausen" ähnlich, liegt auf einem brettebenen Feld östlich von "Vahldorf" im alten Ohrekreis. Der Name des naheliegenden Ortes (der "Limes" wird in Süddeutschland heute noch als der "Pfahl" bezeichnet) könnte auf einen möglichen norddeutschen "Limes" hinweisen, der von "Alleringersleben" im Westen in Richtung Magdeburg/Wolmirstedt verlief. Mit den Ausmaßen - 170 Meter zu 70 Meter - ist die Wallanlage mit dem verschlämmten Graben genauso groß wie das Lippe-Kastell. Hier sind im Luftbild sogar die geradlinig in das Kastell strebenden Wege mit den begleitenden Gräben zu erkennen. Im nördlichen Mittelteil erkennt man die dunklen Baugräben eines Gebäudekomplexes aus vermutlich späterer Zeit. Die Konstruktion des Westtors bestand wie in Beckinghausen aus 16 Ständern (4 Pfähle in 4 parallel gesetzten Reihen). Vor dem Tor befand sich südlich des Weges ein quadratisches Torhaus oder Torturm. Das Ostttor bestand nur aus zwei Reihen mit je 4 Ständern; natürlich mit nicht sichtbaren Blockbohlen und Torflügeln verbunden. Auf dem Foto sind (speziell im ehemaligen Nordwall) die Innen- und Außen-Pfahlreihen der Holz-Erde-Mauer zu erkennen. In der südlichen Innenfläche könnten mögliche lange Lagerbaracken in Blockbohlenbauweise gelegen haben. In der Nordhälfte sind Hausgrundrisse mit Feuerstellen zu erkennen. In der Nordwestecke zeigen möglicherweise dunkle Punkte genau wie in Beckinghausen Töpferöfen. Es gibt in dieser Gegend weitere gleichgroße Wallanlagen sowie ein rechteckiges mögliches Ein-Legionen-Lager. Aber nur von diesem Kastell zeichneten sich in mehreren Jahren die Überreste der Bodenstrukturen auf Luftaufnahmen so deutlich im Getreidefeld ab. Die mögliche Station zwischen Alleringersleben und Vahldorf könnte eine der Wallanlagen bei Bevertal sein. Würde man den "Limes" weiter nach Osten verlängern, wäre die "Alte Elbe" bei Wolmirstedt erreicht worden. Auch dort gibt es große vorgeschichtliche Erdwerke und darunter eine mögliche römische Rechteckanlage.

Burg der Herren von Steinberg auf dem Sothenberg, Bad Salzdetfurth

Sothenberg

Blickrichtung Westen, im Vordergrund der östliche schmale Halsgraben mit der dahinterliegenden Berme und einem niedrigen Wall (als Schuttrest der ehemaligen Burgmauer).



Gruppe baulicher Anlagen
Ringmauer: Ostwall mit Graben sichtbar; südl. Graben durch Mauerversturz verschüttet(Maueranbauten) östliche Vorburg verwischt. Wüstung im Nordhang unterhalb zu erahnen; östliche Außenvorwerke. Gesamtlänge: W-NW - O-SO 200 m. Westliche Kernburg: W-O: 100 m Länge, zu N-S: 40 m Breite. Höhe üNN: 200 m – 235 m Westl. Kernburg 230 m bis 233 m, Vorburg Pkt. 235 m; nö Unterburg 220 m; östl. Kuhlager 200 m. Textgliederung

Lage, Name
Der „Sothen-Berg“ ist der nordwestliche Ausläufer der „Sauberge“ östlich oberhalb der Altstadt von Bad Salzdetfurth. Der Sothen-Berg besteht wie die umliegenden Berge aus schräg gestellten Schichten des rotbraunen mittleren Buntsandsteins. Von hier waren von den Besitzern der Burg die Salzdetfurther Salzquellen und die Salzpfannen direkt einsehbar. Der 235 Meter hohe „Sothen-Berg“ ist durch einen Sattel von der 400 Meter östlich gelegenen 257 Meter hohen Kuppe des „Salzbergs“ getrennt. Dort sind am am Nordhang salzhaltige Quellen vorhanden. Auf dem „Kuhlager“-Sattel befindet sich eine Mulde/Zisterne mit dem daneben liegenden Grundriss eines größeren Gebäudes(Stall). Von hier steigt in Richtung Westen eine geschotterte Forststrasse bergauf zum Trinkwasser-Hochbehälter und Sendemasten auf dem „Sothen-Berg“. Beide neueren Bauwerke haben das Zentrum der Burganlage stark in Mitleidenschaft genommen. Beim Bau des Wasserbehälters wurde der Nordostbereich zerstört, der Sendemast steht im Südwestbereich der Burg.

Beschreibung des Objekts
Nähert man sich der lang gestreckten Bergkuppe des Sothen-Bergs von Osten, erkennt man rechts des Weges im Anstieg schmale gestaffelte Terrassen. Weiter bergauf befindet sich rechts nördlich des Weges ein Steinbruch. Hier beginnt schon der mögliche Vorburgbereich. Weiter dahinter in Richtung Westen bei „Punkt 235,0" sind rechts des Weges mögliche Baureste zu vermuten. Weiter links des Weges ist eine abgerundete ebene Fläche zu erkennen. Man sieht von hier aus in einer Entfernung von etwa 50 Meter den vom Weg geschnittenen Ostwall mit dem bis zu 6 Meter breiten aber flachen Burggraben. Die größte Höhendifferenz zwischen Graben und Wall beträgt knapp einen Meter. In diesem Wall stecken vermutlich die Grundmauerreste der Ringmauer. Der Wall ist vom Innenraum her höchstens 50 Zentimeter hoch erhalten. Von der ovalen Burganlage ist im Frühjahr bei Bewuchs nur der Südschenkel der Ostmauer als niedriger Wall mit vorgelegtem Graben gut zu erkennen. Rechts nördlich des Fahrweges deutet ein kleines Schutthügelchen den Standort eines Turmes an. Von hier schwingt sich der Nordschenkel des Ostwalles bergab, um nach 15 Metern Länge in Richtung Westen umzubiegen. Auch dort ist der Außengraben gut sichtbar. Der Wall ist bis fast an den Zaun des Wasserbehälters zu verfolgen. Der etwa 6 Meter breite aber nur noch bis zu einem Meter tiefe Graben verliert sich im Gelände. Der südliche Abschnitt des Ostwalls zieht fast 20 Meter bergab in Richtung Süden. Der Bogen der Südostecke ist zerstört. Aber hier sind unterschiedlich große Steinbrocken aus Buntsandstein, kleinere Kalksteine, handgestrichene Dachziegel- und Mörtelreste zu finden. Der weitere Verlauf der südlichen Ringmauer in Richtung Westen ist als niedrige Geländestufe bzw. als Böschung erhalten. Unter der Laub- und Humusschicht sind Buntsandsteine, Rogensteine, Kieselsteine und Reste von möglichem Gußmauerwerk zu finden. Außen herum verläuft heute als Terrasse der vermutlich verschüttete Burggraben. Folgt man der Geländekante entlang dem eingezäunten Bereich des Sendemastes, erkennt man nach knapp 100 Metern von der Südostecke entfernt, dass hier der westliche Bogen der Ringmauer durch den zur Stadt absteigenden Fußweg überdeckt wird. Weitere 50 Meter bergab zeigt eine Geländestufe im Wegeverlauf eine rings um den Berg ziehende höhengleiche Geländestufe an. Wiederum von der Westseite des Plateaus in Richtung Wasserbehälter schauend, erkennt man an der Nordwestecke der Burg im Zuge der Ringmauerflucht eine sich geradlinig nach Osten streckende schräge Fläche mit südlich gelegener höherer Böschung. Es könnte sich um den ehemaligen Standort eines langen in Richtung West-Ost gestreckten Gebäudes handeln. Weiter in Richtung Osten wurde das nördliche Gelände der ehemaligen Ringmauer der Burg durch den Bau des Wasserbehälters stark zerstört. Unterhalb der Burg im Nordhang zeigt das Gelände mögliche Standorte von Wirtschaftsbauten. 20 Meter westlich von der Südostecke der Burg entfernt zieht eine steinige Geländedelle(Graben) geradlinig den Südhang hinab. Vielleicht handelt es sich um einen Wasserablauf des Ringgrabens oder eine alte Forstgrenze.

Entdeckung, Untersuchung, Ergebnisse
Die örtliche Überlieferung deutet auf eine „von Steinbergsche Burg“ hin. Den Herren von Steinberg wird die erste „industrielle“ Nutzung der Salzquellen im frühen 13.Jahrhundert.zugeschrieben. Da die Herren „von Cramm zu Bodenburg“ als Nachfolger der Steinbergschen Güter nur östlich der Lamme Waldflächen besitzen, war auch dort eine mögliche Burg zu suchen. Die „Lamme“ bildete zeitweilig die Grenze zwischen den Winzenburger und Woldenberger Herrschaftsbereichen. Somit könnten hier bei Salzdetfurth zwei Burgen als Grenzfesten zeitgleich bestanden haben. Auf dem Burgberg/Emilienhöhe lag eine mögliche Winzenburger Wehranlage, und auf dem Sothen-Berg könnte (laut dem Chronisten Johannes Letzner) nach Verlust der Goslarer Stammburg der folgende Hauptsitz der Herren von Steinberg erbaut worden sein.

Datierung/Interpretation
Burg des hohen Mittelalters des 12./13.Jahrhunderts. Auch die „Burg Homburg“(frühes 12.Jht.) bei Stadtoldendorf und die „Kleine Staufenburg“ bei Zorge(frühes 13.Jht.) hatten nur kleine Ringgräben, genauso die „Alte Bühler Burg“ bei Bühle im Landkreis Northeim. Die örtliche Überlieferung spricht von einer Zerstörung der „von Steinbergschen Burg“ im Jahre 1473. Diese Burg wurde bislang auf dem Burgberg vermutet.

Historische Bezüge
1182 Conradus de Stenberche, Enkel des Henricus de Bodenburg. Die Linien Bodenburg und Steinberg wurden bislang immer der gemeinsame Burgsitz auf der Bodenburg zugeschrieben, obwohl die Sauberge mit Salzdetfurth vermutlich nur zur Burg auf dem Sothen-Berg gehörten.

Hinweise zur denkmalpflegerischen Praxis
Da die Burganlage schon durch den Bau von Wasserbehälter und Fernsehumsetzer/Funkmast stark geschädigt wurde, sollten die Burgreste umso besser geschützt werden.

Literatur, Schriftquellen
Johannes Letzner, Hildesheimer Chronik, Ursprung der adeligen Geschlechter.

Burgwall Hattorf Clusberg-Süd (Auf dem Königsstuhl, nördlich der K6)

Burgwall Hattorf Clusberg-Süd Burgwall Hattorf Clusberg-Süd Burgwall Hattorf Clusberg-Süd Burgwall Hattorf Clusberg-Süd
Der auf der Google-Luftaufnahme gefundene Burgwall hat eine Längenausdehnung von 350 m in West-Ost-Richtung bei einer Breite von 150 m in Nord-Süd-Richtung. Die Anlage könnte, da dort bislang keine bekannte Wüstung sich befindet, aufgrund der Größe in die Vorgeschichte reichen. Das Römerlager Hedemünden hatte ähnliche Ausmaße. Aufgrund der topographischen Lage im Zuge der West-Ost-Heerstraße könnte man hier eine mittelalterliche befestigte Ortswüstung vermuten. Weiter auf Wulften zu lag das lokalisierte "Neddern-Rode". Da nördlich der aufsteigende Bergrücken den Flurnamen Clusberg trägt, könnte hier eine größere "befestigte fränkische Wegestation" (= eine Clause) oder das gesuchte "Obernrode" gelegen haben. Nur eine zerstörungsfreie archäologische Erdmagnethometer- oder Erdradar-Untersuchung könnte neben jährlichen Begehungen zwecks Scherbenkartierungen in vegetationsfreien Zeiten eine eindeutige Zeitbestimmung ergeben.

Blickrichtung Ost:

Auf dem Acker in der Mitte nördlich der K6 ist im Flurbereich des" Gerichtsplatzes - Königstuhl -" eine in Teilbereichen durch einen dunklen Ringgraben eingefaßte helle Fläche sichtbar. Im Zentrum lag vermutlich ein Kreisring. Um die gesamte Fläche herum verlief vermutlich ein heute eingeebneter Vorwall, um dem ein nur im Hintergrund im Osten und links im Norden sichtbarer weiterer Graben verlief. Letzterer könnte den Verlauf der alten Heerstraße bilden, analog an der Hünenburg bei Wulften am Dutberg. Auf der Kurhannoverschen Landesaufnahme verläuft die Heerstraße dort ebenfalls ursprünglich bergaufwärts um die Wallanlage herum (siehe Fundmeldung Hünenburg Wulften 1980). Burgwall Hattorf Clusberg-Süd

Blickrichtung Westen:

Der Heimatforscher Werner Hellwig sagte mir neben der Wüstung "Neddern rode" gäbe es in der Hattorfer Überlieferung auch den Hinweis auf ein "Oberrode". Diese Wüstung könnte die eingeebnete ehemalige Wallanlage sein. So wie die ehemalige Osterroder Burganlage noch heute teilweise sichtbar eine ovale über 200 Meter lange Wallumfassung zeigt, könnte auch hier eine Burg als Wegesperre gelegen haben. (Die obere Schildmauer der Burg-Osterode ist im unterem Mauerbereich in frühmittelalterlicher Fischgrättechnik gebaut). Aufgrund der Größenordnung scheinen die Bodenmerkmale eine ähnlich große Wallanlage darzustellen. Burgwall Hattorf Clusberg-Süd

Interessant wäre zu wissen welche Bedeutung die längsrechteckigen Grundrisse darstellen genauso wie das zentrale breitere Ost-West gestreckte Rechteck mit dem absidenartigen westlichen Mittelteil. Die dunklen Bodestrukturen könnten übereinander liegende Abgrenzungen alter Feldeinteilungen sein, die zusammen Gebäude ähnliche Merkmale zeigen und den Betrachter zu täuschen vermögen. Es könnte sich aber wirklich um eine Wallanlage handeln, zumal von dort nach Norden der "Clusberg" aufsteigt. Zum anderen befand sich auf dem Clusberg eine weitere Ringwallanlage, deren Graben in der nächsten Fundmeldung beschrieben wird.
Burgwall Hattorf Clusberg-Süd Burgwall Hattorf Clusberg-Süd

Burgwall östlich von Vahlberg, Ohrekreis, in Sachsen-Anhalt, mit geradlinien Wegen /der Pfahl

Burgstelle Vahlberg
Im Jahr 2000 gefundener Luftbildausschnitt (in Sepiabrauntöne) umgewandelt. Die 170 m zu 70 m große Anlage ähnelt einem Römerkastell mit ähnlichen Toranlagen. Durch das Kastell verläuft ein geradliniger Weg der nach Norden durch Wall und Graben geschützt war, und damit dem römischen "Pfahl" oder Limes ähnelte. Westlich in Niedersachsen liegen die Orte Mönchevahlberg und Groß- und Kleinvahlberg. Die Wallanlage wurde über eine ältere Siedlung gebaut. Bei anderer Auflösung erkennt man südlich und nördlich jeweils des Weges in Ost-West-Richtung gestreckte Langbauten aus Holz, sowie einen kleinen ovalen Ring im Innern. Auch die Torpfeiler beider Torbauten sind sichtbar.

Bebauung auf dem Wurmberg im Harz (mit Falschfarbentechnik sichtbargemacht)

Burgstelle Wurmberg Burgstelle Wurmberg Burgstelle Wurmberg
Zusätzlich zu den 4 vorgeschichtlichen Wallanlagen nördlich Fahrweges auf dem Nordplateau des Wurmberges kann man - durch Veränderung von Kontrast und Helligkeitswerten auf Google-Earth Luftaufnahmen des mit Schnee bedeckten Wurmbergs - deutliche geschlossene Linienzüge von großen und kleine Grundrissen sichtbar machen. Leider sind einige Objekte südwestlich des Fahrweges dem Beschneiungsteich zum Opfer gefallen, ohne , dass der Untergrund per Laserscan oder Flächengrabung untersucht worden ist.

Mögliche Wasserburg Hattorf

Burgstelle Hattorf Burgstelle Hattorf

Im Winkel zwischen Ohlandtstraße und Angerstraße im ehemaligen Mühlenteich.

Eiförmige Wasserburg als Vorläufer des Klosters Wiebrechtshausen, Stadt Northeim

Burgstelle Wiebrechtshausen Burgstelle Wiebrechtshausen

Blickrichtung Norden auf das Kloster Wiebrechtshausen. Im Klostergarten zeichnet sich der Grundriss einer Ei-förmigen Wasserburg ab. Die schmale Rundung zeigt zum aufsteigenden Gelände des Rethoberges. Man erkennt den äußeren und teilweise den inneren Baugraben der ehemaligen Mantelmauer (= Ringmauer mit der Außen- und Innenschale). Außen sind die Gruben von Stützpfeilern zu sehen.



Oben zeichnet sich im ehemaligen Garten der Burggrundriß ab mit der ehemaligen Klostermühle im Vordergrund. Die Mühle diente auch der Burg zur Veränderung des Wasserspiegels (Absenkung des Wasserstandes für Reparaturzwecke und im Winter als Verteidigungsschutz). Die Klostermauer verläuft auf dem ehemaligen Damm des Burgteiches. Links im Westen könnte der Zugang gelegen haben. Dort im ehemaligen Refektorium (Möncheschlafsaal / zuletzt Schafstall) befand sich ein Tor.

Burgstelle der Wüstung Rathgodessen

Burgstelle Rathgodessen Burgstelle Rathgodessen Burgstelle Rathgodessen
Die Wüstung Rathgodessen liegt zwischen Brunsen und Stroit. Östlich des Stroiter Baches liegen die Fluren "Kleines- und Großes Burgfeld". Westlich im Mündungsbereich eines kleineren Baches der vom Hils herabfließt lag eine ovale Wasserburg. Die Wasserburg befand sich auf dem flachen Nordostabhang eines Riedels im Winkel dieser Bäche. Der Burghügel war durch Abgrabung eines halbrunden Grabens aus dem Hang entstanden. Zu erkennen ist noch die Stelle der kleinen Burg mit den Ausmaßen von O-W 35 m zu 25 m N-S. Der Burggraben war ursprünglich etwa 15 Meter breit.
Heute zeigt sich die Burgstelle als eine tiefer im Hang liegende leicht überhöhte rundovale Fläche mit etwas tieferem Rand im Süden und Westen. Im Bach und auf den angrenzenden Ackerflächen fand man vor 40 Jahren noch mittelalterliche Keramik.
Östlich am Stroiter Bach auf einer Geländeschwelle lag vermutlich eine Wassermühle zum möglichen Einstau des Burgteiches. Dort standen früher zwei hohe Bäume.

Burgen in Hattorf am Harz

Burgen in Hattorf

Zwei mögliche Burgen in Hattorf am Harz (Landkreis Göttingen). Links Flurname "Auf der Burg", rechts "Pipesburg".

Burganlage in Borchen-Hamborn

Blick auf die frühmittelalterliche Hangburg; nordöstlich der Flurname Schloßberg

Spornburg in Hanglage, Borchen-Hamborn (Landkreis Paderborn), Blickrichtung Südost, Google Earth 2015

Wallanlage am Joachimskopf nördlich von Zorge

Hier nördlich von Zorge liegt eine größere Doppelwallanlage. Mit dem Airbone-Laserscan ist sie laut NLD nicht zu erkennen. Die bearbeitete Luftaufnahme zeigt mehrere Einbauten mit Hausgruben und Fundamentresten. Ich kenne das Gebiet aus den späten sechziger- bzw. frühen siebziger Jahren aus meiner Bundeswehrzeit. Damals war im Hochwald von den Wällen noch etwas mehr im oberen Bereich erhalten. Leider hat die Forstwirtschaft mit schwerem Gerät einiges unbeabsichtigt zerstört, weil die Relikte der Vorzeit nicht bekannt waren. Eine archäologische Untersuchung der Holz-Erde-Wälle der "Joachimskopf-Wallanlagen" würde möglicherweise die ursprüngliche Besiedlung von Wieda und Zorge um einige Jahrhunderte weiter zurück in die Vorgeschichte rücken. Meines Erachtens wird der Ursprung der Anlage in einem Zeitraum von der Eisenzeit bis in das frühe Mittelalter zu suchen sein. Aufgrund der Größe und der topographischen Lage in der Nähe des urkundlich belegten "Kaiserweges" auf der Fasthöhe, einem alten bergan steigenden Hohlweg und den in der Nähe liegenden geringmächtigen Rundpingen auf Eisenerze ist eher mit dem frühen Mittelalter zu rechnen, Aber auch ein Heerlager oder eine Schanze sind nicht auszuschließen.

In Südniedersachsen liegen mehrere bislang unbeachtete fast gleichgroße Wallanlagen. Alle sind rechteckig bis trapezförmig.
Ähnliche Beispiele:
  • Bomeneburg Northeim
  • Burg auf dem Rotenstein-Clus/Einbeck-Volksen
  • Früh-ma Burg, Burgberg-Dassel
  • Burgwälle auf dem Wurmberg-Nordplateau
  • "Großwallanlage Grona" Göttingen-Hagenberg nördlich der Pfalz
  • Burgwall Zorge-Joachimskopf
Als einziges Objekt wurde die Volksener Burg bislang wissenschaftlich untersucht. Leider gab es nur einen Grabungsschnitt im nördlichen Kernburgwall mit ungenauer Überprufung des Innenraumes. Die knapp 15 Bauten des Innenraums wurden bei der "Fluchtburg" übersehen einschließlich eines Vierseitbaukomplexes und einer Toranlage der Kernburg. Die Bebauung ist auf Luftbildern mit Falschfarbentechnik auf verschiedenen Luftaufnahmen gut sichtbar.

Die hier beschriebene Großwallanlage befindet sich nördlich von Zorge im Südharz im unteren östlichen Anstieg am Joachimskopf zwischen Joachimstal im Süden und dem nördlichen Taleinschnitt. Westlich unterhalb der Kuppe verläuft der "Kaiserweg". Rechts im Tal liegen die Wiesen des Andreasbergertals. Alle drei Täler führen Bäche. Am Südosthang des Joachimskopfes befinden sich im Joachimstal mehrere Quellen. Ein weiterer Quellhorizont ist nordwestlich unterhalb des Nordabhangs der Bergkuppe bzw. des nach Norden schwingenden Sattels zum Heidenstieg/Kaiserweg vorhanden. Die dortigen Qellwässer wurden in Rinnen zusammengeführt und in den nördlich um den Doppellwall herumgeführten Hohlweg eingeleitet. Im Osthang direkt unterhalb der Anlage befindet sich eine Quelle in einer kleinen Talmulde, deren Nord- und Südseite durch kleine Wallgräben eingefasst waren. Südlich und östlich des Tälchen befinden sich mögliche Hauspodeste.
Google-Earth-Luftbild aus 2000 Meter Höhe; Blickrichtung Nord: Links von der Bildmitte innerhalb der Wegeschleife südlich des Fichtenwäldchens auf der Kuppe des Joachimkopfes liegt eine Ringstruktur; desgleichen ein Ring nördlich des Fichtenwäldchens, der aber nur unscharf zu erkennen ist. Rechts ist bergab eine weitere aber größere Rechteckanlage mit stark abgerundeten Ecken vorhanden, die man hier nicht vollständig erkennen kann.
Derselbe Ausschnitt auf 1000 Meter herunter gezoomt und geklappt: Nun schälen sich die Wallstrukturen der rechten Anlage heraus.
Durch Drehung des Bildes erkennt man in der rechten mittleren Bildhälfte die Doppelwallanlage mit Seitenlängen von etwa 250 Metern.

Von der großen Befestigungsanlage ist nur der nordöstliche Bogen am Steilhang gut erhalten und bei Begehung zu erkennen; (gemeint ist damit der auf dem obigen Foto aus diesem Blickwinkel nicht gut sichtbare rechte obere Bogen nahe der Kreisstraße im Tal). Außerdem sind die Wallböschungen und Terrassen südlich und nördlich oberhalb einer Quellmulde im Ostbereich im Gelände sichtbar. Westlich linksseitig der Kreisstraße im Andreasbergertal steigt unterhalb des Fichtenbestandes der Quellmulde - ab dem Abzweig im Straßenknick - ein alter stark eingetiefter Hohlweg den Joachimskopf im Bogen nach Nordwesten bergan, und endet nördlich des Joachimkopfes im Bereich der Quellmulde auf der nördlichen Paßhöhe im Bereich des "Kaiserweges". Dabei tangiert der alte Hohlweg die nordöstliche Ecke/Rundung der ehemaligen Wallanlage. Alle anderen Bodenstrukturen könnte man möglicherweise bei geringen Neu- oder Altschnee im Spätwinter ohne Belaubung und Bodendeckern erkennen. Das gesamte bergauf anschließende Gelände ist mit Meilerplätzen und geringmächtigen mittelalterlichen Rundpingen übersät. Bei einer Begehung konnten die bergab liegenden Teilbereiche der Doppelwallanlage als zwei im Abstand von ungefähr 10 Metern parallel verlaufende - etwa ein Meter hohe steile Böschungen - erkannt werden.

Im Fichtenbestand zwischen Wallanlage und Kreisstraße entspringt in einer Schlucht ein kleines Rinnsal. Die Quelle und der obere Bachverlauf sind durch zwei hangabwärts parallel verlaufende niedrige kleine Böschungen (Einhegungen/Knicks) gesondert geschützt worden. Auf den umliegenden Bergen befinden sich weitere kleinere Anlagen. Auch südlich des Joachimkopfes sind Bodenstrukturen im Gelände zu erkennen (Gruben und Gräben oder Pingen).

Das „Neue Schloss“ bei Braunlage-Königskrug

Neues Schloss Königskrug

Im Umfeld des Neuen Schlosses liegen bearbeitete Werksteine die für Brückenbauten und Einfassungen von Wassergräben weiter genutzt wurden. Beim Bau des "Gasthauses Königskrug" und des alten Forsthauses fanden vemutlicfh die Steine des Neuen Schlosses als Grundmauern Verwendung.

Die älteste Karte des Nordwestharzes um 1530 zeigt eine Signatur des "Gräflich Hohnsteinschen Neue-Schlosses" noch als erhaltenes Bauwerk mit Gebäuden und Türmen. Neuere Autoren unterstellten dem Zeichner der Karte Übertreibungen und Fantasie. Nur darf man ihnen Unwissenheit und vorschnellen Trugschluß ins Gebetbuch schreiben. Die vom Archäologen Dr. Nowothnig ausgegrabene kleine runde Turmburg westlich der Gaststätte "Königskrug" ist vermutlich ein auf den Bergsattel gesetzter Wartturm.

Ab dem 12./13. Jahrhundert wurden, nach der vorhergehenden Erbauung von Höhenburgen und Spornburganlagen, vermehrt wo immer es möglich war, Wasserburgen angelegt. Auch hier im Oberharz haben die Erbauer des "Neuen Schlosses" eine breite Wasser führende Quellmulde durch einen Damm eingestaut, und aufgrund des festen Untergrundes zuvor eine knapp einen Morgen große Burganlage mit einer etwa zwei Meter starken Ringmauer erbaut. Diese an der tiefsten Stelle der Mulde liegende Kernburg wurde nach Süden im flach ansteigenden Gelände durch eine Vorburg erweitert. Der aufgestaute Burgteich hatte vermutlich im Burggraben höchstens eine Wassertiefe von anderthalb bis zwei Meter. Der Innenbereich der Kernburg mußte demnach durch eine Aufschüttung erhöht werden.

Neues Schloss Königskrug Neues Schloss Königskrug

In der Luftaufnahme vom Januar 2005 zeigen helle Bodenmerkmale die Grundmauern der trapezförmigen Wasserburg. Die Gräben der Kernburg sind verschlämmt. Die Vorburg ist vom Schutt der Burg und den Schlacken der später darüber gebauten Erzverhüttungsanlagen aufgefüllt worden.

Neues Schloss Königskrug

Blickrichtung Südost (Google-Earth, Jan.2005). In der Bildmitte sind die breiten hellen Linien der Grundmauern der trapezförmigen Wasserburg zu erkennen. Die beiden kleinen Rinnsale begrenzen die Fläche der Kernburg im Nordwesten und Südosten. Dahinter schloss sich eine Vorburg an. Linkerhand der Baumreihe verläuft der zum Teil erhaltene Damm des Burgteiches.

Beschreibung und Deutung möglicher Bodenstrukturen: In verschiedenen bearbeiteten Ansichten der Google-Earth-Luftaufnahme vom Januar 2005 erkennt das geübte Auge eine über 100 Meter lange und bis zu 50 Meter breite (Wasser)-Burg mit umgebenden und trennenden Burggraben von Kernburg und Vorburg. Die teilweise mit Schutt überdeckte südwestliche Vorburg bildet in einer Wiese eine heute leicht geneigte Fläche mit tiefer liegendem Nordrand. Bergabwärts nördlich dahinter ist noch der nördliche Teil des geradlinigen Dammes erhalten, der die beiden unterhalb der Gaststätte entspringenden kleinen Rinnsale zum Burgteich aufstaute. Die Länge der Burg ergibt sich aus der Aneinanderreihung von zwei (drei) Baukomplexen von mittlerer älterer mittelalterlicher Kernburg mit südöstlicher Vorburg, und einer möglichen nordwestlichen trapezförmigen Vorburg oder Schanze. Die beiden älteren Teile waren von einem acht bis zwölf Meter breiten Graben umgeben. Die nördliche Vorburg wurde möglicherweise später mit einem quadratischen Gebäude mit der Kernburg verbunden. Die Grundmauern von Kern- und südlicher Vorburg wurden später durch einen Verhüttungskomplex überbaut (der mit hier nicht abgebildeten Fotos in Falschfarbentechnik und anderen Kontrastwerten sichtbar gemacht werden konnte).

Die Gesamtanlage erstreckt sich von West-Nordwest nach Ost-Südost. Südwestlich unterhalb des ebenen Bergsattels am Königskrug verläuft in einer nach Nordosten nur mäßig abfallenden Senke ein Quellhorizont. Die dortigen nur gering fließenden Quellen wurden von den Erbauern der Burg, in Verbindung mit dem Niederschlagswasser und einem Zulauf von Bächen aus dem Achtermannsbruch, zum Einstau eines Teiches bzw. Burggrabens genutzt. Die hinter dem "Königskrug" nordöstlich der Wiese anschließende Baumreihe verdeckt einen zum Teil erhaltenen ehemals über 150 Meter langen Damm. Die nördliche Hälfte ist noch erhalten während die Südhälfte eingeebnet wurde. Nordöstlich dahinter in der abfallenden breiten Mulde sind im Winter bei geringen Schnee und im Frühjahr durch Pflanzenwuchs sichtbare Grundrisse einer Mühle zu vermuten.

Zwischen zwei - im oberen westlichen Bereich der Wiese (unterhalb der Gaststätte) entspringenden kleinen Rinnsalen, wurde die trapezförmige Kernburg in Verbindung mit der südlichen Vorburg angelegt. Auf Höhe der Kernburg fließen beide Bäche im Norden und Süden in breiteren geradlinigen Mulden (ehem. Burggräben). Nordwest-, Südwest- und Südostseite der Kernburg sind etwa mit 50 Metern gleich lang, die Nordostseite ist nur 30 Meter lang. Die Westecke ist als Spitze mit einen Winkel unter achtzig Grad gegen das überhöhende Vorfeld herausgezogen. Die anderen drei Ecken waren abgerundet. In der Luftaufnahme von 2005 lassen Bodenmerkmale von trockeneren Gräsern im Norden und Westen eine fast zwei Meter breite Ringmauer erkennen. Der Südteil der Kernburg und die Vorburg sind mit Schutt überdeckt. Damit ergibt sich eine Parallele zur erhaltenen Burgruine Sichelnstein südlich von Hann.Münden (Landkreis Göttingen). Die Umrandung beider Flächen von Kernburg und südlicher Vorburg erscheint in der flachen Nordwestansicht (Blickrichtung Ost-Südost) als ein gleichzeitig erstellter Baukomplex. Auch der im Westen verbreiterte Burggraben verläuft um beide Burgteile. Differenziertere Betrachtungen aus anderen Winkeln zeigen jedoch eine Trennung von Kern- und Vorburg durch einen Wassergraben. Während bei der Kernburg eine deutliche feste umlaufende Ringmauer vorhanden war, bietet die rechteckige Vorburg die Ansicht einer dreiseitigen Randbebauung mit großen Gebäuden auf schmalen Grundmauern. Mögliche Wirtschaftsbauten gruppierten sich auf Nordost-, Südost- und Südwestseite. Der Zugang zur Vorburg ist entweder über den Damm von Südosten zu vermuten, da hier der Burggraben am tiefsten aufgestaut war, oder über die Vorburg im Süden.

Vermutlich später beim Einsetzen der Feuerwaffen erfolgte eventuell eine nördliche Erweiterung der Burg. Dort im Nordbereich liegen zwar noch einige große Bruchsteine, aber eine breite Grundmauer wie bei der Kernburg ist hier nicht mehr sichtbar. Dafür sind im Nordbereich die Baugräben eines trapezförmigen Vierseithofes sichtbar. Als Verbindung zur Kernburg ist der Grundriß eines großen quadratischen Gebäudes zu erahnen. Dieser Bau lag mit seiner Mitte genau über dem nordwestlichen längeren noch heute Wasser führenden Graben. Südlich der Kern- und Vorburg im aufsteigenden Gelände bis hin zum heutigen Parkplatz könnte eine breite helle Fläche mit dunklem breiten Rand eine befestigte Hörigensiedlung andeuten. Das Gelände um die Burg und das nähere Umfeld zeigt weitere Gebäudegrundrisse und Hausgruben als Hinterlassenschaften einer umgebenden möglichen Wüstung. Große bossierte und glatte Quadersteine mit Randschlag sind im Umfeld bei Brücken und Bachübergängen und kleinen Bachaufstauungen zu finden. Bekannt waren Baureste in der alten Försterei und im Gasthof Königskrug.